Kaffeepreise steigen deutlich: Woran das liegt

Starker Anstieg seit Januar:Warum Kaffee-Produkte jetzt so teuer sind

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Preisschock im Kaffeeregal: Seit Jahresbeginn sind Markenartikel um bis zu 43 Prozent teurer geworden. Auch für Eigenmarken-Produkte müssen Kunden deutlich mehr zahlen.

Dampfende Kaffeetasse

Kaffeegenießer müssen deutlich mehr zahlen als noch zu Jahresbeginn (Symbolfoto).

Quelle: ClipDealer

Der Blick auf die Preisschilder am Kaffeeregal dürfte bei Kunden von Supermärkten und Discountern in diesen Tagen keine Begeisterungsstürme auslösen. Viele Artikel sind in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden, wie eine Auswertung der Preisvergleichsapp Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur zeigt.

Die Regalpreise für gemahlenen Kaffee oder Kaffeepads von Jacobs, Mövenpick, Melitta oder Senseo liegen demnach 9 bis 33 Prozent höher als zum Jahreswechsel. Bei Kaffeebohnen dieser Marken sind es sogar bis zu 43 Prozent. Die preisgünstigeren Eigenmarken der Lebensmittelhändler wie "Barissimo", "Bellarom", "Gut & Günstig" oder "Ja" kosten 28 bis 30 Prozent mehr als Anfang Januar.

Preisanstieg verschiedener Kaffeeprodukte seit dem Jahreswechsel 2024/25

ZDFheute Infografik

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Händler verweisen auf gestiegene Rohstoffpreise

Auf die Frage nach den Gründen verweisen Händler und Experten auf die stark gestiegenen Rohstoffpreise. Erst Frost, dann extreme Trockenheit und Hitze: Grund seien vor allem ungünstige klimatische Bedingungen während der letzten Blütezeit von August bis Oktober, erklärt Ulrike Hardner, Expertin für nachhaltige Landnutzung beim WWF. Die Kaffeepflanze gilt als sehr sensibel.

Die erschwerten Anbaubedingungen führten zu Ernteeinbußen, vor allem bei der Sorte Arabica, sagt Hardner. Betroffen sei vor allem das Hauptanbauland Brasilien. Dort werden knapp 30 Prozent des weltweiten Kaffees produziert. Für Brasilien wird ein Ernterückgang um etwa fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Auch in anderen wichtigen Anbauländern wie Vietnam und Peru fielen die jüngsten Ernten mager aus.

Kaffeepreise stiegen bereits im vergangenen Jahr

In Supermärkten und Discountern war Kaffee bereits in den vergangenen Jahren teurer geworden. Anfang 2022 gab es die günstigste 500-Gramm-Packung Mahlkaffee der Eigenmarken noch für 2,99 Euro zu kaufen. Inzwischen sind 5,49 Euro fällig und damit knapp 84 Prozent mehr. Vergleichbare Produkte von Markenherstellern wie Melitta oder Jacobs werden derzeit für 9,29 Euro angeboten und kosten damit bis zu 47 Prozent mehr als damals.

Die Regalpreise der Produkte sind bei den verschiedenen Handelsketten laut Smhaggle in der Regel weitgehend identisch. Stichtag für den Preisvergleich war der 7. April.

Kaffeebohnen werden verarbeitet.

Eine indigene Kooperative in Ecuador pflanzt Kaffee im Schatten größerer Bäume an. Eine Kooperative unterstützt das Projekt, von dem die Kaffeebauern profitieren sollen.

14.07.2024 | 1:21 min

Preise für Kaffee: Schlechte Aussichten für Verbraucher

Der Agrarmarkt-Experte Carlos Mera von der Rabobank erwartet nicht, dass Kaffee im Supermarkt in absehbarer Zeit wieder billiger wird - selbst wenn die Rohkaffeepreise wieder etwas nachgeben sollten.

Es wäre ein deutlicher Preisrückgang über viele Monate nötig, damit die Preise im Einzelhandel wieder sinken.

Carlos Mera, Agrarmarkt-Experte

Dass die Kunden im Laufe des Jahres noch tiefer in die Tasche greifen müssen, glaubt er eher nicht. Es sei unwahrscheinlich, dass Marken, die kürzlich eine Preiserhöhung durchgesetzt hätten, bald eine weitere fordern.

Auch WWF-Expertin Hardner geht davon aus, dass die Kaffeepreise in den nächsten Jahren hoch bleiben, auch wenn sich die Ernten erholen. Extreme Wetterlagen würden künftig häufiger auftreten. Der Anbau der empfindlichen Arabica-Pflanze in höheren Lagen werde immer schwieriger.

Im Supermarkt würden zudem die Unterschiede zwischen Aktionspreis und regulärem Preis größer, sagt Kai Hudetz vom Handelsforschungsinstitut IFH Köln: "Wenn Hersteller die Verbraucher mit den Ursprungspreisen erreichen könnten, würden sie keine Rabatte anbieten."

Quelle: dpa

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