Mindestens 200 Hektar Wald betroffen:Waldbrand in der Eifel wohl größter in NRW-Historie
NRW-Landwirtschaftsministerin Gorißen spricht angesichts des Waldbrands im Hürtgenwald von einer Dimension, wie es sie seit Jahrzehnten nicht gegeben habe.
Im Kreis Düren in NRW ist ein Waldbrand ausgebrochen. Mithilfe von Löschhubschraubern soll das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Erste Anwohner wurden evakuiert.
14.08.2026 | 2:21 minDer Waldbrand im Hürtgenwald ist wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. "Wir haben hier in Hürtgenwald mit einem Ausmaß zu tun, mit dem wir so nichts zu tun hatten in Jahrzehnten", sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. "Das ist einfach eine andere Hausnummer."
Es könnte gut sein, dass es tatsächlich der größte ist seit Bestehen unseres Bundeslandes, und dann sieht man mal, womit wir hier gerade zu tun haben.
Silke Gorißen, NRW-Landwirtschaftsministerin
Sie gehe von einer betroffenen Mindestfläche von 200 Hektar aus. "Es wird wahrscheinlich schon einiges mehr sein, möglicherweise kratzen wir hier an der 300."
Die Lage im Kreis Düren sei weiter angespannt, so ZDF-Reporterin Jenifer Girke. Die starken Winde erschweren die Eindämmung des Waldbrandes.
14.08.2026 | 1:50 min1.800 Bewohner mussten Häuser und Wohnungen verlassen
Wegen des Waldbrandes wurde bereits ein Ortsteil der Gemeinde Hürtgenwald evakuiert. Alle etwa 1.800 Bewohner des Orteils Gey hätten ihre Häuser und Wohnungen verlassen, teilte eine Sprecherin des Kreises Düren bereits am Freitagmorgen mit. Die Warn-App Nina zeigte die höchste Warnstufe "Extreme Gefahr" an.
Nach Angaben von Landrat Ralf Nolten (CDU) rückte das Feuer im Laufe des Vormittags zudem näher an den Ortsteil heran. Nach Angaben einer Kreissprecherin seien die Flammen nur noch etwa 150 bis 200 Meter von Gey entfernt.
Solange das Feuer nicht in die Baumkronen schlage, seien die Meterangaben allerdings noch nicht entscheidend, erläuterte Nolten. "Wir haben unten Löschzüge im Einsatz, die auch versuchen, den nassen Riegel davorzuschieben."
Das Dorf Hürtgenwald in der Eifel ist weiter durch einen Waldbrand bedroht. Tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Über die Situation vor Ort berichtet ZDFheute live.
14.08.2026 | 31:41 minMinisterin von der Hilfsbereitschaft der Menschen beeindruckt
Landwirtschaftsministerin Gorißen sagte der dpa, dass sie schon von weitem während der Anfahrt die Rauchsäulen habe aufsteigen sehen. "Das ist so ein bisschen apokalyptisch. Es ist ein sehr beeindruckendes Bild, sehr trauriges Bild, den Wald brennen zu sehen."
Beeindruckend sei aber auch, welch unfassbare Zahl von Menschen hier mit anpacke, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Sie appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger, keine Wälder zu betreten, um nicht noch weitere Brände auszulösen.
Fast alle Waldbrände sind menschengemacht.
Silke Gorißen, NRW-Landwirtschaftsministerin
Bundeswehr schlägt mit Panzern Schneisen in den Wald
Nach Angaben des Landkreises sind am Morgen mehr als 200 Einsatzkräfte vor Ort. Weitere seien angefordert. Löschhubschrauber bekämpfen das Feuer aus der Luft, Wasserwerfer der Polizei sollen das Feuer von der Seite aus eindämmen. Zuvor war die Bundeswehr bereits mit zwei Panzern im Einsatz, um Schneisen in den Wald zu schlagen. Land- und Forstwirte unterstützen.
Die Strategie habe "auch funktioniert", berichtet ZDF-Reporter Thomas Münten vor Ort. "Jetzt aber frischt der Wind weiter auf", sagt Münten. Damit sei unklar, wie es nun weitergehe. "Die Lage hier ist noch lange nicht unter Kontrolle", sagt Münten bei ZDFheute live.
In der Nähe der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen tobt ein großer Waldbrand. Fast 2.000 Menschen mussten am frühen Morgen aus dem Ortsteil Gey evakuiert werden.
14.08.2026 | 1:42 minDie nächsten Stunden gelten als entscheidend für den Erfolg der schwierigen Brandbekämpfung. Im NRW-Landwirtschaftsministerium lief am Vormittag nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf eine Krisensitzung mit Fachleuten.
Auch Pflegeheim von Evakuierung betroffen
Wie der WDR berichtet, war auch ein Pflegeheim von der Evakuierung betroffen. Aus einem Haus seien 15 Pflegebedürftige abgeholt worden, schilderte Bürgermeister Stephan Cranen (parteilos). "Das ist alles sehr gut organisiert gewesen", sagte er.
Und daher hat man das, glaube ich, gut aufgenommen, dass man den Eindruck hatte, man kümmert sich um uns.
Stephan Cranen (parteilos), Bürgermeister Hürtgenwald
Bürgermeister Cranen sagte mit Blick auf seine von Wald umgebene Gemeinde: "Ich hatte schon immer Angst bei diesen Temperaturen, dass was passiert".
Vier Feuerwehrleute mussten im Saarland nach Löscharbeiten wegen Rauch und Hitze medizinisch behandelt werden. In Traben-Trarbach in Rheinland-Pfalz breitet sich ein weiterer Waldbrand aus.
14.08.2026 | 0:22 minWeltkriegsmunition erschwert Löscharbeiten
Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. "Das Gelände ist doch sehr schwierig und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken", sagte Landrat Nolten. Im Laufe der Nacht sei auf dem Brandgelände bereits Munition hochgegangen.
Wir haben auch die Schläge gehört.
Ralf Nolten (CDU), Landrat im Kreis Düren
Die wechselnden, teils starken Winde in der Nacht hätten dazu geführt, dass sich die Einsatzkräfte streckenweise hätten zurückziehen müssen, um nicht eingekesselt zu werden, sagte Nolte. Am Freitagmorgen waren auch Panzer und Forstunternehmer vor Ort. Sie sollten Schneisen in dem dicht bewaldeten Gebiet schlagen, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen.
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Bereits 420 Fußballfelder Wald verbrannt
Insgesamt stehen seit Donnerstagnachmittag rund 300 Hektar Wald bei der Gemeinde Hürtgenwald in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 420 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer "Großschadenslage". Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze. In der gesamten Gemeinde leben knapp 9.000 Menschen.
In mehreren Teilen der Welt kämpfen Einsatzkräfte gegen verheerende Waldbrände. Experten warnen vor einer Zunahme der Waldbrandgefahr durch den Klimawandel.
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