Trumps Ex-Berater Weinstein zu Iran:"Nicht unser Krieg?": So eine Aussage "stört uns"
Der Iran-Krieg ist "nicht unser Krieg", heißt es von Seiten der Bundesregierung. Kenneth Weinstein, der Ex-Berater von US-Präsident Trump, reagiert darauf mit Unverständnis.
US-Präsident Trump hat Kanzler Merz für Deutschlands Zurückhaltung im Iran-Krieg scharf kritisiert.
28.03.2026 | 0:18 minZDFheute: Ist US-Präsident Donald Trump vorübergehend frustriert über Kanzler Friedrich Merz wegen des Iran-Kriegs oder gibt es hinter den Kulissen mehr, also tieferliegende Frustrationen?
Kenneth Weinstein: Dieses "Das ist nicht unser Krieg" - das ist ein Problem. Präsident Trump hat ja nie gesagt: Die Ukraine ist nicht unser Krieg. Trump war frustriert über Selenskyj, über Putin, manchmal über die Europäer, weil sie nicht genug getan haben.
Aber so eine Aussage hat er noch nie gemacht. Ich glaube, das stört ihn besonders. Ehrlich gesagt, es stört uns.
Kenneth Weinstein, ehemaliger Berater von Donald Trump
Die deutsche Regierung sagt, die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson. Und das hier ist ein existenzieller Krieg für Israel. Es ist auch ein existenzieller Krieg für Europa. Mittelstreckenraketen könnten Paris, London und Berlin erreichen.
So zu tun, als ginge dieser Krieg Europa nichts an und als würde man von dessen Ausgang nicht profitieren, ist schlicht falsch.
In der Ukraine wächst die Sorge vor mangelnder Unterstützung durch die USA. Auf US-Präsident Trump könne man kaum noch bauen, sagt Volodymyr Fesenko vom Zentrum für Friedensforschung "Penta".
12.04.2026 | 0:13 minZDFheute: Was sind die Konsequenzen? Zum Beispiel in Bezug auf die Ukraine?
Weinstein: Trump könnte sagen: Die Ukraine ist nicht unser Krieg. Kümmert Euch selbst darum. So weit sind wir noch nicht, aber es erhöht den Druck.
Kenneth Weinstein, geboren 1961, war einer der engsten Berater von Donald Trump in dessen erster Amtszeit als US-Präsident.
ZDFheute: Angenommen, Deutschland beharrt auf der Position, dass Iran "nicht unser Krieg" ist. Was könnte Deutschland denn realistischerweise tun?
Weinstein: Deutschland hat außergewöhnliche Fähigkeiten zur Minenräumung, die bereits im Ersten Weltkrieg entwickelt wurden. Diese könnten problemlos in der Straße von Hormus eingesetzt werden.
Auch Japan hat solche Fähigkeiten, ist aber verfassungsrechtlich eingeschränkt. Deutschland sollte ernsthaft in Betracht ziehen, diese Fähigkeiten einzubringen.
Aus dem Archiv: Im März sagte Weinstein, Kanzler Merz gehöre nicht zu Trumps "Inner Circle".
02.03.2026 | 0:41 minZDFheute: Glauben Sie, dass sich die USA aus der Nato zurückziehen werden?
Weinstein: Nein, das glaube ich nicht. Trump mag sehr frustriert sein.
Aber am Ende des Tages ist die Nato ein großer Pluspunkt für die nationale Sicherheit der USA.
Kenneth Weinstein, ehemaliger Berater von Donald Trump
Das bedeutet aber auch, dass die Europäer wirklich ihre eigene Verantwortung übernehmen müssen. Da war Merz ja bereits sehr deutlich, sowohl in strategischer Hinsicht als auch bei dem Punkt, dass Europa mehr tun muss. Das wird für die Zukunft entscheidend sein.
US-Vizepräsident JD Vance konnte bei den Friedensgesprächen in Pakistan keine Einigung mit Iran erzielen. ZDFheute live analysiert, wie es nach den ergebnislosen Verhandlungen weitergeht.
12.04.2026 | 32:50 minDas Problem ist, dass dieser Krieg den Vereinigten Staaten und Israel sehr viel bedeutet. Wir haben den Eindruck, dass die Beziehung zwischen den USA und Israel viel stärker sein könnte als die zwischen den USA und Europa.
Das Interview führten Nicola Wenz und Christiane Hübscher, Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio.
Mehr zum Thema sehen Sie um 19:10 Uhr in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" mit Andrea Maurer.
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