Ukraine: Russland fliegt heftige Luftangriffe auf mehrere Städte

Viele Tote und Verletzte:Russland fliegt heftige Luftangriffe auf ukrainische Städte

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In der Nacht hat Russland mehrere Städte in der Ukraine mit massiven Luftangriffen überzogen. Mindestens 13 Menschen starben dabei allein in Kiew, viele weitere wurden verletzt.

02.07.2026, Ukraine, Kiew: Ein Wohnhaus brennt nach einem russischen Angriff.

Russland hat erneut die Ukraine mit Drohnen und Raketen angegriffen. Laut Bürgermeister Klitschko war der nächtliche russische Angriff auf Kiew der schwerste seit Kriegsbeginn.

02.07.2026 | 0:23 min

Erneut sind mehrere Städte in der Ukraine zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Aus der Hauptstadt Kiew wurden am Abend und in der Nacht Explosionen gemeldet. Dabei kamen nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als 90 weitere wurden verletzt.

Mehrstöckige Gebäude - darunter ein Hotel - seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent". Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein.

Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst nicht überschaubar, die ersten Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Im Bericht des "Kyiv Independent" war von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn die Rede. Verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner Kiews suchten demnach in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele von ihnen hätten dort Zelte aufgeschlagen, um die Nacht vor Luftangriffen geschützt unter der Erde zu verbringen, hieß es.

Wolodymyr Selenskyj auf X

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Russische Luftangriffe treffen mehrere Städte in der Ukraine

Nach ersten Einschlägen am Abend wurde demnach auch am frühen Morgen wieder Luftalarm ausgelöst. Knapp ein Dutzend russischer Bomber seien in der Luft, hieß es. Kurz darauf meldeten Reporter des Portals "unglaublich laute Explosionen", die selbst in tief unter der Erde gelegenen Luftschutzbunkern deutlich zu hören gewesen seien. Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtete ebenfalls über zahlreiche Einschläge in Kiew.

ZDF-Reporter Sebastian Ehm in einem schwarzen Hemd im ZDFheute live Studio.

Die Probleme, die durch den Krieg entstehen, seien vor der Bevölkerung nicht mehr zu verbergen, so ZDF-Reporter Ehm bei ZDFheute live. Der russische Präsident müsse darauf entsprechend reagieren.

29.06.2026 | 12:30 min

Auch in anderen Städten der Ukraine - darunter Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes - gab es Berichten zufolge Luftalarm und Explosionen. Der Gouverneur von Saporischschja, Iwan Fedorow, schrieb am Morgen von drei Verletzten. Weitere Informationen zu möglichen Schäden und Opfern in den anderen Städten lagen zunächst nicht vor.

Selenskyj warnte vor massivem Angriff in der Nacht

Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem bevorstehenden Großangriff auf die Ukraine gewarnt. Alle ein bis zwei Wochen gebe es massive Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen - und "heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs", sagte er am Rande einer Zeremonie zum Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft in Dublin. Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Seine Landsleute sollten Alarmsignale beachten und Schutzräume aufsuchen.

12.06.2026, Ukraine, Simferopol: An einer Tankstelle in Simferopol auf der Krim stehen Autos Schlange.

Die Menschen auf der Krim spüren die Auswirkungen ukrainischer Drohnen-Attacken. Seit der russischen Annexion 2014 ist die Halbinsel eine wichtige Militärbasis für Russland.

24.06.2026 | 2:36 min

Bericht: Hohe russische Verluste im Ukraine-Krieg

Abseits der täglichen Luftangriffe auf die Ukraine haben die Verteidiger laut US-Kriegsexperten zuletzt bemerkenswerte Erfolge im Abwehrkampf gegen Russland erzielt und die Verluste des Gegners stark in die Höhe getrieben. Einem Lagebericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) zufolge machen den Russen neben ihrer stotternden Bodenoffensive und vereinzelten Geländegewinnen der Ukrainer vor allem die steigenden Gefallenenzahlen in den eigenen Reihen zu schaffen.

Insgesamt seien seit Kriegsbeginn im Februar 2022 rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden, heißt es in dem Bericht - allein 1,4 Millionen davon auf russischer Seite. Während das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten die meiste Zeit über bei 2:1 oder 3:1 gelegen habe, sei es im ersten Halbjahr 2026 schätzungsweise auf 8:1 gestiegen. Hauptgrund dafür sei der verstärkte und äußerst wirkungsvolle Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.

Die Gesamtzahl der russischen Gefallenen gab CSIS mit 400.000 bis 450.000 an, auf ukrainischer Seite seien es 125.000 bis 150.000. Ende Januar hatte die Bilanz noch bei etwa 325.000 getöteten Russen und 100.000 bis 140.000 Ukrainern gestanden. Inzwischen übersteige die monatliche Zahl der russischen Verluste auch die der Neurekrutierungen, hieß es weiter.

Das CSIS stützt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Informationen des Militärs, der Geheimdienste und Regierungen verschiedener Länder. Die Angaben der Denkfabrik gelten als vergleichsweise zuverlässig, sind angesichts der schwer durchschaubaren Quellenlage und gezielter Desinformation beider Kriegsparteien aber dennoch mit Vorsicht zu genießen - zumal die Ukrainer von Waffen und Geheimdienst-Erkenntnissen aus den USA profitieren.

Während beide Kriegsparteien täglich gegnerische Verluste vermelden, legen sie höchst selten eigene Opferzahlen dar. Es gilt als sicher, dass sowohl Russlands Führung als auch die der Ukraine eigene Verluste herunterspielen und jene in den Reihen des Gegners aufbauschen. Andere Schätzungen decken sich nicht mit den offiziellen Zahlen aus Moskau und Kiew.

Quelle: dpa


Digital bearbeitete Illustration eines bewaffneten Bodenroboters mit montiertem Gewehr in einer düsteren, rauchigen Landschaft. Über dem Roboter schwebt ein großer Videospiel-Controller mit rot leuchtenden Tasten. Ein digitales Raster-Overlay und rote Lichteffekte verstärken den Eindruck von Fernsteuerung, Technologie und der Verbindung zwischen Gaming und militärischen Drohnensystemen.

Der Einsatz unbemannter Waffensysteme verändert die moderne Kriegsführung: So gleicht die ukrainische Armee ihre personelle Unterlegenheit an der Front mit bodengestützten Kampfrobotern aus.

24.06.2026 | 11:26 min

Langsame Vorstöße, kaum Geländegewinne

Neben den stark gestiegenen Opferzahlen sieht sich Russlands Militär laut CSIS-Lagebericht auch mit anderen Rückschlägen auf dem Schlachtfeld konfrontiert. So hätten die Angreifer das von ihnen kontrollierte Gebiet in der Ukraine im Frühling 2026 erstmals seit Jahren nicht mehr vergrößern können und dazu einzelne Geländegewinne der Ukrainer hinnehmen müssen.

Auch seien ihre Vorstöße an der mehr als tausend Kilometer langen Front langsamer geworden. Historisch betrachtet sei die Kampfbilanz der Russen im Ukraine-Krieg verglichen mit der anderer militärischer Großmächte nach dem Zweiten Weltkrieg ziemlich miserabel.

Wirtschaftsexperte Janis Kluge aus dem Studio in Berlin zugeschaltet. Er trägt eine runde schwarze Brille, ein hellblaues Hemd und ein dunkelblaues Sakko.

Hinweise auf die Fälschung russischer Wirtschaftsdaten sieht Wirtschaftsexperte Kluge nicht. Von einem wirtschaftlichen Zusammenbruch sei derzeit nicht auszugehen, sagt er bei ZDFheute live.

29.06.2026 | 11:35 min

Quelle: dpa, AP, AFP
Über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine berichtet das ZDF fortlaufend, zuletzt etwa bei ZDFheute Xpress am 02.07.2026 ab 09:00 Uhr.

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