Iran-Krieg: Israel und Libanon verhandeln - worum es geht

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Eskalation im Iran-Krieg:Israel und Libanon verhandeln: Worum es geht

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Im Iran-Krieg eskalierte auch die Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon. Nach mehr als sechs Wochen Krieg kommt es nun zu einem historischen Treffen.

Anwohner und Mitarbeiter des Zivilschutzes suchen in den Trümmer eines nach einem israelischen Luftangriff eingestüzten Hauses nach Opfern, aufgenommen am 13.04.2026

In Washington sollen am heutigen Dienstag Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon beginnen.

Quelle: epa

Israel und die Regierung des Libanon wollen direkte Gespräche auf politischer Ebene führen - zum ersten Mal seit Jahrzehnten. Das Treffen findet am Nachmittag deutscher Zeit in der US-Hauptstadt Washington statt.

Zunächst werden neben US-Außenminister Marco Rubio die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und der israelische Botschafter in Washington, Jechiel Leiter, daran teilnehmen.

Worum geht es bei den Gesprächen?

Bereits zum zweiten Mal in rund zwei Jahren befinden sich Israel und die Hisbollah im Libanon in einem offenen Krieg. Eine zwischenzeitliche Waffenruhe war äußerst fragil. Beide Seiten warfen sich stetige Verstöße vor. Israel griff trotz Waffenruhe nahezu täglich weiter im Libanon an und blieb auch an mehreren Stellen im Nachbarland positioniert. Mit dem Iran-Krieg feuerte schließlich auch die Hisbollah wieder Raketen in Richtung Israel.

Israel und der Libanon (Karte)

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Für die Gespräche verfolgen Israel und der Libanon zunächst unterschiedliche Ziele. Die libanesische Regierung will vor allem eine sofortige Deeskalation, Israel dagegen grundlegende sicherheitspolitische Veränderungen durchsetzen.

Die Zeitung "Israel Hajom" berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen US-Diplomaten, Ziel der Verhandlungen sei eine schrittweise Normalisierung der Beziehungen und der Beitritt des Libanons zu den sogenannten Abraham-Abkommen. Diese hatte US-Präsident Donald Trump 2020 in seiner ersten Amtszeit auf den Weg gebracht. In der Folge normalisierten die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan ihre Beziehungen zu Israel.

Was will Israel?

Laut dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu möchte sein Land ein "dauerhaftes Friedensabkommen" mit dem Nachbarland Libanon. Zudem solle die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz im Fokus der Verhandlungen stehen.

Das militärische Vorgehen gegen die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz will Israel laut Medienberichten zunächst aber nicht beenden - trotz der Aufnahme der Verhandlungen. Libanons Regierung hatte dies gefordert. Die Intensität der israelischen Angriffe in der Hauptstadt Beirut hat zuletzt aber deutlich abgenommen - dem Vernehmen nach auf Druck der USA.

Im Süden gehen die Kämpfe jedoch weiter. Iran hatte zunächst gedroht, die kürzlich vereinbarte Waffenruhe mit den USA angesichts der israelischen Angriffe auf die verbündete Hisbollah im Libanon platzen zu lassen. Israel bekämpft eigenen Angaben zufolge die Hisbollah, damit die Bevölkerung in Nordisrael in Sicherheit leben kann. Derzeit feuert die Hisbollah immer wieder Raketen und Drohnen auf die Gegend.

Bilder aus Beirut

Kurz nach Verkündung einer Feuerpause flog Israel vergangene Woche schwere Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Libanon. Hunderte Tote und scharfe Reaktionen aus Teheran zeigen, wie brüchig die Lage ist.

09.04.2026 | 1:33 min

Für die libanesische Zivilbevölkerung ist der Krieg verheerend. Hunderttausende wurden wegen der israelischen Angriffe und Bodeneinsätze vertrieben. Unter den mehr als 2.000 Toten sind auch zahlreiche Zivilistinnen und Zivilisten. Israel spricht von mehr als 1.400 getöteten Hisbollah-Mitgliedern.

Was ist die Position der libanesischen Regierung?

Die libanesische Regierung ist im aktuellen Konflikt keine aktive Kriegspartei. Einerseits möchte sie weitere Eskalationen vermeiden und Stabilität im eigenen Land sichern, andererseits hat sie nur begrenzten Einfluss auf die von Iran finanzierte und teils auch gesteuerte Hisbollah.

Die aktuelle Regierung hat sich so klar wie keine ihrer Vorgängerinnen gegen die Hisbollah positioniert. Insbesondere seit Ausbruch des Iran-Krieges hat sie mehrere Maßnahmen eingeleitet, um den iranischen Einfluss im Land zurückzudrängen. Präsident Joseph Aoun hat sich bereits mehrfach für Gespräche mit Israel ausgesprochen. Die Regierung möchte eine von Iran unabhängige Waffenruhe durchsetzen, um sich von der Islamischen Republik zu entkoppeln.

Christian Mölling | Politikwissenschaftler und Direktor Denkfabrik „EDINA“

Sicherheitsexperte Christian Mölling spricht im Video über aktuelle Entwicklungen im Iran-Krieg und die Frage, wie die USA sich positionieren könnten.

13.04.2026 | 4:47 min

Sie muss aber gleichzeitig auch die Balance wahren: Rund ein Drittel der Bevölkerung in dem multikonfessionellen Land sind schiitische Muslime. Schon jetzt gab es immer wieder Unruhen und auch Demonstrationen gegen die Entscheidung der Regierung, mit Israel Gespräche zu führen.

Welche Position vertritt die Hisbollah?

Die Hisbollah lehnt die Gespräche zwischen der Regierung und Israel ab. Sie will ihre militärische und politische Rolle im Land sichern. Die Miliz fordert, dass die Waffenruhe im Libanon Teil der iranisch-amerikanischen Verhandlungen ist, also nicht getrennt behandelt wird.

Besonders ihre von Israel geforderte Entwaffnung will die Hisbollah nicht ohne Gegenleistung akzeptieren. Sie fordert den kompletten Abzug der israelischen Truppen im Land. Beobachter gehen davon aus, dass Iran bei einer Entwaffnung der Hisbollah mehr Macht für die schiitische Gemeinschaft im Libanon fordern könnte. Die Hisbollah sieht sich selbst als "Widerstandskraft" gegen den erklärten Erzfeind Israel.

Houthi supporters wave an Iranian flag and brandish a weapon during a solidarity rally with Iran following the US-Iran ceasefire deal, in Sana'a, Yemen, 10 April 2026.

Seit mehr als sechs Wochen greifen die USA und Israel Ziele in Iran an. Dennoch bleibt ein Sieg bisher aus und die USA kämpfen zunehmend mit steigenden Kriegskosten.

10.04.2026 | 2:33 min

Quelle: dpa, tai
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 14.04.2026 ab 5:30 Uhr.

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