Trump als Jesus? Präsident löscht KI-Bild nach heftiger Kritik

Kritik von Republikanern und Meloni:Warum selbst Trump-Fans nach seinem Jesus-Bild sauer sind

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Nach Vorwürfen der Gotteslästerung hat Donald Trump ein umstrittenes KI-Bild gelöscht. Zuvor hatte er Papst Leo attackiert - und damit auch Teile der Republikaner irritiert.

Diese am 13. April 2026 erstellte Fotoillustration zeigt ein Bild von US-Präsident Donald Trump auf einem Bildschirm sowie ein KI-generiertes Bild von Trump als eine Art Jesus.

US-Präsident Donald Trump hat den Papst nach dessen Friedensappell hart kritisiert. Nun erntet er Kritik - auch für ein ein KI-generiertes Bild.

Quelle: AFP

Ein von US-Präsident Donald Trump veröffentlichtes KI-Bild hat den Konflikt mit Papst Leo XIV. weiter verschärft - und mit Trumps eigenem Lager. Das gemäldeähnliche Bild zeigte den Präsidenten als eine Art Jesus-Figur in einem weißen Gewand, der seine scheinbar heilende Hand auf dem Kopf eines Mannes hielt. Es wurde am Montag gelöscht.

Trump bestritt, dass das Bild ihn als eine Art Heiligen darstellen solle. Vor Journalisten vor dem Weißen Haus sagte er:

Das soll mich als Arzt zeigen, der Menschen heilt, und ich heile Menschen.

Donald Trump, US-Präsident

Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. ist auf Afrika-Reise. In Algerien rief er zu Frieden und Vergebung auf. Dabei wies er auch auf seine eigene Rolle als Mann des Glaubens hin.

14.04.2026 | 2:39 min

Trump attackiert Papst verbal

Das Bild war am Sonntag auf Trumps Plattform Truth Social veröffentlicht worden. Dort hatte Trump den aus Chicago stammenden Papst Leo XIV. als "schwach" bei der Kriminalitätsbekämpfung und "schrecklich" für die Außenpolitik bezeichnet. "Leo sollte sich als Papst zusammenreißen." Vor Journalisten sagte Trump später, er halte nicht viel von ihm.

Das für seine bedachte Wortwahl bekannte Oberhaupt der katholischen Kirche hatte sich als entschiedener Kritiker des Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs positioniert. Die Drohung Trumps, die iranische Zivilisation zu zerstören, nannte der Papst inakzeptabel. Zudem forderte er ein Nachdenken über die Behandlung von Migranten in den USA.

Trump hingegen sieht keinen Anlass, sich nach seiner Verbalattacke beim Oberhaupt der katholischen Kirche zu entschuldigen. Der Pontifex habe seine Kritik am Iran-Krieg öffentlich gemacht, darauf habe er lediglich reagiert, sagte Trump bei einem Auftritt vor dem Oval Office am Montag. Es gebe nichts, wofür er sich entschuldigen müsse, sagte Trump. "Er liegt falsch", sagte er über den Papst.

Papst Leo XIV. in Rom am 12. April 2026

US-Präsident Trump hat Kritik von Papst Leo XIV. an seiner Politik harsch zurückgewiesen. Er sei "kein großer Fan". Der Papst hatte am Samstag im Kontext des Iran-Kriegs zu Frieden aufgerufen.

13.04.2026 | 1:01 min

Leo XIV. bleibt bei seiner Haltung

Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken blieb am Montag bei seiner Haltung. "Ich werde mich weiter lautstark gegen den Krieg aussprechen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters auf einem Flug nach Algier zum Auftakt seiner Afrika-Reise. Er wolle den Frieden fördern sowie den Dialog und die Beziehungen zwischen Staaten voranbringen, um nach gerechten Lösungen für Probleme zu suchen. Es gebe derzeit zu viel Leid.

Zu viele unschuldige Menschen werden getötet. Und ich denke, jemand muss aufstehen und sagen, dass es einen besseren Weg gibt.

Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. spricht den Segen Urbi et Orbi

Papst Leo XIV. feierte in Rom seine erste Ostermesse als Kirchenoberhaupt. Vor tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz mahnte er zu Frieden und sprach den Segen "Urbi et Orbi" .

05.04.2026 | 1:37 min

KI-Bild sorgt für Empörung in Trumps eigenem Lager

In den USA kam die Kritik am KI-Bild des Präsidenten auch von seinen Verbündeten. Brilyn Hollyhand, der frühere Co-Vorsitzende des Jugendbeirats der Republikanischen Partei (RNC), schrieb auf X:

Das ist schwere Gotteslästerung. Der Glaube ist keine Requisite. Man muss sich nicht als Retter inszenieren, wenn die eigene Erfolgsbilanz für sich sprechen sollte.

Brilyn Hollyhand, früherer Co-Vorsitzender des Jugendbeirats der Republikanischen Partei

Die Trump-nahe Podcasterin und Kommentatorin Megan Basham schrieb auf X: "Ich weiß nicht, ob der Präsident dachte, er sei witzig, oder ob er unter dem Einfluss irgendeiner Droge steht, oder welche mögliche Erklärung er für diese ungeheuerliche Blasphemie haben könnte."

X-Beitrag von Megan Basham

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Zahlreiche weitere Nutzer riefen den Präsidenten auf, das Bild zu löschen.

Papst Leo XIV. steht inmitten vieler Personen. Er begrüßt Menschen bei seiner Ankunft zu einem Pastoralbesuch in der Basilika Sacro Cuore di Gesù im römischen Stadtteil Castro Pretorio im Februar 2026.

Seit Mai 2025 führt Papst Leo XIV. die katholische Kirche. Wohin geht die Reise? Kann er die Polarisierung in der Kirche beenden? Kommen notwendige Reformen? Eine Doku mit einer ersten Bilanz.

02.04.2026 | 43:35 min

Ungewöhnliche Kritik aus Europa

Trumps Kritik an Papst Leo XIV. löste auch im katholischen Italien Empörung aus. "Ich halte die Worte von Präsident Trump gegenüber dem Heiligen Vater für inakzeptabel", erklärte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Montag.

Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche, und es ist richtig und normal, dass er zum Frieden aufruft und jede Form von Krieg verurteilt.

Giorgia Meloni, Italiens Ministerpräsidentin

Meloni war die einzige europäische Regierungschefin, die 2025 an den Feierlichkeiten zu Trumps Amtseinführung in den USA teilnahm. In einer ersten Reaktion auf Trumps Kritik hatte sie zwar Leo XIV. unterstützt, war jedoch nicht ausdrücklich auf Trumps Angriff eingegangen.

Die Opposition in Italien warf ihr deshalb vor, nicht den Mut zu haben, Trump direkt zu kritisieren. Daraufhin gab sie ihre zweite Erklärung ab.

Die italinenische Ministerpräsidentin Meloni, US-Präsident Trump und der indische Premierminister Modi (von l. nach r.) vor einer Weltkarte.

Rund 74 % der Weltbevölkerung leben in Autokratien, so der aktuelle „Varieties of Democracy“-Bericht. Demokratieforscherin Marina Nord analysiert, warum Demokratien verschwinden - ZDFheute live.

18.03.2026 | 22:18 min

Folgen für die anstehenden Kongresswahlen?

Unklar blieb zunächst, ob der Streit zwischen Washington und Rom Folgen für die im November anstehenden Kongresswahlen haben wird. Christen bilden einen wichtigen Teil von Trumps Anhängerschaft, darunter auch Katholiken. Sie trugen maßgeblich zu seinem Wahlsieg 2024 bei.

Mindestens acht Mitglieder von Trumps Kabinett sind Katholiken, darunter Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio.

Quelle: Reuters, AP, AFP
Über dieses Thema berichtete unter anderem das heute journal am 13.04.2026 ab 21:45 Uhr.

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