Update am Abend: "Schokoladendiplomatie" und ein Befreiungsschlag

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Update am Abend:"Schokoladendiplomatie" und Weimers Flucht nach vorne

von Jan Schneider

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ZDFheute Update - Jan Schneider


Guten Abend,

es ist genau das Szenario, das die Europäer seit Anfang des Jahres zu verhindern versucht haben: dass ein Frieden in der Ukraine zwischen Russland und den USA ausgehandelt wird - über die Köpfe in Kiew und Brüssel hinweg. Dass der neue "Friedensplan", über den nun berichtet wird, massive Zugeständnisse von der Ukraine verlangen könnte - etwa die Aufgabe von Gebieten und eine Verkleinerung der Armee - mache die Vertreter der EU "sehr besorgt", berichtet ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers in den heute-Nachrichten.

Man erkennt die zwei ZDF-Korrespondetinnen Jung und Schäfers

20.11.2025 | 2:14 min

In Brüssel wird nun gefordert, dass ein Waffenstillstand nur mit der Ukraine verhandelt werden könne. Aktuell zweifeln aber viele der europäischen Außenminister und -ministerinnen an der grundsätzlichen Absicht Moskaus, den Krieg zu beenden.

Doch wie ist dieser geheime Friedensplan überhaupt zustandegekommen? Unser Moskau-Korrespondent Armin Coerper berichtet, dass Kremlchef Wladimir Putin den Gesprächskanal nach Washington mit kleinen Schokoladentäfelchen wieder geöffnet hat. Verteilt vor drei Wochen von Putins Gesandtem Kirill Dmitriew in Florida. In Moskau spricht man bereits von "Schokoladendiplomatie".

Putin-Schokolade

Quelle: Tass

Noch liegt kein offizieller US-Plan auf dem Tisch. Aber beide Seiten sind geschwächt - was erstmals seit Langem reale Bewegung bringen könnte. Welche Rolle die Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur und der Korruptionsskandal in der Ukraine mit diesen Entwicklungen zu tun haben, lesen Sie hier:

Weimers Flucht nach vorne im Ärger um die "Einfluss-Pakete"

Der Druck war am Ende dann doch zu groß: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer trennt sich vorübergehend von seinen Firmenanteilen an der Weimer Media Group. Offiziell, um "jeden Anschein eines Interessenkonflikts" zu vermeiden - inoffiziell, weil die Kritik an möglichen Bezahl-Terminen mit Spitzenpolitikern seit Tagen immer lauter wird.

Auslöser sind Berichte, wonach Unternehmen beim jährlichen Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee für viel Geld exklusive Zugänge zu Ministern hätten buchen können - mit "Einfluss auf politische Entscheidungsträger" im Werbetext. Preise teilweise im fünfstelligen Bereich. Grünen, Linken und auch der Union war das deutlich zu viel Nähe.

ZDF-Hauptstadtreporter Johannes Lieber hat die Vorwürfe hier im Video zusammengefasst:

Staatsminister für Kultur und Medien, steht vor dem Bayreuther Festspielhaus. (Archiv)

19.11.2025 | 1:35 min

Weimer betont, er habe schon zum Start im Kanzleramt alle Funktionen im Verlag abgegeben und keine Gewinne mehr erhalten. Jetzt also auch die Anteile in die treuhänderische Parkzone - "bis Jahresende", wie er sagt. Kritikern geht das dennoch nicht weit genug: "Warum nicht gleich so?", fragt etwa Grünen-Kulturausschusschef Sven Lehmann. Linken-Chef Jan van Aken wird deutlicher: Er spricht von einem "schmierigen Schachzug".

Weimer selbst sieht sich vor allem von "rechten Medien" angegriffen und spricht von "orchestrierten Kampagnen". An seinem kulturpolitischen Kurs ändere das "gar nichts".

Magdeburger Weihnachtsmarkt startet trotz Vorbehalten

Pünktlich um 11 Uhr hat heute der Magdeburger Weihnachtsmarkt offiziell geöffnet - rund elf Monate nach dem verheerenden Anschlag, bei dem sechs Menschen starben und Hunderte verletzt wurden. Die Sicherheitsvorkehrungen sind in den letzten Tagen noch einmal deutlich verstärkt worden.

Magdeburg hat etwa 250.000 Euro in neue Poller und Sperren investiert, um die Zufahrtswege zu sichern. Nach jahrelangen Diskussionen wurde das überarbeitete Sicherheitskonzept endlich genehmigt.

Trotz der aufwendigen Vorbereitung gibt es gemischte Gefühle in der Stadt. Für viele Betroffene ist die Wiedereröffnung ein Zeichen des Zusammenhalts - andere fragen sich, ob so schnell schon wieder Weihnachtsmarkt-Stimmung aufkommen kann. "Mir wäre es recht gewesen, wenn er ein Jahr ausgesetzt hätte - auch im Gedenken an die ganzen Opfer", schildert eine Passantin im ZDF-Mittagsmagazin ihre Gefühle. Andere halten dagegen, der Weihnachtsmarkt sei Tradition, "und wir können uns die nicht nehmen lassen, so traurig es auch ist, was passiert ist".

lana-ulmann

20.11.2025 | 2:05 min

Die Schausteller auf dem Markt seien jedenfalls sehr erleichtert, dass der Markt nun doch regulär geöffnet werden konnte, berichtet unsere ZDF-Reporterin Lana Ulman vom Marktplatz vor dem Rathaus. Man wolle sich in Magdeburg auf jeden Fall nicht unterkriegen lassen.

Weitere Schlagzeilen

Ein Lichtblick

Erstmals lebende Japanische Schnabelwale gesichtet
Quelle: Marine Mammal Science

Zum ersten Mal sind lebende Japanische Schnabelwale in freier Wildbahn gesichtet worden. Wie Forschende jetzt im Fachmagazin "Marine Mammal Science" berichten, wurden die fünf Tiere 2024 bei einer Expedition vor der Nordwestküste von Baja California in Mexiko entdeckt.

Sportliches

Die meisten Teilnehmer an der Fußball-WM 2026 stehen schon fest. 16 europäische Nationen, die in den regulären Qualifikationsspielen das Ticket verpassten, haben in den Playoffs die Chance, sich über Umwege doch noch zu qualifizieren. Heute hat der Weltverband FIFA die Paarungen ausgelost. Italien muss im Halbfinale gegen Nordirland ran, im Finale würde dann Wales oder Bosnien-Herzegowina warten.

Olympische Spiele mal wieder in Deutschland? Nachdem zuletzt die Bürgerinnen und Bürger von München für eine Bewerbung votiert hatten, steht den Menschen in Nordrhein-Westfalen bald eine ähnliche Abstimmung bevor. Im April 2026 sind sie in 17 Städten in NRW aufgerufen, ihre Meinung über eine Bewerbung der Region Rhein-Ruhr kundzutun - das hat die Landesregierung heute bekanntgegeben.

Zahlen des Tages

400 Millionen. So viele Kinder sind weltweit von extremer Armut betroffen. Das gab das UN-Kinderhilfswerk Unicef zum Internationalen Tag der Kinderrechte bekannt. Sie leben laut der Organisation zumeist in Afrika und Südasien. Die Kinder müssen mit weniger als drei US-Dollar pro Tag auskommen.

Dieses von UNICEF veröffentlichte Foto zeigt vertriebene Kinder und Familien aus Al-Faschir in einem Flüchtlingslager in Tawila, Sudan.

20.11.2025 | 0:30 min

2,2 Billionen Dollar. So viel Geld haben Milliardäre in den G20-Staaten im vergangenen Jahr zu ihrem Vermögen hinzubekommen. Daten der Entwicklungsorganisation Oxfam zufolge konnten die Superreichen ihr Vermögen innerhalb eines Jahres um 16,5 Prozent von 13,4 Billionen auf 15,6 Billionen Dollar steigern. Dieser jährliche Vermögenszuwachs würde ausreichen, um 3,8 Milliarden Menschen aus der Armut zu befreien, erklärte Oxfam.

Gesagt

Das ist meine Einschätzung dort und wer das anders sieht, der müsste dort entsprechend argumentieren und auch Fakten nennen. Aber es ist leider so, wie es ist.

Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister

Außenminister Johann Wadephul hat seine Einschätzung der Lage in Syrien erneut gegen Kritik verteidigt. Er fordert zugleich mehr Druck und Unterstützung für den Wiederaufbau vor Ort.

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Streaming-Tipps für den Feierabend

Femizid und häusliche Gewalt sind noch immer gesellschaftliche Tabuthemen. Jennifer Weist spricht in der RE:TURN-Doku "Frauen schützen, Schweigen brechen" über Gewalt in Beziehungen und gibt Betroffenen eine Stimme. Wie entkommt man toxischen Mustern? Welche Therapien und Hilfen gibt es für Opfer und Täter? Linda Loran, selbst Überlebende, bricht das Schweigen und zeigt, wie sie ihr Leben zurückgewonnen hat. (43 Minuten)

Bildmontage: Jennifer Rostock und Figuren eines Mannes, der eine Frau schlägt

27.11.2025 | 43:30 min

Der Schriftsteller Melvin Udall ist kein freundlicher Zeitgenosse, er fällt öfter durch menschenverachtende Kommentare auf. Doch als er die Pflege für einen Hund übernimmt, ändert sich das. Jack Nicholson und Helen Hunt wurden für ihre Rollen in "Besser geht's nicht" mit den Oscars als Bester Hauptdarsteller und Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. (133 Minuten)

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