Hängepartie nach Merz' Regierungsumbau:Staatsministerin für Sport: Kommt eine Weltfußballerin?
von Florian Vonholdt
Kanzler Merz' Regierungsumbau betrifft auch den Posten der Staatsministerin für Sport. Die Neubesetzung lässt auf sich warten. Wer übernimmt die Aufgaben, bis es so weit ist?
Bei der Frage der Nachfolge für die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt fällt immer wieder ein Name: Nadine Keßler.
Quelle: ImagoDie teilweise Neuaufstellung seiner Regierungsmannschaft hat Bundeskanzler Friedrich Merz vor seinem Urlaub weitestgehend abgeschlossen. Komplettiert ist sie aber noch nicht. Eine Planstelle, die nach acht Personalwechseln in Regierung, Fraktion und Partei noch vakant ist, befindet sich ausgerechnet "im eigenen Hause".
Gesucht wird eine Nachfolge für Christiane Schenderlein als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Das Amt wurde von der Bundesregierung im vergangenen Jahr neu geschaffen. Die zugehörige Abteilung ist im Bundeskanzleramt angesiedelt und soll sich unter anderem gezielt der Förderung des Spitzensports sowie der Stärkung der Infrastruktur im Breitensport widmen.
Noch ist der Posten der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt vakant. Drei neue Minister der Union wurden bereits vom Bundespräsidenten ernannt.
29.07.2026 | 1:43 min"Zeitnahe" Nachbesetzung lässt auf sich warten
Zu ersetzen ist Christiane Schenderlein, die als erste Sportstaatsministerin der Bundesrepublik nach nur 14 Monaten im Amt von Merz zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium umfunktioniert wurde.
Eine "zeitnahe und zügige" Nachbesetzung hatte der Bundeskanzler angekündigt. Das war am 27. Juli. Nun weilt Merz zunächst einmal in den Ferien. Ganz so drängend schien die Frage der Nachfolge dann doch nicht zu sein.
Neue Minister und Thorsten Frei ist Fraktionschef der Union: Das Statement von Bundeskanzler Merz und anschließende Analysen bei ZDFheute live.
29.07.2026 | 73:56 minKein Arbeitsstau während Nachfolger-Suche
Wer führt also die Arbeit während der mehrwöchigen Übergangsphase weiter? Eine Regierungssprecherin sagte auf ZDFheute-Nachfrage: "Die Arbeit der Abteilung Sport und Ehrenamt im Kanzleramt ist bis zur Neubesetzung durch die Abteilungsleitung und die verschiedenen Fachreferate gewährleistet."
Einen Arbeitsstau soll es also nicht geben. Doch zu tun gäbe es für Schenderleins Nachfolge einiges. Gerade erst hatte der Bundestag dem neuen Sportfördergesetz zugestimmt, in dessen Kern eine Spitzensportagentur gegründet werden soll, die die Millionenbeträge der Sportförderung möglichst gerecht und sinnvoll verteilen soll.
Wie viel Mitspracherecht die Sportverbände dabei künftig haben, ist eine Angelegenheit, in der die neue Ministerin als Vermittlerin gefragt sein dürfte.
Rückblick: Im Januar erklärte Christiane Schenderlein den Zeitplan und die Inhalte des Sportfördergesetzes im ZDF.
27.01.2026 | 24:17 minWahl des deutschen Olympiabewerbers steht an
Außerdem steht Ende September im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Auswahl des deutschen Olympiabewerbers an. Dort wird darüber abgestimmt, ob Deutschland mit Berlin, München oder der Rhein-Ruhr-Region ins internationale Bewerbungsrennen für eine Austragung der Sommerspiele zwischen 2036 und 2044 geht.
Die bevorstehenden Aufgaben ließen den Kanzler in dieser Personalie aber nicht in Hektik verfallen. Er hat seine "Zeitnah-und-zügig"-Aussage unmittelbar selbst eingefangen: "Ich werde die Neubesetzung für das Amt des Staatsministers für Sport und Ehrenamt zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben." Wann genau dieser Zeitpunkt ist, ist weiter offen.
Es sieht nicht gut aus für den deutschen Sport. Im Medaillenspiegel weit von der Spitze entfernt und zahlreiche Athleten am Existenzminimum. Ein neues Gesetz soll das ändern.
20.02.2026 | 11:13 minRegierungssprecherin: Kein Kommentar zu Keßler
Offen ist auch, wer den Posten übernimmt. Der bislang einzig gehandelte Name ist der von Ex-Weltfußballerin Nadine Keßler, die laut "Handelsblatt" den erstmaligen Schritt in die Politik wagen soll. Die frühere Nationalspielerin leitet derzeit beim europäischen Fußballverband UEFA die Abteilung Frauenfußball, ist für Turniere und Wettbewerbe in den 55 Mitgliedsverbänden verantwortlich.
Ob die 38-Jährige tatsächlich die erste und einzige Wahl ist? Das wollte die Regierungssprecherin weder bestätigen noch dementieren. Auch die UEFA hatte zuvor bei entsprechender Frage gemauert. Und so heißt es weiter warten auf die Weltfußballerin. Oder eben auf jemand anderen.
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