IW-Studie zur fünften Jahreszeit:Karneval bringt voraussichtlich zwei Milliarden Euro Umsatz
Karneval, Fastnacht, Fasching: Die fünfte Jahreszeit wird Kneipen, Kostümgeschäften und Co. einer Studie zufolge dieses Jahr einen Umsatz von fast zwei Milliarden Euro bescheren.
Das Institut der Deutschen Wirtschaft rechnet zum Karneval mit einem Umsatz von fast zwei Milliarden Euro. Bei der Gastronomie, aber auch im Einzelhandel klingeln die Kassen.
09.02.2026 | 0:28 minDie Karnevalszeit sorgt laut einer Analyse in dieser Session bundesweit für Einnahmen von mindestens 1,96 Milliarden Euro. Besonders in den Bereichen Handel, Gastronomie, Transport und Hotels sei das Brauchtum ein "zentraler Wirtschaftsfaktor", heißt es in einer Analyse vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.
"Wirtschaftliches Herz des Karnevals" ist dabei Köln, wie das IW mitteilte. In der rheinischen Metropole werden 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet: 850 Millionen Euro.
Karneval: Gut für Wirtschaft und Wohlergehen
Allerdings werde der Umsatz insgesamt diesmal um rund 100 Millionen Euro niedriger ausfallen als 2025. Der Grund: Die Session sei diesmal wegen der frühen Lage der Osterfeiertage um 15 Tage kürzer.
Die Karnevalssaison beginnt am 11. November und geht bis Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit. Wegen des frühen Osterfests ist Aschermittwoch in diesem Jahr bereits am 18. Februar. Im vergangenen Jahr ging der Karneval bis zum 5. März.
Gracias Devaraj kam einst aus dem Ausland nach Köln - und fand im Karneval eine neue Heimat. Seit fast 16 Jahren prägt er die "Immisitzung", bei der Zugezogene gemeinsam auf der Bühne stehen.
29.01.2026 | 3:53 minKarneval sei nicht nur gut für das eigene Wohlergehen, sondern auch für die Wirtschaft, so der IW-Ökonom Marc Scheufen.
Karneval schafft für ein paar Tage Abstand von den schlechten Nachrichten und rückt das Gemeinsame in den Mittelpunkt.
Marc Scheufen, IW-Ökonom
Fünfte Jahreszeit: Gastronomie und Einzelhandel profitieren
Für Kölsch, Alt oder einen Meenzer Schobbe greifen die Jecken laut IW besonders tief in die Taschen: Insgesamt dürften rund 900 Millionen Euro in die Gastronomie fließen. Auch der Einzelhandel kann sich über kauffreudige Kunden freuen, die ihr Geld für Kostüme und Kamelle ausgeben: Rund 400 Millionen Euro Umsatz sollen hier entstehen.
"Die ganze Welt kommt zusammen, um die fünfte Jahreszeit zu feiern", berichtet ZDF-Reporterin Natalie Hasselblatt aus Köln über den Auftakt zum Karneval.
11.11.2025 | 4:16 minFür Bus und Bahn geben Narren den IW-Prognosen nach rund 290 Millionen Euro aus, für Übernachtungen rund 210 Millionen Euro. Weitere 162 Millionen Euro fließen in Tickets oder den Wagenbau.
Bis zu 66 Prozent Aufschlag auf Übernachtungen
"Bei der Frage, welche westdeutsche Metropole denn nun die Karnevalshauptstadt ist, gibt ein Blick auf die Hotelpreise eine klare Antwort", so das Institut weiter. In Köln kostet eine Übernachtung während der Hauptkarnevalstage im Schnitt fast 90 Euro mehr als im Vergleichszeitraum - ein Aufschlag von rund 66 Prozent.
Ob Karneval, Fastnacht oder Fasching: In den Hochburgen feiern Närrinnen und Narren seit 11:11 Uhr mit "Helau" und "Alaaf" den Beginn der fünften Jahreszeit.
11.11.2025 | 1:14 minIn Städten wie Bremen oder Rottweil steigen demnach die Preise um mehr als zehn Prozent, während sie in Düsseldorf und Mainz leicht sinken dürften. Das läge unter anderem daran, dass Düsseldorf und Mainz vor allem Besucher aus der Region anziehe, während Köln zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland verzeichne, so das IW.
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