Druck auf Peking wächst durch Ölkrise
Frachter drehen ab, die Preise steigen: Chinas Abhängigkeit vom Golf-Öl wird zum Problem. Mit 20 Prozent höheren Spritkosten erreicht die Krise die Menschen in Peking.
Nach dem US-israelischen Angriff auf Iran gilt derzeit eine wacklige Waffenruhe. Die für den Handel wichtige Straße von Hormus ist weitgehend blockiert. Alle Entwicklungen live.
Frachter drehen ab, die Preise steigen: Chinas Abhängigkeit vom Golf-Öl wird zum Problem. Mit 20 Prozent höheren Spritkosten erreicht die Krise die Menschen in Peking.
Netanjahu sagt in seiner Videobotschaft, bei den Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon stünden für Israel zwei zentrale Ziele im Vordergrund: die Entwaffnung der Hisbollah und ein nachhaltiger Frieden. Es gehe ihm um "Frieden durch Stärke", fügt er hinzu. Weiter sagt Netanjahu, die USA hielten Israel über die Gespräche mit Iran auf dem Laufenden und sein Land sei auf jedes Szenario vorbereitet, sollte der Kampf mit Iran wieder aufflammen.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigt an, dass die Streitkräfte des Landes ihren Einsatz im Südlibanon fortsetzen und weitere Gebiete im Nachbarland unter ihre Kontrolle bringen würden. Derzeit konzentrierten sich die Kämpfe auf die strategisch wichtige Stadt Bint Dschbeil im Südlibanon, wo israelische Truppen im Begriff seien, "diese große Hochburg der Hisbollah zu beseitigen", sagt Netanjahu in einer Videoansprache. Er habe dem Militär Anweisungen erteilt, die Sicherheitszone im Südlibanon weiter Richtung Osten auszudehnen. Damit bezieht er sich auf Gebiete in Grenznähe, die derzeit von der israelischen Armee besetzt sind.
Die Republikaner von US-Präsident Trump haben im Senat erneut eine Resolution abgewiesen, die das US-Militär vorerst zum Rückzug aus dem Konflikt mit Iran gezwungen hätte. Dank ihrer Mehrheit in der Kongresskammer stimmten die Republikaner mit 52 zu 47 gegen das Vorhaben der Demokraten. Es war bereits das vierte Mal in diesem Jahr, dass der US-Senat dafür stimmte, sich in Bezug auf Militäreinsätze der Entscheidung des Präsidenten unterzuordnen.
Gemäß dem War Powers Act von 1973 muss der Kongress innerhalb von 60 Tagen nach Beginn eines Krieges diesen formal erklären oder den Einsatz von militärischer Gewalt genehmigen - eine Frist, die Ende April abläuft.
Angesichts der festgefahrenen Situation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran droht die US-Regierung der Führung in Teheran mit weiteren Sanktionen. So könnten beispielsweise Strafmaßnahmen gegen Unternehmen und Länder verhängt werden, die weiterhin iranisches Öl kaufen oder iranische Vermögenswerte verwalten, sagt US-Finanzminister Scott Bessent. "Die Iraner sollten wissen, dass dies das finanzielle Äquivalent zu den Bombenangriffen ist."
Trotz einer Waffenruhe melden sich nach Angaben des staatlichen Senders Irib immer mehr Iraner freiwillig für den Kriegsdienst. Demnach sollen sich mehr als 26 Millionen Menschen für die Kampagne "Leben opfern" registriert haben. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich. In Iran leben rund 90 Millionen Menschen. Laut Staatsfunk sollen die Freiwilligen zusätzlich zu den Truppen der Revolutionsgarden und der Armee eingesetzt werden. Zudem sind Menschenketten zum Schutz möglicher Angriffsziele geplant.
Beobachter weisen darauf hin, dass die Führung in Teheran den im Land entstandenen Nationalismus seit Beginn des Konflikts mit den USA und Israel zunehmend für Propaganda nutzt.
Die Vereinten Nationen begrüßen das erste Treffen zwischen hochrangigen Vertretern Israels und des Libanons seit Jahrzehnten. Es sei ein "erster wichtiger Schritt", um die immer wiederkehrende Gewalt zu beenden, die schon viel zu lange für viel Leid sorge, sagt der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq. "Die Aufrechterhaltung des Dialogs wird entscheidend sein, um offene Fragen zu klären und Fortschritte auf dem Weg zur Stabilität zu erzielen."
Haq verweist darauf, dass es nach Angaben der UN-Friedensmission Unifil trotz der Gespräche zu Kämpfen im Südlibanon komme. Jeden Tag würden dort Dutzende Orte vom israelischen Militär beschossen, während auch die Hisbollah Raketen abfeuere. Mehr als 1,2 Millionen Menschen seien durch die Kämpfe mittlerweile vertrieben worden, sagt Haq.
Die USA werden die Ausnahmegenehmigungen nicht verlängern, die den Kauf von iranischem und russischem Öl ohne US-Sanktionen ermöglichen. Dies sagt US-Finanzminister Scott Bessent vor Journalisten.
Berichte, wonach das Weiße Haus eine Waffenruhe im Iran-Krieg gefordert habe, sind laut der Sprecherin des US-Präsidialamts, Karoline Leavitt, falsch. Die Gespräche über eine zweite Verhandlungsrunde mit den Iranern seien allerdings produktiv. Diese Verhandlungen dürften wahrscheinlich wieder in Pakistan stattfinden.
Die Vereinten Nationen stellen 12 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe in Iran zur Verfügung. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher erklärt, mit dem Geld sollen Partnerorganisationen in die Lage versetzt werden, lebensrettende Hilfe in größerem Umfang zu leisten. Tausende Zivilisten seien getötet, Infrastruktur zerstört und grundlegende Dienste unterbrochen worden, schreibt Fletcher auf der Plattform X.
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Trotz wachsender Hoffnung auf eine Waffenruhe beschießen sich das israelische Militär und die Hisbollah im Libanon weiter gegenseitig. In der umkämpften Stadt Bint Dschubail im Südlibanon kam es nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen weiter zu heftigen Gefechten zwischen israelischen Truppen und Hisbollah-Kämpfern. Auch aus Ortschaften nahe der Küstenstadt Tyrus wurden schwere Artillerieangriffe gemeldet. Zudem flog die israelische Luftwaffe weitere Angriffe im Süden des Landes. Nach israelischen Medienberichten feuerte die Hisbollah erneut Dutzende Raketen auf den Norden Israels ab.
Ein unter maltesischer Flagge fahrendes Schiff hat als erster Rohöltanker seit Beginn der US-Blockade iranischer Häfen in westlicher Richtung die Straße von Hormus durchquert. Das geht aus Daten des Schiffsverfolgungsdienstes MarineTraffic hervor. Die Ankunft der "VLCC Agios Fanourios I" im irakischen Basra wird für morgen erwartet. MarineTraffic zufolge hatte der Tanker nach einem ersten Versuch fast zwei Tage lang im Golf von Oman geankert und dann einen neuen Anlauf genommen.
Bei mehreren israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens drei Rettungskräfte getötet worden. Israel habe "dreimal hintereinander Rettungsteams angegriffen", teilt das Ministerium mit. Ein vierter Rettungshelfer werde nach den Angriffen in der Ortschaft Maifadun vermisst. Zudem seien sechs Menschen verletzt worden.
Die Blockade der Straße von Hormus verhindert wichtige Öllieferungen nach China. Neben Exporten aus Iran sind auch Lieferungen aus Golfstaaten betroffen, mit Folgen für die Energieversorgung.
Centcom-Kommandeur Admiral Brad Cooper erklärt in einem X-Beitrag, die US-Streitkräfte hätten ihre Überlegenheit auf dem Meer im Nahen Osten behauptet und den Handel nach Iran und aus Iran über das Meer vollständig zum Erliegen gebracht. Rund 90 Prozent der Wirtschaft der Islamischen Republik seien vom Seehandel abhängig.
Im Konflikt mit Iran hat das US-Militär nach eigenen Angaben seine Sperre für die Schifffahrt erfolgreich umgesetzt. Während der ersten 48 Stunden der US-Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, sei keines der Schiffe an US-Streitkräften vorbeigekommen, teilt das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Zusätzlich hätten neun Schiffe der Aufforderung von US-Streitkräften entsprochen, umzukehren und zu einem iranischen Hafen oder einer Küstenzone zurückzukehren.
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Der Dax hat sich nach seiner deutlichen Vortageserholung stabil gezeigt. Angesichts der Vorschusslorbeeren gestern blieben die Anleger an der Seitenlinie, denn noch ist unklar, ob es in den kommenden Tagen tatsächlich zu einer weiteren Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran kommt. "Solange es keine dauerhafte Lösung des Konflikts gibt und die Straße von Hormus nicht frei befahrbar ist, gibt es keine Grundlage für eine nachhaltige Markterholung", kommentieren die Experten der Landesbank Helaba.
Mit einem Plus von 0,09 Prozent auf 24.066,70 Punkte ging der deutsche Leitindex aus dem Tag, womit er sich weiter klar über der Marke von 24.000 Zählern behauptete. Der MDax, der Index der mittelgroßen Börsenunternehmen, legte um 1,15 Prozent auf 30.887,08 Punkte zu. Im restlichen Europa wurden überwiegend Verluste verbucht.
In der laufenden Krisendiplomatie zur Beilegung der Iran-Krise ist Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, zu Gesprächen in Teheran eingetroffen. Munir gilt als einer der einflussreichsten Vermittler zwischen den USA und Iran. Der iranische Staatssender Irib meldet unter Berufung auf informierte Kreise, Munir solle eine Botschaft aus Washington überbringen. Diese stehe im Zusammenhang mit einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sowie einer Verlängerung der Waffenruhe.
Diplomatische Bemühungen Irans und anderer Länder in der Region könnten nach den Worten eines hochrangigen Hisbollah-Abgeordneten bald zu einer Waffenruhe im Libanon führen. Teheran nutze dabei die Blockade der Straße von Hormus als Druckmittel, sagt Ibrahim al-Mussawi der Nachrichtenagentur Reuters. Iran übe starken Druck auf die USA aus und fordere, den Libanon in eine Waffenruhe einzubeziehen. Andernfalls werde die Blockade der Meerenge fortgesetzt. "Das ist die wirtschaftliche Karte", erklärt Mussawi.
Der Druck auf die Minderheit der Bahai wächst seit dem US-Angriff auf Iran: Das berichtet Jascha Noltenius, Beauftragter für auswärtige Angelegenheiten der Gemeinde in Deutschland. "Wir merken Krisenzeiten sehr deutlich", sagt Noltenius bei einer Veranstaltung der Hilfswerke Renovabis und missio Aachen sowie der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Religiöse Minderheiten und insbesondere die Bahai würden zu Sündenböcken gemacht, die alltägliche Verfolgung nehme sofort zu.
Grundsätzlich hätten die Bahai als größte nichtislamische Minderheit Irans keinerlei Rechte, erklärt der Experte. Derzeit stünden zwei junge Bahai in großer Gefahr, hingerichtet zu werden.