Sicherung der Straße von Hormus:Trump kritisiert "Freund Friedrich" und wettert gegen Nato
Der US-Präsident beklagt erneut ausbleibende Hilfe von der Nato bei der Sicherung der Straße von Hormus. Dabei nimmt er auch Bundeskanzler Merz ins Visier.
In Frankreich sind die G7-Außenminister zusammengekommen. Eine zentrale Frage der Beratungen: die US-Strategie im Krieg gegen Iran.
28.03.2026 | 2:46 minUS-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wegen fehlender Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert. Der Republikaner attackierte bei einem Kongress in Miami im US-Bundesstaat Florida erneut zunächst die Nato-Verbündeten Frankreich und Großbritannien - und kam dann auf Deutschland zu sprechen:
Der deutsche Bundeskanzler - das sind alles meine Freunde - Friedrich. Der deutsche Bundeskanzler, er sagte: 'Das ist nicht unser Krieg.'
Donald Trump, US-Präsident
Trump schob nach, dann sei auch der Ukraine-Krieg nicht Sache der USA.
Die G7-Außenminister diskutieren über die US-Strategie im Nahen Osten. Bei dem Treffen geht es zudem um das transatlantische Verhältnis. ZDF-Korrespondentin Sonnewald berichtet.
28.03.2026 | 2:59 minTrump stört sich an deutscher Haltung
Bereits am Vortag hatte Trump Deutschland kritisiert. Er habe es als "unangemessen" empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei: "Das ist nicht unser Krieg." Trump nannte dabei allerdings keinen konkreten Namen und schrieb die Äußerung der Spitze Deutschlands ("the head of Germany") zu. Der Satz stammt ursprünglich von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an Iran zur Freigabe der Straße von Hormus erneut verlängert. Bis zum 6. April werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte er an.
27.03.2026 | 0:19 minMerz hatte unlängst bei einem Besuch in Norwegen gesagt: "Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden."
Trump zweifelt an Unterstützung für Nato-Partner
Darüber hinaus stellte der US-Präsident erneut die Unterstützung anderer Nato-Partner infrage. "Wir wären immer für sie da gewesen, aber jetzt, angesichts ihres Verhaltens, müssen wir das wohl nicht mehr, oder?", sagte Trump in Miami. Trump kritisierte das Bündnis scharf dafür, dass es den USA im Krieg mit Iran nicht zur Seite stehe.
Ich glaube, es war ein gewaltiger Fehler, dass die Nato einfach nicht da war.
Donald Trump, US-Präsident
Trump zufolge geben die USA jährlich Hunderte Milliarden Dollar für die Sicherheit der Verbündeten aus. "Warum sollten wir für sie da sein, wenn sie nicht für uns da sind?", fragte er.
Verteidigungsminister Pistorius hat einen deutschen Beitrag zur Absicherung einer möglichen Waffenruhe im Iran-Krieg in Aussicht gestellt. Auch der Schutz der Straße von Hormus sei möglich.
26.03.2026 | 0:22 minTrump wollte Hilfe von der Nato
Der Krieg in Iran hatte bereits zuvor für Spannungen im transatlantischen Verhältnis gesorgt. Trump hatte die Nato-Partner als "Feiglinge" beschimpft, da diese sich nicht an einem militärischen Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus beteiligen wollten. Am Donnerstag schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social: "Die USA brauchen nichts von der Nato."
Auf Trumps Kritik an Deutschland vom Vortag hatte am Freitag die Bundesregierung zurückhaltend reagiert. "Wir kommentieren jetzt nicht jede Äußerung anderer Staatsoberhäupter und werden auch in diesem Fall diese Äußerung intern bewerten", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Man stehe im engen Kontakt mit der US-Regierung. "Aber es ist jetzt keine Äußerung, die uns den Schlaf raubt", fügte er hinzu.
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