Iran-Krieg: So reagieren US-Verbündete Japan, Südkorea und Taiwan

Indopazifik unter Druck:Iran-Krieg verunsichert US-Verbündete in Asien

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Washington setzt neue militärische Prioritäten. In Japan, Südkorea und Taiwan steigt die Nervosität vor möglichen Folgen für Sicherheit und die Stabilität im Indopazifik.

Ein taiwanesischer Soldat im Hintergrund, im Vordergrund eine große Linse, in der sich zahlreiche weitere Soldaten spiegeln.

Der Iran-Krieg lenkt die Aufmerksamkeit der USA auf den Nahen Osten. Das löst Sorgen aus, auch in Taiwan (Archivbild).

Quelle: epa

Donald Trumps Krieg gegen Iran erschüttert die Beziehungen Washingtons zu seinen Verbündeten weltweit. Auch wenn sich sein Unmut bislang vor allem gegen Europa und die Nato richtet, verfolgen auch Amerikas Partner in Asien die Entwicklung mit wachsender Nervosität.

Sie fragen sich, ob Abfangraketen, Kriegsschiffe und Truppen, die eigentlich zur Abschreckung gegen China und Nordkorea dienen, verstärkt in den Persischen Golf verlegt werden. Zum Teil ist das bereits passiert. Noch drängender ist aber die Frage, wie verlässlich Washingtons Sicherheitsgarantien im Ernstfall überhaupt noch sind.

Profitieren könnte ausgerechnet der gemeinsame Rivale China: Auf einen Ölpreisschock ist die Volksrepublik dank strategischer Reserven und teils russischer Pipeline-Lieferungen besser vorbereitet als die US-Verbündeten in der Region. Die abgelenkten USA könnten Pekings ohnehin selbstbewusstes Auftreten in der Taiwanstraße und im Südchinesischen Meer weiter befeuern.

Ein LKW an einem Öl-Terminal in Yokohama.

Der Konflikt wirkt weit über die Region hinaus: Besonders asiatische Volkswirtschaften leiden unter ihrer starken Abhängigkeit von Energie aus den Golfstaaten.

20.03.2026 | 1:32 min

Südkorea

Jahrzehntelang galt die Allianz zwischen Seoul und Washington auf beiden Seiten als eisern und unantastbar. Seit Donald Trumps zweiter Amtszeit und besonders seit Beginn des Iran-Kriegs hat sich in Seoul jedoch tiefe Unsicherheit ausgebreitet.

Denn wie vielen Nato-Staaten hat Trump auch Südkorea wiederholt vorgeworfen, zu wenig für den amerikanischen Schutz zu zahlen und das Bündnis auszunutzen. Zugleich drohte er mehrfach, die rund 28.500 in Südkorea stationierten US-Soldaten abzuziehen.

Anfang März berichtete die "Washington Post", die US-Armee würde Teile eines in Südkorea stationierten Raketenabwehrsystems in den Nahen Osten verlegen. "Wir haben zwar unsere Opposition geäußert, aber die Realität ist, dass wir unsere Position nicht vollständig durchsetzen können", sagte Südkoreas Präsident Lee Jae Myung damals - ohne jedoch den Abzug der US-Militärausrüstung offiziell zu bestätigen.

China Congress

Nach den amerikanisch‑israelischen Angriffen und der Tötung von Chamenei verurteilt China die "Ermordung eines Staatsoberhaupts“. Doch sonst bleibt Peking im Konflikt zurückhaltend.

05.03.2026 | 2:37 min

Japan

Japan gilt zwar als engster US-Alliierter im Indopazifik, ist jedoch nicht vor Provokationen durch Trump gefeit. Als Ministerpräsidentin Sanae Takaichi im März den US-Präsidenten im Weißen Haus besuchte, irritierte er die japanische Regierungschefin mit einem historischen Vergleich zu Pearl Harbor. So sprach der 79-Jährige darüber, dass die USA beim Angriff auf den Iran das Überraschungsmoment genutzt hätten.

Wer kennt sich mit Überraschungen besser aus als Japan?

... fragte Trump und sorgte für Gelächter im Raum. "Warum haben sie mir nichts über Pearl Harbor gesagt?", so Trump an die Japaner gerichtet. Japan hatte am 7. Dezember 1941 den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii bombardiert.

Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer

Im Februar hatte Trump den größten Flugzeugträger der Welt, die «USS Gerald R. Ford», von der Karibik in den Nahen Osten entsandt. Auch die «USS Abraham Lincoln» ist im Arabischen Meer stationiert.

28.02.2026 | 1:23 min

Trump verunsicherte die Japaner jedoch nicht nur rhetorisch. Japanische Medien berichteten in den vergangenen Wochen, dass mehrere US-Militäreinheiten aus dem ostasiatischen Land in Richtung Naher Osten verlegt wurden. Dazu zählt auch die in Sasebo stationierte USS Tripoli mit Marines und weiteren Seeleuten an Bord. Auch zwei in Yokosuka stationierte Lenkwaffenzerstörer operieren inzwischen im Arabischen Meer.

Zugleich zeigt sich eine Lücke bei den US-Flugzeugträgern im Indopazifik: Die "USS Abraham Lincoln" wurde aus dem Südchinesischen Meer abgezogen und ist inzwischen im Nahen Osten im Einsatz. Damit ist die "USS George Washington" der einzige in Asien stationierte US-Flugzeugträger. Sie befindet sich derzeit allerdings in Wartung in Yokosuka.

Taiwans Oppositionsführerin Cheng und Chinas Machthaber Xi Jingping

China droht immer wieder damit, Taiwan zu besetzen. Jetzt besucht Taiwans Oppositionsführerin China und wirbt für gemeinsame Friedensbemühungen. Was steckt dahinter? ZDFheute live analysiert.

10.04.2026 | 12:30 min

Taiwan

Der demokratisch regierte Inselstaat, den sich China notfalls auch mit einer Invasion einverleiben will, ist abhängig von US-Waffenlieferungen, mit denen Washington Taiwans Verteidigung unterstützt. Den Einfluss des Iran-Kriegs auf die US-Präsenz im Asien-Pazifik-Raum hält der taiwanische Experte Su Tzu-yun für überschaubar. Insgesamt hätten die USA keinen großangelegten Abzug von Frontverteidigungssystemen vorgenommen, sagt der Direktor des Forschungsinstituts für Verteidigungsstrategie und -ressourcen.

Mittel- und langfristig könnte der Krieg laut Su Auswirkungen auf US-Waffenverkäufe an Taiwan haben, kurzfristig eher nicht. Der Experte verwies darauf, dass die USA im Iran-Krieg mehr Patriot-Raketen verwendet hätten, als sie jährlich herstellten. Für Taiwan unterstreiche dies, wie wichtig die heimisch produzierten "Tien Kung"-Raketen seien.

Taiwan erlebt seit einigen Jahren beinahe täglich Militärübungen der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Durch den Iran-Krieg könnte das Vertrauen der Taiwaner in die USA zwar leicht beeinträchtigt werden, meint Su. Doch die Öffentlichkeit habe mittlerweile auch psychologische Widerstandsfähigkeit entwickelt.

Quelle: dpa
Über das Thema Iran-Krieg berichtet das ZDF fortlaufend, über die Auswirkungen für Asien die heute-Sendung am 20.03.2026 um 19:00 Uhr.

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