Krise in Nahost:Was der Iran-Krieg für Gold, Sprit, Börse & Co. bedeutet
Der DAX rutscht unter 22.000 Punkte, während der Goldpreis unter Druck steht. Die Folgen des Iran-Kriegs für Rohstoffe und Börsen.
Der Iran-Krieg und Inflationssorgen setzen den Goldpreis unter Druck. Eine Feinunze fällt auf den tiefsten Stand des Jahres und liegt mit 4.300 Dollar deutlich unter dem Rekordhoch im Januar.
23.03.2026 | 0:42 minOb beim Blick aufs Depot oder beim Tanken - für die Menschen in Deutschland machen sich die Folgen des Iran-Kriegs immer stärker bemerkbar. Ein aktueller Blick auf Sprit, Öl, Börsen sowie Gold und Silber.
Spritpreise: Diesel besonders teuer
Der Dieselpreis ist nur noch etwas mehr als einen Cent von seinem Allzeithoch entfernt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Diesel 2,306 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das waren 0,5 Cent mehr als am Samstag. Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich ebenfalls leicht: um 0,2 Cent auf 2,085 Euro.
Noch greifen die geplanten Gegenmaßnahmen nicht. Vergangene Woche hatte die Koalition aus Union und SPD ihr Spritpreis-Paket in den Bundestag eingebracht. Künftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen immer möglich sein. Es ist umstritten, ob die neue Regel preisdämpfend wirkt. Super ist heute mehr als 30 Cent teurer als vor Kriegsbeginn, Diesel 56 Cent - auch weil der Ölpreis kräftig angezogen hat.
US-Präsident Donald Trump verlängert seine Frist für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus durch den Iran. „Es ist erstmal ein kleines Fünkchen Hoffnung“, so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
23.03.2026 | 2:37 minÖlpreise: Heizöl so teuer wie zuletzt im November 2022
Rohöl aus der Nordsee ist inzwischen 57 Prozent teurer. Das Barrel (159 Liter) Brent mit Lieferung im Mai wurde am Montagmorgen bei 113,45 US-Dollar gehandelt. Heizöl kostet so viel wie seit November 2022 nicht - damals hatten die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine Energiekrise ausgelöst.
Donald Trump hatte in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung von Energieanlagen im Iran gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig öffnen. Am Montag sorgte der US-Präsident mit einer anderen Äußerung für eine vorübergehende Wende an den Märkten: Er werde in den nächsten fünf Tagen keine Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur fliegen.
US-Präsident Donald Trump verlängert seine Frist für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus durch den Iran. Die USA würden fünf Tage lang auf Angriffe auf iranische Kraftwerke verzichten.
23.03.2026 | 1:21 minAktienmärkte: DAX rutscht unter 22.000 Punkte
Der Dax setzte seine Talfahrt zu Wochenbeginn zunächst fort. Angesichts der Ängste vor einem weiteren eskalierenden Iran-Krieg büßte der deutsche Leitindex gut zwei Prozent auf 21.870 Punkte ein. Damit rutschte er erstmals seit Trumps Zoll-Schock im April 2025 unter die Marke von 22.000 Punkten. Die neueste Äußerung des US-Präsidenten katapultierte den Dax dann ins Plus: Gut 1.000 Punkte ging es zwischenzeitlich nach oben, ein Plus von knapp drei Prozent verglichen mit dem Vortag.
Doch seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran hat das deutsche Börsenbarometer kräftig eingebüßt. Denn nicht nur an den Tankstellen spüren die Menschen den durch den Iran-Krieg ausgelösten Ölpreisschock. Höhere Energie- und Transportkosten treffen zunehmend auch andere Lebensbereiche und Unternehmen. Ökonomen rechnen mit einer deutlich anziehenden Inflation und einem Dämpfer für die Konjunkturerholung in Deutschland.
Gold und Silber seit Konflikt stark im Preis gesunken
Die Preise für Gold und Silber sanken erneut kräftig. Eine Feinunze Gold kostete am Montagmittag rund 4.370 Dollar und damit vier Prozent weniger als am Freitagabend. Noch im Januar war der Goldpreis erstmals über 5.000 Dollar gestiegen. Gold ist damit im Iran-Krieg anders als in vielen anderen Krisen davor kein sicherer Hafen. Seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran büßte der Goldpreis mehr als 18 Prozent ein.
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Noch drastischer ist die Entwicklung bei Silber. Das Edelmetall verbilligte sich seit Kriegsausbruch um mehr als 30 Prozent.
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Hintergrund ist unter anderem, dass die Hoffnung auf sinkende Zinsen schwindet. Es wird zunehmend erwartet, dass die US-Notenbank und auch die Europäische Zentralbank in diesem Jahr die Leitzinsen erhöhen werden. Damit wird Gold weniger attraktiv für Anleger, weil Gold keine Zinsen abwirft, Anlagen wie Staatsanleihen dagegen schon. Zudem bremst der aktuelle starke Dollar die Nachfrage nach den Edelmetallen, denn sie werden in Dollar gehandelt, der als Krisenwährung gerade vergleichsweise teuer ist.
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