Putin räumt Spritmangel ein - gibt sich aber siegessicher

Krieg in der Ukraine:Putin gibt sich siegessicher - und räumt Spritmangel ein

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Kremlchef Putin räumt Engpässe bei der Treibstoffversorgung im Land ein. Die Treibstoffkrise hat laut einem Experten allerdings keinen Einfluss auf die Situation an der Front.

Russland: Moskau: Der russische Präsident Vladimir Putin beim Parteienkongress.

Der russische Präsident hat zugegeben, dass es Engpässe beim Treibstoff im Land gibt. Derweil hat er einen ukrainischen Vorschlag für einen Verzicht auf Langstreckenangriffe abgelehnt.

29.06.2026 | 0:19 min

Trotz deutlicher Rückschläge seiner Truppen an den Fronten in der Ukraine gibt sich der russische Präsident Wladimir Putin weiterhin siegessicher. Die russische Armee werde weiterhin alles unternehmen, um die Ziele der "Spezialoperation", wie der Angriffskrieg gegen die Ukraine in Moskau offiziell genannt wird, umzusetzen, betonte Wladimir Putin in einem Interview mit dem Korrespondenten des russischen Staatsfernsehens, Pawel Sarubin.

Angesichts verstärkter ukrainischer Angriffe räumte der Präsident allerdings "Probleme" ein. In dem Interview sprach er zudem von einer "gewissen" Treibstoffknappheit. Putin sagte ferner, er rechne mit weiteren Besuchen der US-Unterhändler in Moskau, um über den Ukraine-Krieg zu verhandeln.

12.06.2026, Ukraine, Simferopol: An einer Tankstelle in Simferopol auf der Krim stehen Autos Schlange.

Die Menschen auf der Krim spüren die Auswirkungen ukrainischer Drohnen-Attacken. Seit der russischen Annexion 2014 ist die Halbinsel eine wichtige Militärbasis für Russland.

24.06.2026 | 2:36 min

Putin: Ukrainische Angriffe sorgen für Probleme

"Was Angriffe auf die kritische Infrastruktur im Allgemeinen und die Energieinfrastruktur im Besonderen betrifft, so verursachen diese Angriffe auf unsere Infrastruktureinrichtungen natürlich Probleme, das ist offensichtlich", sagte Putin.

Im Moment beobachten wir einen gewissen Mangel, aber er ist nicht kritisch.

Wladimir Putin, russischer Präsident

Die Hauptaufgabe bestehe jetzt darin, die russischen Flugabwehrkapazitäten zu erhöhen und die Treibstoffversorgung sicherzustellen, insbesondere für die Krim, sagte Putin in dem Interview. Auf das Interview beriefen sich russische Nachrichtenagenturen, die vollständige Fassung wurde auf dem Telegram-Kanal des Journalisten veröffentlicht.

Dieses von 2026 Vantor bereitgestellte Satellitenbild, das am 20. Juni 2026 aufgenommen und am 23. Juni 2026 veröffentlicht wurde, zeigt einen Brand in einem Öllager im Hafen von Kawkas.

Die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim haben den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Ukraine greift seit Wochen deren Energie-Infrastruktur an.

26.06.2026 | 0:29 min

Was bedeutet der Treibstoffmangel für mögliche Verhandlungen?

Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik erklärt bei ZDFheute live, auf die Situation an der Front habe die Treibstoffkrise keinen Einfluss. Das Problem an der Front sei eher, dass Putin dort keine Fortschritte vermelden könne, "die Frontlinie stagniert", so Kluge.

Russland habe wirtschaftliche Probleme. Die Konjunktur sei abgekühlt, das schaffe Probleme im Staatshaushalt und den Unternehmen gehe es deutlich schlechter als noch vor zwei bis drei Jahren.

Aber das ist natürlich kein Zusammenbruch. Und das ist auch kein Problem für den Krieg.

Janis Kluge, Stiftung Wissenschaft und Politik

Wirtschaftsexperte Janis Kluge aus dem Studio in Berlin zugeschaltet. Er trägt eine runde schwarze Brille, ein hellblaues Hemd und ein dunkelblaues Sakko.

Hinweise auf die Fälschung russischer Wirtschaftsdaten sieht Wirtschaftsexperte Kluge nicht. Von einem wirtschaftlichen Zusammenbruch sei derzeit nicht auszugehen, sagte er bei ZDFheute live.

29.06.2026 | 11:35 min

Problematisch könnte es laut dem Experten für Putin werden, wenn eine echte Knappheit entstünde - wie etwa jetzt beim Benzin - und man diesen Mangel auch mit Geld nicht so schnell beseitigen könnte. Oder, wenn Russland es nicht mehr schaffte, Soldaten zu rekrutieren. Das funktioniere im Moment aber noch über Prämien.

Dass die Treibstoffknappheit Putin zu Verhandlungen zwingen könnte, bezweifelt Kluge. "Ich denke aber, wenn man sich Szenarien überlegt, warum Putin verhandeln sollte, dann muss es einen Grund geben." Und da könnten alle Probleme, die sich auftäten, zusammen dazu führen, dass Putin einlenkt. Aber "aktuell sind wir noch ein Stück davon entfernt".

SGS Hayali Kröger

Russland will weiter die Position der Ukraine schwächen und greift dabei gezielt die Zivilbevölkerung an. Russlands Kalkül sei "zynisch", so ZDF-Korrespondent Timm Kröger.

23.12.2025 | 1:37 min

Strategiewechsel Putins im Umgang mit Problemen

Bisher hat der russische Staatspräsident selten über Probleme im Krieg mit der Ukraine gesprochen. Nun sei man aber an einem Punkt, so der Experte, an dem jeder Bürger sie sieht, "dass Drohnen in Raffinerien einschlagen, dass Treibstoff knapp wird.

Sobald das jeder spürt, muss er darauf reagieren.

Janis Kluge, Stiftung Wissenschaft und Politik

An den Tankstellen sei der Treibstoffmangel sichtbar. Wenn Putin dieses Problem ignorierte, sähe er aus, als hätte er den Kontakt zur Realität verloren "und das ist gefährlich", sagt Kluge. Er habe reagieren müssen und die Veranwortung für die Krise von sich weisen wollen.

Führung sei sich der "Probleme" bewusst

Wenige Stunden vor dem Interview hielt Putin eine Rede auf dem Parteitag seiner Partei Geeintes Russland und sprach ebenfalls von "Problemen", derer sich die Führung bewusst sei. "Wir werden ohne Zweifel alle Herausforderungen bewältigen, mit denen wir heute konfrontiert sind, einschließlich terroristischer Angriffe auf unser Territorium und auf Infrastruktur-Einrichtungen", sagte er.

Wir werden die Sicherheit sowohl des Landes als auch unserer Bürger gewährleisten, wie auch die Unverletzlichkeit von Russlands Grenzen.

Wladimir Putin, russischer Präsident

In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg mit der Ukraine überzieht Russland das Nachbarland nahezu täglich mit Luftangriffen. Zuletzt hatte die ukrainische Armee ihrerseits ihre Luftangriffe auf Ziele innerhalb Russlands ausgeweitet. Dabei greift die ukrainische Armee nach Angaben Kiews neben militärischen Einrichtungen vor allem die russische Öl- und Energieinfrastruktur an.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
Satellitenbild: Rauchgeneratoren auf der Krim-Brücke aufgenommen am 22.6.2026
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Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über den Krieg in der Ukraine berichtet das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem in den heute-Nachrichten am 26.06.2026 ab 19 Uhr sowie in der Xpress-Sendung am 29.06.2026 ab 9:00 Uhr.

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