Was bringt der Regen für Waldbrände, Niedrigwasser und Böden?

Interview

Waldbrände, Niedrigwasser und Dürre:Was der Regen trockenen Böden jetzt wirklich bringt

von Dennis Berger

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Nach Wochen der Trockenheit kommt endlich Regen. Doch reichen ein paar nasse Tage aus, um die angespannte Lage in Wäldern, Flüssen und Böden zu entschärfen?

Brände

Die Feuerwehr im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze kämpft mit schwierigen Bedingungen. Der Brand in Hürtgenwald soll dagegen mittlerweile unter Kontrolle sein.

17.08.2026 | 2:29 min

Nach langer Trockenheit regnet es in Deutschland wieder. Auf ausgedörrten Feldern und in Wäldern ist das eine willkommene Abkühlung.

Doch beendet das nasse Wetter auch Wasserknappheit und Niedrigwasser? Das hängt davon ab, wo das Wasser gebraucht wird: an der Bodenoberfläche, in Flüssen oder tief im Erdreich.

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Hitzewellen, Dürren und Starkregen – steht der Sommer wieder im Zeichen des Klimawandels? Droht nach 2022 ein weiteres Jahr verheerender Trockenheit in Deutschland?

20.08.2023 | 27:38 min

Waldbrandgefahr sinkt zunächst

Im Wald wirkt der Regen schnell. Feuchtes Laub, Gras und Holz entzünden sich schwerer, auch die Löscharbeiten der Waldbrände würden leichter, sagt Andreas Marx, Leiter des Deutschen Dürremonitors am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) gegenüber ZDFheute.

Der Regen entspannt die Waldbrandlage zunächst und erleichtert auch die Brandbekämpfung.

Andreas Marx, Leiter des Deutschen Dürremonitors

Entscheidend sei laut Marx vor allem die Oberfläche: "Wenn die oberen etwa fünf Zentimeter des Waldbodens nass sind, ist das eine gute Ausgangslage."



Dauerhafte Entwarnung bedeute das Marx zufolge nicht. Trockne die oberste Schicht nach dem Regen wieder aus, könne auch die Waldbrandgefahr erneut steigen.

Ein Feuerwehmann entzündet gezielt Brände im Wald.

Fast ein Drittel Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Die grünen Lungen sind in Gefahr. Immer verheerendere Brände bedrohen Forste.

03.07.2025 | 29:45 min

Flüsse profitieren vom Regen nur vorübergehend

Alle deutschen Einzugsgebiete von Flüssen sind von Niedrigwasser betroffen, meldet die Bundesanstalt für Gewässerkunde in ihrem jüngsten Bericht.

Regenwasser gelangt vergleichsweise schnell in Bäche und Flüsse und kann die Pegelstände zunächst anheben. Das Niedrigwasser löst sich dadurch aber nicht dauerhaft auf.

"Die Flüsse profitieren von dem Regen, aber nur vorübergehend", erklärt Marx im ZDFheute-Interview. "Wenn es wieder aufhört zu regnen, kommt kein neues Oberflächenwasser mehr nach." Denn der Regen versickert an den Flussrändern durch den niedrigen Grundwasserspiegel sehr schnell oder würde bei erneuter Hitze wieder verdunsten.

17.07.2018, niedersachsen, laatzen: eine frau steht mit einem gartenschlauch in einem garten und giesst pflanzen. niedersachsens wasserversorger reagieren gelassen auf die anhaltende hitze, den ausbleibenden regen und vor allen dem gesteigerten wasserverbrauch.

Bundesweit sinken die Grundwasserstände, vielerorts wurde der Trinkwasser-Notstand ausgerufen. Bei unnötigem Verbrauch drohen Strafzahlungen. Fernwasserleitungen könnten helfen.

16.08.2026 | 3:06 min

Grundwasserspiegel beeinflusst Pegelstände der Flüsse

Normalerweise werden Flüsse auch durch Grundwasser gespeist. Doch dieser Nachschub sei laut dem Klimaforscher aktuell zu gering.

"Derzeit ist das Grundwasser wegen des geringen Niederschlages der letzten neun Monate vielerorts zu niedrig, um dem Niedrigwasser dauerhaft entgegenzuwirken", erklärt Marx. Deshalb könne sich schon nach einigen Tagen erneut eine Niedrigwassersituation einstellen.

Dürre in Deutschland - Zustand des Gesamtbodens der letzten 14 Tage

ZDFheute Infografik

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Regen: Oberboden wird feucht, doch tiefe Schichten bleiben trocken

Am stärksten helfe der Regen Pflanzen mit Wurzeln im Oberboden.

Für die Landwirtschaft ist der Regen eine gute Nachricht. Vor allem Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais können jetzt von dem Wasser profitieren.

Andreas Marx, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Der Deutsche Dürremonitor betrachtet neben den oberen 25 Zentimetern auch den Gesamtboden bis in knapp zwei Meter Tiefe. Dort kommt von einzelnen Regenfällen nur wenig an.

Das Bild ist ein Symbolbild und zeigt eine Deutschlandkarte, die die trockensten Region in Deutschland zeigt. Nebendran ein ausgetroknetes Kornfeld und Pictogramme zu Temperatur und Wind.

Wie Dürre entsteht und wie sie sich in den verschiedenen Bodenschichten auswirkt und welche Folgen das hat - eine Übersicht.

14.08.2023 | 1:18 min

"Die Dürre in den tieferen Bodenschichten löst ein solches einzelnes Regenereignis nicht auf", so Marx. Dafür brauche es mehrere Monate Niederschlag.

Um die Dürre auch im Gesamtboden aufzulösen, brauchen wir ungefähr sechs Monate normale Niederschlagsmengen.

Andreas Marx, Deutscher Dürremonitor

Grundwasser braucht einen nassen Winter

Noch länger dauert es, bis Regen das Grundwasser erreicht. Im Sommer nehmen Pflanzen einen großen Teil des Wassers auf, zusätzlich verdunstet viel. "Für das Grundwasser ist entscheidend, was im Winterhalbjahr passiert", erklärt Marx.

Mai Thi Nguyen-Kim greift sich gestresst mit beiden Händen an den Kopf. Links von ihr sind verschiedene Abbildungen von ausgetrocknetem Boden und verdorrten Feldern zu sehen, dahinter eine Karte von Deutschland.

Deutschland, ein wasserreiches Land? Die Grundwasserstände zeigen bedenkliche Trends. Die Aufbereitung des Trinkwassers wird teurer, aber die Entnahme für Industrie und Co. bleibt meist günstig.

22.03.2026 | 30:19 min

Üblicherweise stiegen die Grundwasserstände zwischen November und April, wenn die Vegetation ruht und weniger Wasser verdunstet.

Der Regen dieser Woche ist damit keineswegs wirkungslos: Er senkt kurzfristig die Waldbrandgefahr, hebt vorübergehend die Pegelstände und versorgt Pflanzen. Die langfristige Dürre beendet er aber nicht.

Wasserverbrauch in Deutschland
:Kritik an "Null-Tarif-Mentalität der großen Schlucker"

Mit der Trockenheit kann Wasser regional und zeitweise knapper werden. Journalist Uwe Ritzer fordert ein modernes Wassermanagement - an dem auch große Firmen beteiligt sind.
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Das warme Licht der tiefstehenden Abendsonne scheint auf die Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde.
Interview

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in unterschiedlichen Sendungen etwa im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 17.08.2026 ab 05:30 Uhr und Volle Kanne am 17.08.2026 ab 09:05 Uhr.

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