Investoren-Deal geplant: Wie die FIFA den Fußball verkaufen will

20-Milliarden-Plan für Investoren:Wie die FIFA den Fußball verkaufen will

|

Die FIFA will die Tür für Investoren öffnen und Anteile in Höhe von 20 Milliarden Dollar verkaufen. Wozu das führen könnte und was hinter dem Deal steckt.

Infantino

FIFA-Boss Gianni Infantino will wohl noch mehr Geld herausholen. Berichten zufolge plant der Weltverband, die Fußball-WM teilweise zu privatisieren und Anteile zu verkaufen.

28.07.2026 | 0:42 min

Die FIFA sorgt mit Plänen für einen Milliarden-Deal für die Rechte an ihren Fußballturnieren für neuen Wirbel. Der Weltverband um Präsident Gianni Infantino will einen Teil der kommerziellen Rechte an seinen Turnieren an Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden Dollar erlösen, wie er mitteilte.

Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach eines neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre.

Tochterunternehmen soll Deal abwickeln

Nach Angaben der FIFA sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist.

Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt.

Nahaufnahme von Nico Heymer, Host frontal-YouTube, mit Brille, Bart und dunkler Kappe vor einem unscharfen Hintergrund mit Demonstrierenden. Im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift „Fankultur schützen!“ zu sehen. Das Bild ist grafisch gestaltet mit roten und blauen Farbakzenten, grafischem Raster-Overlay und verpixelten Bereichen.

Hat die Kommerzialisierung längst die Kontrolle über den modernen Fußball übernommen – oder können Fans noch mitgestalten? Nico Heymer zeigt, wie sie Druck ausüben können und wo ihre Macht endet.

17.06.2026 | 13:56 min

Zeitung: Noch mehr WM-Starter, kürzerer Turnus

Einem Bericht der "Times" zufolge könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen.

Die FIFA würde Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und hätte nach eigenen Angaben auch weiter die Kontrolle über den Spielkalender und alle Fragen des Regelwerks.

FIFA-Präsident Gianni Infantino, im Hintergrund der WM-Pokal und Geldscheine

Bei der FIFA klingeln mit der Fußball-WM 2026 die Kassen. Doch was passiert mit all dem Geld? Das fragt WISO - Wirtschaft erklärt mit Christian Hauser.

20.06.2026 | 10:27 min

Kleine Verbände erhalten ebenfalls Anteile

Alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände sollen ebenfalls kleinere Anteile an dem Unternehmen erhalten, die entweder behalten oder verkauft werden könnten.

Wir beabsichtigen, auch in die kleinsten oder entlegensten Teile der Fußballwelt, die zu oft übersehen werden, massiv zu investieren.

FIFA-Präsident Gianni Infantino

Die UEFA reagierte mit scharfer Kritik auf erste Medienberichte über das Vorhaben. "Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften", teilte der Dachverband mit. Die UEFA nehme die Sache sehr ernst.

Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsware - erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fußballs. Er steht der FIFA nicht zum Verkauf.

UEFA-Statement

Zeitung: Nur noch Genehmigung steht aus

Infantino sagte laut Mitteilung zu den Plänen, jeder FIFA-Mitgliedsverband solle einen fairen Anteil erhalten, um seine eigene Zukunft zu gestalten: "Hier geht es um die Demokratisierung des Fußballs weltweit."

Moderatorin Valerie Niehaus sitzt am Schreibtisch im Studio, hält einen Fußball in der Hand und blickt in die Kamera.

FIFA-Präsident Gianni Infantino – mutiger Erneuerer oder selbstherrlicher Machtmensch? Valerie Niehaus nimmt den mächtigsten Mann im Weltfußball unter die "heute-show"-Lupe.

17.07.2026 | 33:27 min

Die Investitionspläne würden schon seit mehreren Monaten vorbereitet und müssten noch genehmigt werden, hieß es in der "Financial Times". Nach Angaben der Zeitung führe Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Donald Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, Gespräche darüber, den Einstieg über seinen Fonds Thrive Eternal anzuführen.

Ein FIFA-Sprecher bestätigte, dass erwartet wird, dass Thrive die Führung der geplanten Investorengruppe übernehmen werde. Die FIFA arbeitet nach Angaben des Sprechers bei ihren Plänen mit der Investmentbank JPMorgan zusammen.

Nach Ende der Amtszeit neuer Job für Infantino?

Ein solcher Deal könnte auch Auswirkungen auf Infantinos Aufgaben bei der FIFA haben: Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte der 56-Jährige nach dem Ende seiner bis 2031 erwarteten letzten Amtszeit als FIFA-Präsident das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in den heute-Nachrichten am 28.07.2026 um 19 Uhr.

Mehr Fußball

  1. Nils Kaben

    Infantinos verbaler Rundumschlag:Kaben: "Sehr überheblich und unwürdig"

    von Jan Döhling
    Video3:05

  2. Fußball-Weltmeisterschaft 2026, Elfenbeinküste - Ecuador: Schiedsrichter Francois Letexier (Frankreich) zählt einen Countdown

    Neue Regeln:Was sich im deutschen Fußball jetzt ändert

    von Martin Henkel
    mit Video4:38

  3. Gianni Infantino und Bernd Neuendorf

    Noch keine endgültige Entscheidung:Infantinos Wiederwahl: DFB-Präsident verweigert Unterschrift

    mit Video33:20

  4. wm-kritik-konsum-

    Kommerz nimmt immer mehr zu:WM-Kritik: Spieler treten "als Marken auf"

    Video5:43

Alle Bolzplatz-Folgen