Nach heftiger Kritik: FIFA gibt Investorenpläne auf

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Nach heftiger Kritik:FIFA gibt Investorenpläne auf

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Der Fußball-Weltverband FIFA hat seine Pläne zum Verkauf von WM-Anteilen an Investoren nach heftigen Protesten von Fußballfunktionären weltweit zurückgezogen.

FIFA-Präsident Gianni Infantino vor dem Finale der Fußball-WM 2026.

Nach der UEFA haben auch die Kontinentalverbände aus Asien sowie Nord- und Mittelamerika ihren Widerstand gegen Infatinos Investorenplan bekannt gegeben.

31.07.2026 | 1:29 min

Der Fußball-Weltverband FIFA gibt seine umstrittenen Investorenpläne auf. Der Vorschlag werde nicht weiterverfolgt, erklärte Verbandspräsident Gianni Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme. Infantino begründete seine abrupte Kehrtwende folgendermaßen:

Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die - unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung - nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen.

Gianni Infantino, FIFA-Präsident

Sportökonom Christian Deutscher

Ohne die europäischen Teams sei die WM bloß ein internationales Turnier, sagt Sportökonom Deutscher. Eine konkurrierende Weltmeisterschaft eines anderen Veranstalters sei unwahrscheinlich.

30.07.2026 | 11:17 min

Infantino: "Vorschlag wird nicht weiterverfolgt"

Die Pläne der FIFA um den mächtigen Präsidenten Infantino hatten vorgesehen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzuspielen. Für die Umsetzung wollte die FIFA das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. All das ist nun vom Tisch.

X-Post von FIFA

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Infantino erklärte weiter, Ziel der FIFA sei es, stets zu vereinen und zu verbessern. "Daher wird dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt." Es sei seine Absicht, alle interessierten Parteien in den kommenden Tagen und Wochen "im Geiste des gemeinsamen Interesses an unserem Sport wieder zusammenzubringen, mit dem Ziel, den Fußball überall weiter voranzubringen, insbesondere in jenen Ländern, die unsere Unterstützung am dringendsten benötigen".

ZDF-Sportreporter Nils Kaben

FIFA-Präsident Infantino versuche, die Mitgliedsverbände mit Geld zu locken, so ZDF-Sportreporter Nils Kaben. Damit wolle Infantino den FIFA-Gewinn nach dem letzten Rekord noch weiter maximieren.

29.07.2026 | 10:25 min

UEFA drohte zurvor mit einem WM-Boykott

Die FIFA beugte sich damit dem Druck, der in den vergangenen Tagen immer größer geworden war. So hatte die europäische UEFA nicht nur die Pläne heftig kritisiert, sondern sogar mit einem WM-Boykott gedroht. "Keine Nationalmannschaften aus der UEFA werden an irgendeinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen", teilte die UEFA nach einem Dringlichkeitstreffen mit.

Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet.

Europäische Fußball-Union

Gianni Infantino spricht in ein Mikrofon vor einem grünen Hintergrund

Die UEFA-Mitgliedsländer haben einstimmig für einen möglichen WM-Boykott gestimmt. Hintergrund ist ein geplanter Investorendeal, den die FIFA vor wenigen Tagen verkündet hatte.

30.07.2026 | 2:10 min

Auch die für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Concacaf und der asiatische Fußballdachverband AFC gingen deutlich auf Distanz zu Infantino und seinen Plänen. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol bezog dagegen zunächst keine inhaltliche Position. Stattdessen kündigte der Kontinentalverband an, die Pläne weiter zu prüfen und forderte zusätzliche Informationen von der FIFA an.

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Die UEFA-Mitgliedsländer zeigen sich in ihrem Statement geschlossen, sagt ZDF-Sportreporter Nils Kaben. Dieses Zeichen würde nicht spurlos an anderen Verbänden vorbeigehen.

30.07.2026 | 5:52 min

Enger Infantino-Vertrauter zurückgetreten

Zudem bröckelte auch innerhalb der FIFA die Unterstützung für Boss Infantino. Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater des 56-Jährigen, trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück. Dabei wählte er drastische Worte. der Topfunktionär schrieb auf der Plattform LinkedIn:

Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht.

Carlos Cordeiro

Der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die FIFA arbeitet, schrieb zudem: "Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports." Dieses Geschäft wird es nun nicht geben.

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Quelle: Reuters

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Quelle: dpa, AFP

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