Russische Raketenproduktion:Ukraine trifft mit "Flamingo"-Flugkörpern
von Christian Mölling und András Rácz
Im Ukraine-Krieg halten die Angriffe auf Raffinerien an. Auch Brücken auf der Krim werden zum Ziel. Ein Truppenabzug aus Transnistrien soll Teil des Friedensprozesses werden.
Arbeiter inspizieren Flamingo-Marschflugkörper in einer Fabrik.
Quelle: dpaIm Laufe der letzten Woche gelang es der Ukraine, das Militärwerk "Titan-Barrikady" in Wolgograd zu treffen. Dabei handelt es sich um ein entscheidendes Werk, in dem mehrere russische Raketensysteme hergestellt werden, darunter die Systeme "Iskander", "Yars" sowie "Oreschnik".
Mindestens zwei schwere Marschflugkörper vom Typ "Flamingo" trafen die Montagehalle des Werks und zerstörten sie vollständig. Es ist noch unklar, inwieweit dieser Angriff die russische Raketenproduktion beeinträchtigen wird.
... ist Senior Advisor beim European Policy Centre. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themenkomplexen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement. Für ZDFheute analysiert er regelmäßig die militärischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt.
... ist Associate Fellow im Programm Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Er forscht und publiziert zu Streitkräften in Osteuropa und Russland und hybrider Kriegsführung.
Russland scheint Angriffspotenzial aufzusparen
Im Laufe der Woche führte Russland weiterhin nur relativ kleine Luft- und Drohnenangriffe durch. Flugzeuge der strategischen Luftstreitkräfte flogen keinen einzigen Kampfeinsatz, und es wurden auch keine seegestützten Raketen abgefeuert.
Russland setzte nur wenige ballistische Raketen und relativ wenige Drohnen ein, lediglich 100 bis 200 pro Nacht, was deutlich unter dem Durchschnitt des Jahres 2026 liegt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Russland Kräfte für einen einzigen, wirklich großen, kombinierten Angriff bündelt, der relativ bald stattfinden wird.
Die Probleme, die durch den Krieg entstehen, seien vor der Bevölkerung nicht mehr zu verbergen, so ZDF-Reporter Ehm bei ZDFheute live. Der russische Präsident müsse darauf entsprechend reagieren.
29.06.2026 | 12:30 minWieder russische Ölindustrie getroffen
Unterdessen griff die Ukraine weiterhin russische Ziele der Ölindustrie mit Langstrecken-Drohnen an. Am 27. und 28. Juni wurde die große Raffinerie in Slavyansk-na-Kubani in der russischen Region Krasnodar von ukrainischen Drohnen getroffen und geriet in Brand.
Dieser jüngste Angriff dürfte die Treibstoffknappheit in den südlichen Regionen Russlands noch verschärfen. Auch die Raffinerie "Slavneft-YANOS" in Jaroslawl wurde getroffen.
Nach ukrainischen Attacken sind in Russland Benzin und Diesel knapp. Putin räumt Probleme ein. ZDFheute live analysiert, was das für Moskaus Kriegsführung und mögliche Verhandlungen bedeutet.
29.06.2026 | 26:03 minFortgesetzte Angriffe auf russische Logistik auf der Krim
Die Ukraine griff weiterhin die logistischen Verbindungen der russischen Streitkräfte auf der Krim und in der besetzten Südukraine an. Im Laufe der Woche wurden alle drei großen Straßenbrücken, die die Krim mit dem ukrainischen Festland verbinden, mehrfach getroffen.
Darüber hinaus gelang der Ukraine am 27. Juni ein Volltreffer, bei dem eine Eisenbahnbrücke in der Region Luhansk zerstört wurde. Das wird die Versorgung der russischen Streitkräfte sowohl in der besetzten Region Donezk als auch in der Region Luhansk erschweren.
Die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim haben den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Ukraine greift seit Wochen die Energie-Infrastruktur der Krim an.
26.06.2026 | 0:29 minRussland kann Kampfflugzeuge mit Drohnen zerstören
Am 27. Juni wurde bekannt gegeben, dass die Ukraine zwei MiG-29-Kampfflugzeuge im Kampf verloren hat. Beide wurden durch russische Drohnenangriffe zerstört: Eines wurde während des Betankens von einer jetgetriebenen Shaheed-238-Drohne getroffen, während ein anderes getroffen wurde, als es in einem gepanzerten Flugzeugunterstand geparkt war. Dem Piloten der erstgenannten MiG gelang es, sich rechtzeitig mit dem Schleudersitz zu retten, sodass er die Zerstörung seines Flugzeugs überlebte.
Die Angriffe verdeutlichen die ständige Gefahr, die von Russlands Langstrecken-Überwachungsdrohnen ausgeht, die oft mehr als hundert Kilometer tief hinter der Frontlinie Live-ISR-Daten liefern können, und dass die jetgetriebenen "Shaheed"-Drohnen einen Angriff viel schneller ausführen können als ihre langsamen Vorgänger mit Kolbenmotor.
Kiews Angriffe auf die von Russland besetzte Krim seien auch im Alltag der Russen spürbar, meint ZDF-Reporter Carsten Thurau. In der Ukraine fürchte man russische Gegenangriffe.
25.06.2026 | 4:02 minRussland soll Truppen aus Transnistrien abziehen
Die moldauische Präsidentin Maia Sandu schlug vor, dass der Abzug der russischen Besatzungstruppen aus der moldauischen Region Transnistrien Teil des künftigen Friedensabkommens sein solle, das den Krieg zwischen Russland und der Ukraine beenden würde.
Russland hat derzeit etwa 1.400 bis 1.500 Soldaten in der abtrünnigen Region Moldaus stationiert, und obwohl die Kampfkraft dieser Truppen verschwindend gering ist, ist ihre Präsenz politisch nach wie vor von Bedeutung.
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