EU will Flucht für wehrfähige Ukrainer erschweren

Kein automatischer Schutzstatus:EU will Flucht für wehrfähige Ukrainer erschweren

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Geht es nach der EU-Kommission, sollen wehrfähige Ukrainer nicht mehr automatisch einen Schutzstatus erhalten. Für alle anderen ukrainischen Geflüchteten soll er verlängert werden.

Archiv:  Ukrainische Soldaten der 33. mechanisierten Brigade evakuieren ihren Kameraden während einer Übung in der Region Charkiw.

EU will wehrfähigen Ukrainern Flucht vor Krieg erschweren (Symbolbild).

Quelle: dpa

Ukrainische Männer sollen sich einem Einsatz im Krieg gegen Russland künftig schwerer entziehen können und nicht mehr so einfach Zuflucht in Deutschland oder anderen EU-Staaten finden. 23- bis 60-Jährige, die von der Ukraine keine Ausreiseerlaubnis bekommen, sollen nach einem Vorschlag der Europäischen Kommission von den vereinfachten Aufnahmeregeln für Flüchtlinge ausgenommen werden.

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine finden in der Europäischen Union nach der sogenannten Massenzustromrichtlinie Aufnahme, ihre Schutzersuchen werden also nicht individuell geprüft. Das macht es Ukrainern bisher wesentlich leichter, in der EU Schutz zu erhalten, als flüchtenden Menschen aus anderen Ländern.

EU-Kommission folgt Bitte der Ukraine

Diese Regelung will die EU-Kommission um ein weiteres Jahr bis März 2028 verlängern. Das soll allerdings nicht mehr für die betroffenen Männer gelten: Nach Willen der Behörde müssten sie künftig einen Asylantrag stellen, hätten also deutlich geringere Aussichten auf Schutz und eine Aufenthaltserlaubnis. Deutschland und andere Mitgliedsländer hatten sich auf EU-Ebene in den vergangenen Wochen für eine solche Einschränkung ausgesprochen.

Archiv: Ein Mann geht auf einer Kundgebung zum 34. Unabhängigkeitstag der Ukraine mit der ukrainischen Nationalflagge am Rheinufer.

Im August 2025 lockerte die Ukraine die Ausreiseregeln für wehrfähige Männer. Seither haben viele Ukrainer im Alter von 18 bis 22 Jahren das Land verlassen – auch in Richtung Deutschland.

14.04.2026 | 9:24 min

Die EU-Kommission folgt nach eigenen Aussagen aber auch einer Bitte der Ukraine. Das von Russland angegriffene Land braucht weiter viele Soldaten. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mobilisiert die Ukraine monatlich bis zu 34.000 Mann. Aufgrund der hohen Zahl an Fahnenflüchtigen kann die Armee ihre Verluste damit jedoch kaum ausgleichen. Nach Auskunft von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird nach mehr als zwei Millionen Wehrpflichtigen gefahndet.

Ausreiseverbot für Männer zwischen 23 und 60 Jahren

Der vorliegende Vorschlag der EU-Kommission orientiert sich an den ukrainischen Ausreisebestimmungen: Männer zwischen 23 und 60 Jahren unterliegen dort weiter einem Ausreiseverbot. Für den Kriegsdienst eingezogen werden aktuell jedoch erst Wehrpflichtige ab 25 Jahren. Ausnahmen - die auch in der EU berücksichtigt werden sollen - gelten für Väter von mindestens drei minderjährigen Kindern oder für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen vom Wehrdienst freigestellt sind.

Der Vorschlag sehe vor, "dass neu ankommenden Personen kein vorübergehender Schutz gewährt werden soll, wenn sie die Ukraine aufgrund ihrer militärischen Verpflichtungen nach ukrainischem Recht nicht verlassen dürfen", sagte EU-Innenkommissar Magnus Brunner am Freitag in Brüssel. Es handele sich nicht um eine Form der Diskriminierung.

Wir sollten nicht in diese russische Propagandafalle tappen.

Magnus Brunner, EU-Innenkommissar

Ein ukrainischer Soldat der 24. mechanisierten Brigade in der Region Donezk unweit der Frontlinie, aufgenommen am 21.01.2025

Immer mehr junge Ukrainer fliehen vor dem Kriegsdienst. Für die Armee stellt das ein großes Problem dar. Für die Männer ist es eine Frage von Leben und Tod.

13.01.2026 | 2:11 min

Deutschland unterstützt Vorschlag der Kommission

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte seine Unterstützung für einen entsprechenden Vorschlag Anfang des Monats signalisiert. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich bereits vergangenes Jahr deutlich positioniert und von der ukrainischen Regierung strengere Ausreisebestimmungen für junge Männer gefordert.

Aktuelle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine finden Sie in unserem ZDFheute-Liveblog:

Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
Satellitenbild: Rauchgeneratoren auf der Krim-Brücke aufgenommen am 22.6.2026
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Quelle: dpa, AFP
Über den Ukraine-Krieg und seine Folgen berichtete das ZDF regelmäßig in seinen Sendungen.
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