Trump attackiert Papst: Vatikan sieht "Ohnmacht"

"Papst sollte sich zusammenreißen":Trump attackiert Papst: Vatikan sieht "Ohnmacht"

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"Leo sollte sich als Papst zusammenreißen": Der US-Präsident hat den Papst nach dessen Friedensappell hart kritisiert. Der Vatikan reagiert prompt: Trumps Attacke zeige "Ohnmacht".

Papst Leo XIV. in Rom am 12. April 2026

US-Präsident Trump hat Kritik von Papst Leo XIV. an seiner Politik harsch zurückgewiesen. Er sei "kein großer Fan". Der Papst hatte am Samstag im Kontext des Iran-Kriegs zu Frieden aufgerufen.

13.04.2026 | 1:01 min

Als "Deklaration der Ohnmacht" hat ein Vatikan-Offizieller die Verbalattacke von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. eingeordnet. Der Jesuit Antonio Spadaro, Untersekretär in der Kulturbehörde des Vatikans, schrieb am Morgen in Sozialen Medien: "Wenn politische Macht eine moralische Stimme attackiert, dann liegt es oft daran, dass sie diese Stimme nicht in ihre Schranken weisen kann."

X-Post von Antonio Spadaro

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Spadaro fährt fort: "Trump argumentiert nicht mit Leo, er fleht ihn an, eine Sprache zu benutzen, die er kontrollieren kann. Aber der Papst spricht eine andere Sprache. Eine, die nicht auf die Grammatik von Gewalt, Sicherheit und nationalem Interesse reduziert werden kann."

In diesem Sinn ist die Attacke eine Deklaration der Ohnmacht. Weil sie nicht in der Lage ist, diese Stimme ungehört zu machen, versucht die Macht, sie zu delegitimieren. Aber indem sie das tut, erkennt sie indirekt ihr Gewicht an.

Antonio Spadaro, Untersekretär in der Kulturbehörde des Vatikans

Der italienische Jesuit Spadaro (59) ist seit 2023 dritter Mann im vatikanischen Dikasterium für Kultur und Bildung. Zuvor war er Chefredakteur der einflussreichen Jesuitenzeitschrift "La Civiltà Cattolica".

Papst Leo XIV.

An diesem Osterfest werden wir einen relativ fitten, neuen Papst erleben, der auch politisch Einfluss nimmt – und die Friedensbotschaft bleibt.

02.04.2026 | 2:09 min

Auch Papst Leo XIV. weist Trumps Kritik zurück

Papst Leo XIV. selbst sagte nach Trumps Kritik: "Was ich sage, ist keineswegs als Angriff auf irgendjemanden gemeint." Er sei kein Politiker. "Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden." Zugleich betonte Leo: "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung."

Das Oberhaupt der Katholischen Kirche fügte hinzu: "Die Botschaft des Evangeliums ist ganz klar: 'Selig sind die Friedfertigen.' Ich werde mich nicht scheuen, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Meine Botschaft auf eine Stufe mit dem zu stellen, was der Präsident hier zu tun versucht, bedeutet, die Botschaft des Evangeliums nicht zu verstehen. Und es tut mir leid, das zu hören, aber ich werde weitermachen mit dem, was ich für die Mission der Kirche halte."

Trump: "Leo schadet der Kirche"

Trump hatte Sonntagnacht auf seiner eigenen Plattform geschrieben, Leo XIV. sei "SCHWACH im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik". Zuvor hatte sich das Kirchenoberhaupt wiederholt kritisch über Kriegsrhetorik und Kriegsführung des US-Präsidenten geäußert. "Leo sollte dankbar sein", so Trump weiter.

Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan.

US-Präsident Donald Trump

"Er stand auf keiner Liste der Papstkandidaten und wurde von der Kirche nur deshalb dort draufgesetzt, weil er Amerikaner war und man dachte, das wäre der beste Weg, um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen."

Trump warf seinem Landsmann vor, sich selbst und der Kirche mit seiner "laschen" Haltung zu schaden:

Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker.

US-Präsident Donald Trump

US-Bischöfe bestürzt über Wortwahl

Trumps Attacke gegen den Papst wurde auch von den US-Bischöfen bereits verurteilt. "Ich bin bestürzt darüber, dass der Präsident derart abfällige Worte über den Heiligen Vater gewählt hat", heißt es in einer Mitteilung vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Paul Coakley.

Der Papst sei weder ein Gegner des US-Präsidenten, noch ein Politiker. "Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums spricht und für das Heil der Seelen eintritt", so der Erzbischof von Oklahoma City.

Leo XIV

Wer ist der Papst mit US-amerikanischem Pass und peruanischer Staatsbürgerschaft? Leo XIV.: Mann der Weltkirche, gut vernetzter Augustinermönch, Friedensbringer? Ein Einblick.

17.05.2025 | 25:42 min

Quelle: KNA
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Trump: "Ich bin kein Fan von Papst Leo"" am 13.04.2026 um 12:07 Uhr.

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    Nachrichten | Thema:Leo XIV.