Straße von Hormus:US-Blockade folgt auf Iran-Blockade: Was soll das bringen?
Nach Irans Seeblockade soll die US-Blockade folgen: US-Präsident Trump will die Straße von Hormus kontrollieren. Was er damit bezweckt und wie er das umsetzen will: ein Überblick.
Seit Februar hat Iran die Straße von Hormus gesperrt, wodurch der Schiffsverkehr um 90 Prozent zurückgegangen ist. Nun planen auch die USA eine Blockade - mit Nato-Unterstützung?
13.04.2026 | 2:31 minNach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen im Iran-Krieg fordert US-Präsident Donald Trump die Führung in Teheran erneut heraus. Mit der von ihm angekündigten Blockade der Straße von Hormus drohen eine weitere militärische Eskalation und erneut schwere Folgen an den Energiemärkten. Fragen und Antworten im Überblick:
Was genau haben die USA vor?
Zunächst hatte Trump angekündigt, die Durchfahrt jeglicher Schiffe in der Straße von Hormus mit Hilfe der US-Marine zu stoppen.
Das zuständige Regionalkommando Centcom stellte dann klar, dass nur Schiffe an der Durchfahrt gestoppt werden sollen, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen. Demnach schließt die Blockade iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade soll heute ab 16 Uhr MESZ beginnen.
X-Post vom Regionalkommando Centcom
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Praktisch dürfte das bedeuten, dass die US-Marine alle Schiffe stoppen oder zum Umkehren zwingen will, die einen Bezug zum iranischen Ölgeschäft haben. Tanker, die für Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate durch die Meerenge fahren, wären von der Blockade dagegen nicht betroffen und würden zumindest vom US-Militär wohl nicht an der Durchfahrt gehindert.
Laut Experten sei die geplante Seeblockade eine "einfache Sache für die Amerikaner." Man wolle den Iran "wieder an den Verhandlungstisch zwingen", so ZDF-Reporterin Jutta Sonnewald.
13.04.2026 | 3:18 minTrump hat die Streitkräfte auch angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an Iran gezahlt haben. Niemand, der eine "illegale Maut" entrichte, werde auf hoher See eine sichere Passage haben. Trump hat Iran der "Erpressung" beschuldigt und will auch von Iran gelegte Seeminen zerstören lassen.
Zugleich erwägen die USA nach Medienberichten auch neue Militärschläge in Iran, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen.
Weitere Eskalationen und der Bruch der Waffenruhe seitens USA könnte diese als "wütende, tobende Akteure" in die öffentliche Wahrnehmung rücken, so Sicherheitsexperte Christian Mölling.
13.04.2026 | 4:47 minWie können die USA die Blockade durchsetzen?
Nach US-Angaben wird die Blockade unabhängig gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt, die iranische Häfen ansteuern oder diese verlassen. Eine direkte Kontrolle der Straße von Hormus dürfte bedeuten, dass Soldaten der US-Marine diese Schiffe beobachten, eskortieren oder abfangen und wenn nötig auch an Bord gehen.
Seeleute sollen nach Centcom-Angaben die aktuellen Informationen verfolgen und per Funk auch Kontakt zur US-Marine aufnehmen, wenn sie das Gebiet durchfahren. Beim Kontakt zu Schiffen, die iranisches Öl exportieren, könnte es allerdings schnell zu Zwischenfällen und neuen militärischen Eskalationen kommen.
Die iranische Marine hat ein US-Kriegsschiff bereits davor gewarnt, die Straße von Hormus zu durchqueren und mit einem Angriff "innerhalb von 30 Minuten" gedroht, sollte das Schiff seinen Kurs fortsetzen. So könnte es auch iranische Angriffe geben auf US-Kriegsschiffe, die etwa versuchen, Inspektionen an Bord von Schiffen mit iranischem Bezug durchzuführen.
Wie viele Schiffe und Seeleute sind betroffen?
Nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) sitzen seit Ausbruch des Kriegs Ende Februar mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten im Persischen Golf fest. Darunter seien mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien. Die Vereinten Nationen sprechen von einer Lage, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs beispiellos sei.
Der Deutsche Reederverband hat auf US-Präsident Trumps Ankündigung einer Seeblockade in der Straße von Hormus verhalten reagiert. Er sieht kurzfristig keine Entspannung der Situation.
13.04.2026 | 0:25 minIn den Wochen seit Kriegsbeginn am 28. Februar zählte die Weltschifffahrtsorganisation IMO mindestens 21 Angriffe auf Handelsschiffe, bei denen zehn Seeleute getötet und weitere verletzt wurden. Vor Kriegsbeginn durchfuhren die Straße von Hormus täglich nach UN-Angaben rund 150 Schiffe, jetzt sind es im täglichen Durchschnitt nur noch vier oder fünf.
Was möchte Trump mit der Seeblockade erreichen?
Trump will mit der Blockade wohl vor allem die iranischen Einnahmen aus dem Ölexport kappen und verhindern, dass Teheran eine "Maut" für die Durchfahrt des Seewegs erhebt. Das würde den wirtschaftlichen Druck auf Teheran erhöhen und auch dessen Militärausgaben treffen. Ein nicht unerheblicher Teil der Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport fließt an die iranischen Streitkräfte und die Revolutionsgarde.
"Ich kann noch nicht erkennen, wie es eine politische Lösung zwischen diesen Extrempositionen geben kann, weil sich die Interessenlage praktisch ausschließt", so Norbert Röttgen, CDU, zu den Iran-Verhandlungen.
13.04.2026 | 4:51 minZugleich scheint Trump den Druck auch mit Blick auf die vorerst gescheiterten Gespräche erhöhen zu wollen, mit dem Ziel, neue Verhandlungen zu erzwingen. Ein Knackpunkt bleibt in den Gesprächen nach US-Darstellung, dass Iran sich bisher nicht dazu bekennen will, langfristig keine Atomwaffen anzustreben.
Iranischen Medienberichten zufolge soll es den größten Streit bei Fragen rund um die Straße von Hormus gegeben haben. Ob es neue Verhandlungen geben wird, ist unklar.
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