"Kann bitte jemand Papst Leo sagen...":Streit mit dem Papst: Trump legt nach
Im Streit mit Papst Leo XIV. hat der US-Präsident kein Einsehen. Auf seiner Plattform "Truth Social" hat Trump nachgelegt und auf die getöteten Demonstranten in Iran hingewiesen.
Donald Trump (Archivfoto)
Quelle: AFPIm Streit mit Papst Leo XIV. um dessen Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt hat US-Präsident Donald Trump noch einmal nachgelegt. "Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?", schrieb Trump am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Es sei "absolut inakzeptabel", dass Iran über eine Atombombe verfüge.
Kritik an Außenpolitik des Papstes
Schon vorher hatte Trump auf "Truth Social" den aus Chicago stammenden Papst als zu lasch im Umgang mit Kriminalität und schrecklich für die Außenpolitik bezeichnet. Leo XIV. solle sich zusammenreißen, forderte der US-Präsident.
Bei seinem ersten Osterfest als Papst stellt Leo XIV. Frieden und Versöhnung ins Zentrum - und macht einige Dinge anders als seine Vorgänger.
05.04.2026 | 2:30 minDie USA und Israel hatten Ende Februar einen Krieg gegen Iran begonnen, unter anderem mit dem Ziel, das Atomprogramm Teherans und damit auch die Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen zu verhindern. Derzeit gilt eine zweiwöchige Waffenruhe.
Der Hintergrund: Teherans Vorgehen gegen Demonstranten
Ende Dezember hatten Proteste begonnen, die zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst worden waren. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor.
US-Präsident Trump hat Kritik von Papst Leo XIV. an seiner Politik harsch zurückgewiesen. Er sei "kein großer Fan". Der Papst hatte im Kontext des Iran-Kriegs zu Frieden aufgerufen.
13.04.2026 | 1:01 minPapst Leo XIV. hatte am Samstag in Rom bei einem Friedensgebet im Petersdom mit eindringlichen Worten ein Ende von Kriegen gefordert. Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft.
Blasphemie oder ein Scherz? Ein KI-generiertes Bild hat weltweit für Empörung gesorgt. Der inzwischen gelöschte Trump-Post zeigt Trump als eine an Jesus erinnernde Figur bei einer Krankenheilung.
Quelle: AFPDie harschen Drohungen Trumps gegen Iran verurteilte Leo - der erste Papst aus den USA - ungewöhnlich scharf und nannte sie "wirklich inakzeptabel". Seitdem hört die Papst-Kritik von Trump und seinem Vize JD Vance nicht auf.
Trump überwirft sich mit Meloni
Das wiederum hat auch zum Krach mit Giorgia Meloni geführt. Italiens Regierungschefin bezeichnete Trumps harsche Kritik am Papst als "inakzeptabel".
"Sie ist es, die inakzeptabel ist, weil es ihr egal ist, ob Iran eine Atomwaffe hat und Italien in zwei Minuten in die Luft sprengen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte", sagte Trump der Zeitung "Corriere della Sera".
Mehr zum Streit von Trump und dem Papst
Kritik von Republikanern und Meloni:Warum selbst Trump-Fans nach seinem Jesus-Bild sauer sind
mit Video2:39Trumps Jesus-Bild und Kritik am Past:Warum Meloni und Trump keine Freunde mehr sind
Barbara Lueg, Rommit Video2:09"Papst sollte sich zusammenreißen":Trump attackiert Papst: Vatikan sieht "Ohnmacht"
mit Video1:01Friedensappelle aus dem Vatikan:Trump: "Ich bin kein Fan von Papst Leo"
Video1:01