Laut EU-Handelskommissar:Chipkrise: China erleichtert Nexperia-Exporte für die EU
Nach dem Konflikt um knappe Chip-Lieferungen gibt es Fortschritt: Peking vereinfacht die Exportverfahren für wichtige Nexperia-Chips, die Europas Autoindustrie dringend benötigt.
Hauptsitz des Chipherstellers Nexperia im niederländischen Nijmegen.
Quelle: ImagoIm Streit über ausbleibende Chiplieferungen des für die Autoindustrie wichtigen Zulieferers Nexperia gibt es nach Angaben von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic ermutigende Fortschritte.
Wie Sefcovic mitteilte, hat das chinesische Handelsministerium an diesem Samstag gegenüber der Europäischen Kommission bestätigt, dass Ausfuhrverfahren für Nexperia-Chips weiter vereinfacht werden. Demnach würden Exporteuren Ausnahmen von den Lizenzanforderungen gewährt, sofern erklärt werde, dass die Waren für zivile Zwecke bestimmt seien.
Diese Maßnahme tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.
Maros Sefcovic, EU-Handelskommissar
Hintergrund des Chip-Konflikts ist die Entscheidung der niederländischen Regierung vom 30. September, Nexperia wegen Bedenken gegenüber der chinesischen Muttergesellschaft Wingtech unter staatliche Kontrolle zu stellen. Kurz darauf hatte Peking Exportbeschränkungen für bestimmte Nexperia-Chips verhängt, die auch europäische Autohersteller treffen.
China hatte den Export von Halbleitern des Herstellers Nexperia gestoppt. Es drohten Produktionsausfälle in der deutschen Autobranche.
27.10.2025 | 1:18 minNexperia: Wichtig für die Autofertigung
Nexperia produziert vor allem Standardchips, die in großen Stückzahlen in der Autoindustrie und in elektronischen Geräten verwendet werden. China hatte bereits vor Kurzem angekündigt, unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen für Nexperia-Exporte zuzulassen, nachdem die Niederlande ein Entgegenkommen in dem Streit in Aussicht gestellt hatten. Erste Unternehmen berichteten bereits von erteilten Genehmigungen.
Sefcovic teilte mit, die EU-Kommission werde in engem Austausch mit den chinesischen und niederländischen Behörden bleiben, um ein dauerhaftes, stabiles und berechenbares Rahmenwerk zu schaffen, das die vollständige Wiederherstellung der Halbleiterströme gewährleiste.
Eine solche Stabilität und Berechenbarkeit sind entscheidend für die industrielle Basis Europas und stärken ihre globale Wettbewerbsfähigkeit.
Maros Sefcovic, EU-Handelskommissar
Weil Microchip-Lieferungen aus China ausbleiben, droht bei Volkswagen ein Produktionsstopp. Wie abhängig die deutsche Industrie von China ist, analysiert ZDFheute live.
22.10.2025 | 28:18 minChipkrise beschäftigt auch Kanzler Merz
Vor den Ankündigungen von Sefcovic hatte sich schon Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hoffnungsfroh gezeigt. "Es scheint der Weg jetzt offen zu sein für eine Wiederaufnahme der Lieferung", sagte er am Rande eines Klimagipfels im brasilianischen Belém. Er habe zuvor erneut mit dem geschäftsführenden niederländischen Ministerpräsidenten Dick Schoof über das Thema gesprochen.
Mehr Wirtschaftsnachrichten
- Analyse
Zwischenbilanz für den US-Präsidenten:Trump vor den Midterms: Was Wähler so unzufrieden macht
Fränzi Meyer, Washington, D.C.mit Video1:40 - Grafiken
Live-Grafiken für Benzin und Diesel:Tankrabatt: Die Spritpreise sind zum Start gesunken
von Robert Meyer, Moritz Zajonzmit Video1:48 Umstrittenes Steuer-"Schwarzbuch":Diese Fälle hält der Steuerzahlerbund für Geldverschwendung
mit Video9:35Niedrige Gasspeicher-Füllstände:Reiche ordnet an, mehr Gas zu kaufen
mit Video2:29Wettlauf mit USA, Russland und China:Machtkampf im Weltall: So wappnet sich Deutschland
von Jutta Sonnewaldmit Video2:45Arbeitszeit in Deutschland sinkt:Teilzeit auf Rekordhoch: Warum das die Wirtschaft belastet
von Frank Bethmannmit Video1:43Arbeitsmarkt-Zahlen für September:Weniger Arbeitslose, aber "Herbstbelebung schwunglos"
mit Video0:23