Sorge vor Wiederausbruch der Waldbrände:So kämpft die Feuerwehr gegen gefährliche Glutnester
Die Waldbrände in Hürtgenwald sind eingedämmt. Doch die Gefahr ist nicht gebannt: Glutnester drohen, Brände neu zu entfachen. Die Feuerwehr ist mit rund 900 Kräften im Einsatz.
Die Lage im Hürtgenwald entspannt sich, vorbei ist die Krise aber noch nicht. ZDF-Reporter Böhmer war mit der Feuerwehr im Wald. Sie erklärt bei ZDFheute live, worauf es jetzt ankommt.
16.08.2026 | 2:49 minDer Waldbrand in Hürtgenwald in der Eifel ist eingedämmt. Nun, da es keine offenen Flammen mehr gibt, geht es darum, Glutnester einzudämmen. Denn, so erklärt es Joachim Thelen, stellvertretender Löscheinheitsführer der Feuerwehr Gangelt, bei ZDFheute live: "Auch wenn es aussieht, als wäre soweit, das Feuer hier gelöscht, haben wir es an vielen Stellen mit Bodenfeuern zu tun. Das heißt, unter dem Boden setzt sich das Feuer fort."
Wenn wir das so lassen, wird das irgendwann wieder ausbrechen und weiterbrennen.
Joachim Thelen, stellvertretender Löscheinheitsführer Feuerwehr Gangelt
Am Sonntag waren rund 900 Einsatzkräfte im Kampf gegen die Glutnester vor Ort. Das gesamte Gebiet sei von einer drei Meter breiten Schneise umgeben, so dass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten.
In Belgien kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Brand im Naturschutzgebiet Hohes Venn. In Hürtgenwald kehren Anwohner in ihre Häuser zurück. ZDFheute live zu den aktuellen Entwicklungen.
16.08.2026 | 36:50 minGlutnester: Harke und Löschrucksack im Einsatz
Bei der Bekämpfung dieser unsichtbaren Gefahrenquellen ist die Feuerwehr dabei auf besondere Technik angewiesen. Zunächst wird der Waldboden mit Hilfe einer Wärmebildkamera nach heißen Stellen geprüft. Unterschiedliche Farben auf dem Display geben Hinweise auf Temperaturunterschiede der Erde. "Und so wissen wir, dass wir an den Stellen unter der Erde noch Feuer haben", so Thelen.
Wurde eine solche Stelle identifiziert, wird die Stelle mit einer speziellen Harke freigelegt. Dabei werden, wenn notwendig, auch "tiefere Löcher in die Erde reingeschlagen", erklärt Thelen. Sein Kollege ergänzt:
Wenn wir eine heiße Stelle gefunden haben, kommt der Löschrucksack zum Einsatz. Mit dem Löschrucksack wird der Boden abgelöscht.
Feuerwehrmann
In den Löschrucksack passen rund 20 Liter. Damit "kommt man schon ein gutes Stück weit". Der Rucksack ist insbesondere im unwegsamen Gelände ein Vorteil - dort, wo schweres Gerät nicht vorankommt.
Die Feuerwehr in Hürtgenwald identifiziert Glutnester mit einer Wärmebildkamera.
Quelle: ZDFFolgenschwerster Waldbrand des Sommers
Der Brand bei Hürtgenwald war der bislang größte und folgenschwerste Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der vom Menschen verursachte Klimawandel sorgt nach Einschätzung von Wissenschaftlern für längere Hitzewellen und Dürren. Diese trocknen die Vegetation aus und begünstigen so Waldbrände.
Mit Material von EPD und AFP.
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