Gescheiterte Investorenpläne:UEFA droht FIFA-Boss Infantino mit rechtlichen Schritten
Nach dem Scheitern des Investorendeals droht die UEFA Infantino mit rechtlichen Schritten. Sämtliches Material im Zusammenhang mit dem Deal dürfe nicht vernichtet werden.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (l.) erhöht den Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino.
Quelle: ImagoDie Europäische Fußball-Union UEFA droht FIFA-Präsident Gianni Infantino nach dem krachenden Scheitern seines WM-Investorendeals mit rechtlichen Schritten im Zusammenhang mit dem Deal. Zudem fordert der europäische Dachverband den Weltverbandspräsidenten auf, sämtliches Material im Zusammenhang mit dem zurückgezogenen Investorenvorhaben nicht zu vernichten.
UEFA-Schreiben auch an Investor Kushner
Gegenüber dem SID und der DPA bestätigte die UEFA am Montag, dass "ein Schreiben zur Sicherstellung von Unterlagen" an Infantino verschickt worden sei. Zunächst hatten die britischen Medien Telegraph und BBC darüber berichtet. Entsprechende Schreiben gingen demnach unter anderem auch an Technologieinvestor Joshua Kushner, der eine Schlüsselrolle bei dem Projekt hätte einnehmen sollen. Kushner ist der Bruder von Jared Kushner, der der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump ist.
Die Rufe nach einem Neuanfang beim Fußballweltverband werden lauter. Nach dem gescheiterten Vorhaben, Anteile der FIFA-Turniere an private Investoren zu verkaufen, scheint das Aus Infantinos denkbar.
03.08.2026 | 2:00 minUEFA warnt vor Vernichtung von Unterlagen
Man erwäge "aktive rechtliche Schritte, Schiedsverfahren und/oder Beschwerden bei Aufsichtsbehörden" in Zusammenhang mit den von der FIFA ausgearbeiteten Plänen", heißt es laut BBC in dem UEFA-Schreiben. Zudem warnte die UEFA die Verantwortlichen im Weltverband vor dem Vernichten von Unterlagen in Zusammenhang mit dem Deal.
Die Europäische Fußball-Union erwarte "sofortige Maßnahmen zur Identifizierung, Lokalisierung und Sicherung" entsprechender Dokumente und "elektronisch gespeicherter Informationen, die sich in Ihrem oder dem Besitz, der Verwahrung oder der Kontrolle der FIFA befinden."
Nasser Al-Khelaifi gilt bei der FIFA-Wahl 2027 als möglicher Gegenkandidat für Infantino. ZDF-Reporter Kaben hat aber erfahren, dass dieser kein Interesse habe, "auf den FIFA-Thron zu steigen".
31.07.2026 | 3:18 minInfantino-Plan: WM-Anteile an private Investoren verkaufen
Infantino hatte nach massiver Kritik auch von Seiten der UEFA seine Investorenpläne aufgegeben. Geplant war die Gründung der Tochtergesellschaft FIFA Forward Enterprise (FFE), die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen der Fußball-WM bündeln sollte. Damit hätten auch Anteile an der WM an Investoren verkauft werden können.
Mittlerweile haben Wales und England haben als erste nationale Verbände ihre Unterstützung für eine Wiederwahl des Schweizers zurückgezogen - und damit wohl eine größere Welle der öffentlichen Distanzierung vom FIFA-Präsidenten losgetreten. Am Nachmittag schlossen sich der serbische Verband und der schwedische Verband in einem Statement dem Protest an. Weitere Verbände könnten folgen.
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