Ukraine: Russland fliegt heftige Luftangriffe auf mehrere Städte

Viele Tote und Verletzte:Russland fliegt heftige Luftangriffe auf ukrainische Städte

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In der Nacht hat Russland mehrere Städte in der Ukraine mit massiven Luftangriffen überzogen. Mindestens 21 Menschen starben dabei allein in Kiew, viele weitere wurden verletzt.

Angriff auf die Ukraine

Die Ukraine hat eine der schwersten Nächte seit Kriegsbeginn erlebt. Russland griff mit Drohnen und Raketen an. In Frontstädten wie Kramatorsk werden gefährdete Menschen evakuiert.

02.07.2026 | 2:21 min

Erneut sind mehrere Städte in der Ukraine zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Aus der Hauptstadt Kiew wurden Explosionen gemeldet. Dabei kamen nach Angaben der ukrainischen Behörden mindestens 21 Menschen ums Leben, 85 weitere wurden verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte Vergeltung an.

Russland: "Reaktion auf Terrorangriffe des Kiewer Regimes"

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte, einen "massiven Angriff" auf Kiew ausgeführt zu haben. Es handele sich um eine "Reaktion auf die Terrorangriffe des Kiewer Regimes gegen zivile Infrastruktur". Es seien "Unternehmen der Rüstungsindustrie und Energieanlagen" ins Visier genommen worden.

Auch in anderen Städten der Ukraine - darunter Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes - gab es Berichten zufolge Luftalarm und Explosionen. Der Gouverneur von Saporischschja, Iwan Fedorow, schrieb am Morgen von drei Verletzten. 

Militärökonom Marcus M. Keupp vor einer Karte der Ukraine und Russland.

In der Nacht hat Russland mit massiven Luftangriffen auf die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf die Ölinfrastruktur reagiert. Welche Strategie verfolgt Putin? ZDFheute live analysiert.

02.07.2026 | 36:24 min

Sehen Sie hier die ZDFheute live-Sendung vom 02.02.2026 in voller Länge:

Kiew: Drohnen in Wohngebiete eingeschlagen

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland 496 Drohnen und 74 Raketen ab, darunter schwer abzufangende ballistische Raketen. 476 der Drohnen und 48 der Raketen seien abgeschossen worden.

ZDF-Reporter Carsten Thurau berichtet aus der Ukraine.

Die Ukrainer hätten nach den ukrainischen Erfolgen bereits mit einem Gegenschlag gerechnet, so ZDF-Reporter Carsten Thurau. Russland habe mit beinahe allen verfügbaren Mitteln angegriffen.

02.07.2026 | 5:19 min

Erste Explosionen waren bereits am Mittwochabend in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu hören. Sie dauerten bis zum Donnerstagmorgen an, als russische Raketen und Drohnen in Wohngebiete im Stadtzentrum einschlugen.

Mehrstöckige Gebäude - darunter ein Hotel - seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser seien komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent". Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein.

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, sprach vom "massivsten Angriff des Feindes auf die Hauptstadt" und erklärte den Freitag zu einem Trauertag für die Opfer. 

Digital bearbeitete Illustration eines bewaffneten Bodenroboters mit montiertem Gewehr in einer düsteren, rauchigen Landschaft. Über dem Roboter schwebt ein großer Videospiel-Controller mit rot leuchtenden Tasten. Ein digitales Raster-Overlay und rote Lichteffekte verstärken den Eindruck von Fernsteuerung, Technologie und der Verbindung zwischen Gaming und militärischen Drohnensystemen.

Der Einsatz unbemannter Waffensysteme verändert die moderne Kriegsführung: So gleicht die ukrainische Armee ihre personelle Unterlegenheit an der Front mit bodengestützten Kampfrobotern aus.

12.05.2026 | 11:26 min

Selenskyj warnte vor massivem Angriff in der Nacht

Selenskyj hatte am Mittwochabend mit Verweis auf Geheimdiensterkenntnisse vor einem "Großangriff" auf sein Land gewarnt, den der russische Präsident Wladimir Putin "seit geraumer Zeit" vorbereite. Er brach einen Besuch in Irland ab, um nach Kiew zurückzukehren.

Wolodymyr Selenskyj auf X

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Selenskyj forderte mehr Unterstützung der Verbündeten bei der Luftverteidigung. Er drang auf eine Entscheidung der USA zu Lizenzen für die Produktion von Munition für das Luftabwehrsystem Patriot in der Ukraine. "Das sind die Schritte, die diesen Krieg stoppen und Angriffe wie diesen verhindern können", erklärte er im Onlinedienst Facebook. 

12.06.2026, Ukraine, Simferopol: An einer Tankstelle in Simferopol auf der Krim stehen Autos Schlange.

Die Menschen auf der Krim spüren die Auswirkungen ukrainischer Drohnen-Attacken. Seit der russischen Annexion 2014 ist die Halbinsel eine wichtige Militärbasis für Russland.

24.06.2026 | 2:36 min

Auswärtiges Amt verurteilt "massiven" Angriff

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte an, einen Beschluss über neue Sanktionen gegen Moskau vorantreiben zu wollen. "Je mehr Moskau Zivilisten angreift, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden", erklärte sie in Online-Netzwerken. Sie werde vorschlagen, "weitere Einrichtungen zu sanktionieren, die Russlands militärisch-industriellen Komplex unterstützen".

Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den "massiven" Angriff "auf das Schärfste". Die "erschütternden Bilder der Zerstörung aus der letzten Nacht" zeigten "einmal mehr: Russland setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit unverminderter Brutalität fort". Kreml-Chef Wladimir Putin zeige "keinerlei Verhandlungsbereitschaft", erklärte ein Sprecher des Ministeriums weiter. 

Militärokonom Marcus M. Keupp

Die Ukraine greife Russland stets in Wellen an, sagt Militärökonom Keupp. Durch die Größe des russischen Luftraums sei Russland nicht in der Lage, alles zu sichern.

02.07.2026 | 28:00 min

Bericht: Hohe russische Verluste im Ukraine-Krieg

Abseits der täglichen Luftangriffe auf die Ukraine haben die Verteidiger laut US-Kriegsexperten zuletzt bemerkenswerte Erfolge im Abwehrkampf gegen Russland erzielt und die Verluste des Gegners stark in die Höhe getrieben. Einem Lagebericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) zufolge sind seit Kriegsbeginn im Februar 2022 rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden - allein 1,4 Millionen davon auf russischer Seite.

Während das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten die meiste Zeit über bei 2:1 oder 3:1 gelegen habe, sei es im ersten Halbjahr 2026 schätzungsweise auf 8:1 gestiegen. Hauptgrund dafür sei der verstärkte und äußerst wirkungsvolle Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen. Die Gesamtzahl der russischen Gefallenen gab CSIS mit 400.000 bis 450.000 an, auf ukrainischer Seite seien es 125.000 bis 150.000. Inzwischen übersteige die monatliche Zahl der russischen Verluste auch die der Neurekrutierungen, hieß es weiter.

Das CSIS stützt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Informationen des Militärs, der Geheimdienste und Regierungen verschiedener Länder. Die Angaben der Denkfabrik gelten als vergleichsweise zuverlässig, sind angesichts der schwer durchschaubaren Quellenlage und gezielter Desinformation beider Kriegsparteien aber dennoch mit Vorsicht zu genießen - zumal die Ukrainer von Waffen und Geheimdienst-Erkenntnissen aus den USA profitieren.

Während beide Kriegsparteien täglich gegnerische Verluste vermelden, legen sie höchst selten eigene Opferzahlen dar. Es gilt als sicher, dass sowohl Russlands Führung als auch die der Ukraine eigene Verluste herunterspielen und jene in den Reihen des Gegners aufbauschen. Andere Schätzungen decken sich nicht mit den offiziellen Zahlen aus Moskau und Kiew.

Quelle: dpa


Quelle: AFP, dpa, AP
Über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine berichtet das ZDF fortlaufend, zuletzt etwa am 02.07.2026 bei ZDFheute Xpress ab 09:00 Uhr sowie im heute journal ab 21:45 Uhr.

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