Trump nach Papst-Kritik: US-Präsident legt nach

"Kann bitte jemand Papst Leo sagen...":Streit mit dem Papst: Trump legt nach

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Im Streit mit Papst Leo XIV. hat der US-Präsident kein Einsehen. Auf seiner Plattform "Truth Social" hat Trump nachgelegt und auf die getöteten Demonstranten in Iran hingewiesen.

Donald Trump, aufgenommen am 10.04.2026

Donald Trump (Archivfoto)

Quelle: AFP

Im Streit mit Papst Leo XIV. um dessen Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt hat US-Präsident Donald Trump noch einmal nachgelegt. "Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?", schrieb Trump am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Es sei "absolut inakzeptabel", dass Iran über eine Atombombe verfüge.

Kritik an Außenpolitik des Papstes

Schon vorher hatte Trump auf "Truth Social" den aus Chicago stammenden Papst als zu lasch im Umgang mit Kriminalität und schrecklich für die Außenpolitik bezeichnet. Leo XIV. solle sich zusammenreißen, forderte der US-Präsident.

Papst Leo XIV winkt den Besuchern auf dem Petersplatz nach dem er den Segen "Urbi et Orbi" gesprochen hat.

Bei seinem ersten Osterfest als Papst stellt Leo XIV. Frieden und Versöhnung ins Zentrum - und macht einige Dinge anders als seine Vorgänger.

05.04.2026 | 2:30 min

Die USA und Israel hatten Ende Februar einen Krieg gegen Iran begonnen, unter anderem mit dem Ziel, das Atomprogramm Teherans und damit auch die Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen zu verhindern. Derzeit gilt eine zweiwöchige Waffenruhe.

Der Hintergrund: Teherans Vorgehen gegen Demonstranten

Ende Dezember hatten Proteste begonnen, die zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst worden waren. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor.

Papst Leo XIV. in Rom am 12. April 2026

US-Präsident Trump hat Kritik von Papst Leo XIV. an seiner Politik harsch zurückgewiesen. Er sei "kein großer Fan". Der Papst hatte im Kontext des Iran-Kriegs zu Frieden aufgerufen.

13.04.2026 | 1:01 min

Papst Leo XIV. hatte am Samstag in Rom bei einem Friedensgebet im Petersdom mit eindringlichen Worten ein Ende von Kriegen gefordert. Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft.

Diese am 13. April 2026 erstellte Fotoillustration zeigt ein Bild von US-Präsident Donald Trump auf einem Bildschirm sowie ein KI-generiertes Bild.

Blasphemie oder ein Scherz? Ein KI-generiertes Bild hat weltweit für Empörung gesorgt. Der inzwischen gelöschte Trump-Post zeigt Trump als eine an Jesus erinnernde Figur bei einer Krankenheilung.

Quelle: AFP

Die harschen Drohungen Trumps gegen Iran verurteilte Leo - der erste Papst aus den USA - ungewöhnlich scharf und nannte sie "wirklich inakzeptabel". Seitdem hört die Papst-Kritik von Trump und seinem Vize JD Vance nicht auf.

Trump überwirft sich mit Meloni

Das wiederum hat auch zum Krach mit Giorgia Meloni geführt. Italiens Regierungschefin bezeichnete Trumps harsche Kritik am Papst als "inakzeptabel".

"Sie ist es, die inakzeptabel ist, weil es ihr egal ist, ob Iran eine Atomwaffe hat und Italien in zwei Minuten in die Luft sprengen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte", sagte Trump der Zeitung "Corriere della Sera".

Quelle: dpa, Reuters
Über das Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 15.04.2026 ab 05:30 Uhr.

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