Bei Verleihung des Talisman-Preises:"Stadtbild-Debatte": Protest bei Merz-Rede zu Integration
Protest gegen die "Stadtbild"-Äußerung von Friedrich Merz: Bei einer Preisverleihung verlassen 30 Gäste zu Beginn der Rede des Kanzlers zum Thema Integration den Saal.
Friedrich Merz tritt ans Rednerpult - und rund 30 Menschen stehen auf und verlassen geschlossen den Saal. Das hat sich bei der Verleihung des Talisman-Preises ereignet.
20.11.2025 | 1:31 minAus Protest gegen die "Stadtbild"-Äußerung von Friedrich Merz haben rund 30 Menschen vor einer Rede des Kanzlers zum Thema Integration demonstrativ den Saal verlassen.
Als Merz in Berlin bei der Verleihung des Talisman-Preises für gesellschaftlichen Zusammenhalt der Deutschlandstiftung Integration die Bühne betrat, gingen rund 30 Stipendiatinnen und Stipendiaten hinaus.
Rund 30 Teilnehmer verlassen aus Protest gegen Bundeskanzler Merz bei der Verleihung des Talisman-Preises kurzzeitig den Saal. Grund war seine umstrittenen Aussagen zum Stadtbild.
20.11.2025 | 0:34 minSie trugen Sticker mit der Aufschrift "Wir sind das Stadtbild" und positionierten sich im Eingangsbereich für ein Gruppenbild. Erst nach der gut 20-minütigen Rede nahmen sie ihre Plätze wieder ein.
Stipendiatin: "Wir sind Bürger dieses Landes"
Eine Stipendiatin erklärte gegenüber ZDFheute, dass sie während der Rede nicht aufgestanden sei, obwohl sie es inhaltlich habe tun wollen. "Ich wollte der Stiftung nicht schaden", sagte sie.
Es geht um ihre Zukunft, und ich hatte die Sorge, dass eine solche Reaktion die Partnerschaft gefährden könnte.
Stipendiatin der Deutschlandstiftung Integration
Gleichzeitig betonte sie, dass sie die Aktion der anderen Teilnehmenden unterstütze: "Das Zeichen war notwendig, denn wir sind nicht irgendwer, wir sind Bürger dieses Landes. Wir haben es einerseits mit einem Schirmherren zu tun, der mit seiner 'Stadtbild'-Aussage viele Bürgerinnen und Bürger vor den Kopf gestoßen hat." Gleichzeitig sei die Schirmherrschaft des Bundeskanzlers "wichtig, weil Themen wie gesellschaftliche Vielfalt und Teilhabe" ihrer Ansicht nach genau ins Kanzleramt gehörten.
Die Politik ringt um einen sachlichen Ton in der Debatte um die Äußerungen des Bundeskanzlers zum Stadtbild. Mehrere SPD-Abgeordnete fordern nun einen Gipfel im Kanzleramt.
27.10.2025 | 2:43 minDebatte um Merz-Aussage
Merz hatte Mitte Oktober bei einem Termin gesagt, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, "aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen".
In Syrien erklärt Außenminister Wadephul, dass vorerst an eine Rückkehr von Flüchtlingen in zerstörte Gebiete nicht zu denken sei. Dafür erntet er Kritik aus der eigenen Partei.
03.11.2025 | 1:42 minErst eine Woche später wurde er konkreter: Probleme machten jene Migranten, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und sich nicht an Regeln hielten.
Preisverleihung: Ehrung für engagierte Sportler
Bei der Veranstaltung wurden Sportlerinnen und Sportler mit dem Talisman-Preis geehrt, die sich beim Thema Sport und gesellschaftlicher Zusammenhalt engagieren. Veranstalter ist die Deutschlandstiftung Integration, deren Schirmherr Merz ist. Der Kanzler lobte das Engagement der Anwesenden:
Sie sind Vorbilder für so viele junge Menschen, wie wir sagen, mit Migrationshintergrund.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
"Sie zeigen, dass sich diese Anstrengung lohnt", sagte er weiter. Die meisten von ihnen hätten mehr Anstrengungen aufwenden müssen als Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte und seien manchen Vorbehalten wegen ihrer Namen oder wegen Äußerlichkeiten ausgesetzt gewesen, und nicht wegen ihres Charakters oder ihrer Fähigkeiten beurteilt worden.
Bundeskanzler Merz hat seine Aussage zum "Stadtbild" nach anhaltender Kritik aufgegriffen. Dabei betonte er, dass Einwanderer für den deutschen Arbeitsmarkt unverzichtbar seien.
23.10.2025 | 0:26 minMerz: Deutschland ist Einwanderungsland
"Deutschland ist ein Einwanderungsland", hob der Kanzler hervor. Die Geschichte der Bundesrepublik wäre ohne Einwanderung anders geschrieben worden, nicht besser, sondern schlechter. Merz machte zugleich deutlich, dass Zuwanderung gestaltet und gesteuert werden müsse.
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