Halbes Jahr nach Hamas-Angriff:Demo für Rückkehr der Geiseln in Jerusalem
Demonstration in Jerusalem: Sechs Monate nach der Attacke vom 7. Oktober haben ehemalige Geiseln und Angehörige von Verschleppten an die Menschen in der Gewalt der Hamas erinnert.
Auf den Tag genau sechs Monate nach dem Großangriff der Hamas auf Israel haben in Jerusalem Tausende Menschen für ein Abkommen zur Freilassung der im Gazastreifen verbliebenen Geiseln demonstriert. Die Organisation der Familienangehörigen hatte für Sonntagabend zu einer Kundgebung in Jerusalem aufgerufen.
Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 50.000 Menschen, die in Sprechchören forderten, die etwa 130 Geiseln, die noch in der Gewalt der Hamas sind, nach Hause zu bringen.
Demonstrierende erinnern an Schicksal der Geiseln
Die Protestierenden versammelten sich vor dem israelischen Parlamentsgebäude. Die Knesset befindet sich wegen des Pessach-Fests in einer Sitzungspause.
Angehörige der Geiseln erinnerten an die Feste der vergangenen sechs Monate, die ohne ihre Liebsten gefeiert werden mussten. Nun hofften sie auf eine Rückkehr zum Sedermahl des Pessach-Festes, einem der höchsten Feiertage im Judentum. Es wird in diesem Jahr vom 22. bis 30. April begangen.
Unmut gegenüber der Regierung wächst
Reuters berichtete von einer Umfrage des israelischen Senders N12 News, wonach 56 Prozent der Befragten der Ansicht sind, die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu tue zu wenig für die Befreiung der Geiseln. 36 Prozent gaben demnach an, die Regierung tue genug.
Immer wieder äußern die Menschen in Israel auf Demonstrationen ihren Unmut über die Regierung. Zuletzt stieg der Druck auf Netanjahu. Dem Regierungschef wird vorgeworfen, Zeit zu schinden. Er weist den Vorwurf zurück.
Mehr als 30 Geiseln nach israelischen Angaben tot
Im Morgengrauen des 7. Oktober 2023 waren Hunderte Kämpfer der Hamas und verbündeter islamistischer Gruppen vom Gazastreifen aus in den Süden Israels eingedrungen. In mehreren Ortschaften und auf einem Musikfestival töteten sie Hunderte Menschen auf grausamste Weise.
Insgesamt wurden mehr als 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Von ihnen werden noch immer etwa 130 festgehalten, mindestens 30 von sind mutmaßlich tot.
Knapp 100 Verschleppte dürften noch leben
Im Laufe einer einwöchigen Feuerpause Ende November hatte die Hamas 105 Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entließ Israel 240 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen. Knapp 100 der Geiseln dürften nach israelischen Schätzungen noch leben.
Als Reaktion auf den Angriff im Oktober startete Israel einen massiven Militäreinsatz im Gazastreifen, zunächst vor allem im Norden des Gazastreifens, dann in der als Hamas-Hochburg geltenden Stadt Chan Junis. Nach jüngsten Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei mehr als 33.100 Menschen getötet.
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