Seit Auslaufen der US-Unterstützung:Militärhilfen für Ukraine erreichen neuen Höchststand
Die Militärhilfen für die Ukraine sind im Juni auf das höchste Niveau seit dem Auslaufen der US-Unterstützung angestiegen. Grund: Ein neues Darlehen der EU.
Second-Hand-Aufrüstung: Teile des Leopard-1-Panzers werden in einer Fabrik in Belgien wieder aufgerüstet und in die Ukraine geliefert. (Archivibld)
Quelle: ImagoDie Militärhilfen für die Ukraine sind durch ein neues Darlehen der EU im Juni auf das höchste Niveau seit dem Auslaufen der US-Unterstützung angestiegen.
Während die militärische Unterstützung für Kiew im ersten Halbjahr 2026 damit nahezu das Niveau des Vorjahres erreichte, blieb die finanzielle und humanitäre Unterstützung jedoch deutlich unter Vorjahresniveau, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) mitteilt.
Der Präsident des Kieler Instituts für Wirtschaft wirft Verteidigungsminister Pistorius vor, in veraltete Waffentechnologien zu investieren. Neu ist die Kritik nicht, doch sie wird wieder lauter.
10.08.2026 | 1:48 minErhebliche Steigerung durch European Support Loan
Die Militärhilfen stiegen durch den neu eingeführten sogenannten European Support Loan im Juni auf 7,2 Milliarden Euro - das ist der höchste Betrag seit den im April 2024 bewilligten 9,04 Milliarden Euro. Die US-Finanzhilfen waren im Februar 2025 ausgelaufen.
Nach Angaben des IfW handelt es sich dabei um den drittgrößten monatlichen Anstieg der Militärhilfe seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022. Das Institut erfasst die der Ukraine zugesagte und gelieferte militärische, finanzielle und humanitäre Hilfe.
Russland hat die ostukrainische Region Donezk und den Hafen von Odessa angegriffen. Über die Lage in Odessa berichtet ZDF-Korrespondentin Anne Brühl.
10.08.2026 | 0:59 minDie Europäische Union hat für den Zeitraum 2026/2027 ein Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro freigegeben, um die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland zu unterstützen. Auch darüber hinaus kam der Großteil neu zugewiesener Hilfen von europäischen Gebern: Deutschland wies 700 Millionen Euro Militärhilfen zu, Dänemark 600 Millionen Euro und die Niederlande 500 Millionen Euro.
Bei der finanziellen und humanitären Hilfe wies Großbritannien unter den bilateralen Gebern mit rund 1,5 Milliarden Euro den größten Betrag zu, gefolgt von Schweden mit 360 Millionen Euro und Norwegen mit 140 Millionen Euro.
Ungarns Nein zum 90-Milliarden-Kredit für die Ukraine sorgt in Brüssel für „Kopfzerbrechen“, sagt ZDF-EU-Korrespondent Andreas Stamm. Das Geld werde für laufende Ausgaben und Waffen benötigt, so ZDF-Reporter Dominik Lessmeister in Kiew.
19.03.2026 | 3:53 minWaffen aus USA spielen weiter wichtige Rolle
Auch wenn die USA nicht mehr direkt zur Kriegsführung der Ukraine beitragen, spielen Waffen aus dem Land weiterhin eine wichtige Rolle. Europa bezieht zunehmend Waffen von US-Rüstungsunternehmen und erhält Lieferungen aus den Beständen des US-Militärs.
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj benötigt die Ukraine fünf Prozent der Patriot-Abfangraketen der USA, um angesichts der zunehmenden russischen Angriffe durch den bevorstehenden Winter zu kommen. Um alle von Moskaus Truppen abgefeuerten ballistischen Raketen zu zerstören, seien zehn Prozent der US-Lagerbestände nötig, sagte der Staatschef in einem Interview mit dem US-Sender CNN.
Seinem Land stünden in diesem Jahr "zweieinhalb Mal weniger Abfangraketen zur Verfügung als im Jahr 2025", sagte Selenskyj. Dagegen habe Russland "monatlich mehr als doppelt so viele ballistische Raketen wie zuvor".
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog: