Mehr Rechte für VAR und Countdown-Regel:Die neuen Regeln bei der Fußball-WM: Kampf dem Zeitspiel
von Christoph Schneider
Bei der Fußball-WM kommen einige Regeländerungen auf Mannschaften und Fans zu. Besonders die effektive Spielzeit soll erhöht werden - ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.
Die neuen Regeln sollen den Schiedsrichtern helfen, gegen Zeitspiel vorzugehen.
Quelle: imagoEigentlich treten Regeländerungen im Fußball weltweit regelmäßig zum 1. Juli in Kraft. Die Meisterschaften in den meisten europäischen Ligen sind gespielt - man hat Zeit, sich auf was Neues einzustellen. Doch in Jahren der Fußball-WM sieht das anders aus. Dann werden die Regeländerungen mit dem Eröffnungsspiel umgesetzt - auch wenn das vor dem 1. Juli stattfindet.
Hintergrund: Auch die sehr breite Fußballbasis soll über die umfassende WM-Berichterstattung frühzeitig an die Regeländerungen gewöhnt werden. Beschlossen werden diese vom IFAB (International Football Association Board) - einem exklusiven auserwählten Kreis.
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09.05.2026 | 2:13 minCountdown bei Abstoß und Einwurf
Nach den guten Erfahrungen bei der sogenannten Acht-Sekunden-Regel für die Torhüter beim Abschlag wird das Countdown-Prinzip auf Abstöße und Einwürfe erweitert.
Heißt: Lässt sich ein Torwart bei einem Abstoß zu viel Zeit, so zählt der Schiedsrichter mit der Hand fünf Sekunden runter. Hat der Torwart dann nicht ausgeführt, gibt es Eckstoß für den Gegner. Auch beim Einwurf zeigt der Schiedsrichter die fünf Sekunden mit der Hand an. Verstreicht die Zeit ungenutzt, gibt es einen Einwurf für den Gegner.
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31.05.2026 | 91:55 minAuswechslungen sollen schneller werden
Auch lange Auswechselvorgänge sind den Regelhütern ein Dorn im Auge. Künftig müssen Spieler, die ausgewechselt werden sollen, binnen zehn Sekunden das Feld verlassen.
Machen sie das nicht, müssen sie trotzdem runter und der einzuwechselnde Spieler muss mindestens eine Minute bis zur nächsten Spielunterbrechung warten.
Behandelte Spieler müssen eine Minute zuschauen
Muss ein Spieler wegen einer Verletzungsunterbrechung behandelt werden, dann darf er künftig nach der Behandlung nicht mehr auf dem Feld bleiben, sondern muss das Feld verlassen. Erst nach Ablauf von einer Minute darf er wieder zurückkehren.
Zwei Ausnahmen gibt es hier wie bisher: Der Torhüter muss bei einer Verletzung und Behandlung auf dem Feld dieses nicht verlassen. Und: Wird ein Spieler durch ein physisches Vergehen verletzt, für das der Gegenspieler die gelbe Karte sieht oder mit Rot vom Platz gestellt wird, muss der zu behandelnde Spieler auch nicht vom Feld.
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02.06.2026 | 3:22 minRote Karten für Platz verlassen und Hand vorm Mund
Verlassen Spieler aus Protest gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung den Platz, so hat der Schiedsrichter diese mit der Roten Karte vom Platz zu stellen. Gleiches gilt auch für Teamoffizielle, die ihre Spieler dazu auffordern, das Feld zu verlassen.
Verdecken Spieler ihren Mund bei der Konfrontation mit ihrem Gegner durch Hand, Arm oder Trikot, um Lippenlesen zu verhindern, so sind sie ebenfalls mit der Roten Karte des Feldes zu verweisen.
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29.05.2026 | 1:37 minMehr Befugnisse für den VAR
Der Videoassistent VAR bekommt außerdem mehr Befugnisse. War die zweite Verwarnung bei einer Gelb-Roten Karte klar falsch, so darf der VAR eingreifen. Neu ist auch, dass der VAR eingreifen darf, wenn ein Spieler der falschen Mannschaft irrtümlich mit einer Verwarnung oder einem Feldverweis sanktioniert wurde. Entscheidet außerdem der Schiedsrichter auf Eckstoß und stellt sich ohne wesentliche Verzögerungen heraus, dass dies kein Eckstoß war, so darf der VAR auch hier korrigierend eingreifen.
Sport:Schland in Sicht!
Hingegen nach wie vor nicht eingreifen darf der VAR bei der ersten Verwarnung - das ist ausschließlich die Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Feld. Und der VAR darf auch wie bisher nicht eingreifen, wenn der Referee eine Gelb-Rote Karte nicht gibt.
Trinkpausen bei allen Spielen
Eine Regelung, die aber nur für die WM gilt, ist die von jeweils einer Trinkpause pro Halbzeit. Die Schiedsrichter sollen das Spiel ungefähr nach 22 und 67 Minuten für jeweils drei Minuten unterbrechen. Grund sind die teils hohen Temperaturen, die während der Spiele in den Stadien herrschen. Um gleiche Bedingungen für alle Spiele zu schaffen, wurde die Regelung so für die WM beschlossen. Nicht ausgeschlossen ist dabei, dass manche übertragende Fernsehanstalt das nutzen wird, um Werbung auszustrahlen.
Christoph Schneider ist Redakteur in der ZDF-Sportredaktion und Fußballschiedsrichter
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