Neue Regeln: Was sich im deutschen Fußball jetzt ändert

Neue Regeln:Was sich im deutschen Fußball jetzt ändert

von Martin Henkel

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Die WM war der große Test. Nun wird es ernst: Welche Änderungen kommen in den deutschen Fußball, welche wurden verworfen - und was bleibt vorerst offen?

Fußball-Weltmeisterschaft 2026, Elfenbeinküste - Ecuador: Schiedsrichter Francois Letexier (Frankreich) zählt einen Countdown

Kommt im deutschen Fußball: Der Schiedsrichter, wie hier Francois Letexier bei der WM, zählt einen Countdown, wenn beispielsweise bei einer Auswechslung gebummelt wird.

Quelle: Imago / Justus Stegemann

Die Fußball-WM war auch großes Praxisfeld für die neuen Regeln. Fast sechs Wochen führten Schiedsrichter bei dem Turnier vor, wie sich Zeitspiel verhindern lässt, wie sich Unterbrechungen verkürzen lassen oder Fehlentscheidungen korrigiert werden können.

Seit dem 1. Juli gelten die neuen Regeln des International Football Association Board (IFAB) für alle Kontinentalverbände und erreichen mit dem Saisonstart nun auch den deutschen Fußball.

Nicht alles freilich muss übernommen werden. Ein Teil ist verbindlich, bei anderen Regeln entscheiden die Verbände selbst. DFB, DFL und Bundesliga-Klubs haben einige Optionen schon verworfen, zuletzt am 27. Juli. Weitere Vorschläge werden noch geprüft oder folgen später.

Das wird übernommen

  • Countdowns:

Bei Einwürfen und Abstößen: Erkennt der Schiedsrichter eine absichtliche Verzögerung, zählt er die letzten fünf Sekunden sichtbar herunter.

Ist der Ball danach noch nicht im Spiel, erhält beim Einwurf der Gegner den Ball. Bei einem verzögerten Abstoß gibt es Eckstoß.

Der ZDF-Schiedsrichterexperte Thorsten Kinhöfer im ZDF-Hauptstadtstudio nach dem Spiel Belgien gegen Iran

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21.06.2026 | 4:38 min

Die Acht-Sekunden-Regel für Torhüter bleibt: Hält der Keeper den Ball zu lange fest, bekommt der Gegner eine Ecke zugesprochen.

Zehn Sekunden für Auswechslungen: Nach Anzeige des Wechsels muss der Spieler das Feld innerhalb von zehn Sekunden verlassen. Braucht er länger, darf sein Ersatz erst nach einer Minute und bei der nächsten Unterbrechung hinein. Ausnahmen gelten etwa bei Verletzungen.

  • Verletzte auf dem Feld

Eine Minute nach Behandlungen: Wird ein Feldspieler auf dem Platz untersucht oder behandelt oder verursacht seine Verletzung eine Unterbrechung, muss er danach mindestens 60 Sekunden draußen bleiben.

Ausnahmen gelten in der Bundesliga - anders als bei der WM - nicht. Auch bei einer möglichen Kopfverletzung muss der Spieler grundsätzlich das Feld verlassen.

  • VAR

Mehr Befugnisse: Der Video-Assistent darf eingreifen, wenn ein Platzverweis auf einer eindeutig falschen zweiten Gelben Karte beruht. Zudem kann er korrigieren, wenn der Schiedsrichter den falschen Spieler verwarnt oder vom Platz stellt.

Geprüft wird nur die Identität. Ob tatsächlich ein Foul oder eine Schwalbe vorlag, wird nicht neu bewertet.

  • Weitere Änderungen

Bei einer fehlerhaft ausgeführten Spielfortsetzung darf der Schiedsrichter Vorteil laufen lassen, wenn der Gegner unmittelbar den Ball gewinnt. Fällt nach der Verhinderung einer offensichtlichen Torchance dank Vorteil trotzdem ein Tor, entfällt die sonst fällige Gelbe Karte.

Das wird nicht übernommen

Kein VAR bei Eckstößen: Das IFAB erlaubt, einen eindeutig zu Unrecht zugesprochenen Eckstoß per VAR zu korrigieren, wenn dies sofort möglich ist. DFB, DFL und Bundesligaklubs entschieden sich am 27. Juli dagegen. Falsch gegebene Ecken bleiben außerhalb des VAR-Protokolls.

Keine englische Torwartregel: In England wird getestet, dass nach der Behandlung eines Torhüters ein Feldspieler desselben Teams für eine Minute hinausmuss. Der Trainer hat zehn Sekunden, ihn zu benennen. Einen solchen Versuch gibt es in Deutschland nicht.

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28.02.2026 | 3:31 min

Keine festen Trinkpausen: Die von der FIFA bei allen WM-Spielen angesetzten Unterbrechungen werden in Bundesliga und DFB-Pokal nicht eingeführt. Über Trink- und Kühlpausen wird weiter abhängig von den Bedingungen entschieden.

Das kommt später oder bleibt offen

Nur der Kapitän spricht mit dem Schiedsrichter: Das Modell wird zum 1. Juli 2027 weltweit verbindlich. Bis dahin können Wettbewerbe es freiwillig anwenden. In der Bundesliga gilt es schon.

Kein Nachschuss beim Elfmeter: Ein Expertengremium hat vorgeschlagen, einen Strafstoß nach einer Parade oder einem Pfostentreffer sofort zu beenden. Beschlossen ist das nicht. In der Saison 2026/27 bleiben Nachschüsse erlaubt.

Über dieses Thema berichtete das ZDF im Beitrag "WM-Bilanz: Was bleibt von der XXL-WM?" am 19.07.2026.

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