FIFA-Investoren-Deal: Wie könnte es weitergehen?

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Entrüstung in Europa:FIFA-Investoren-Deal: Wie könnte es weitergehen?

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FIFA-Chef Gianni Infantino will die Fußball-WM zum Teil an Investoren verkaufen. Was sagen die Gegner dieses Plans? Und was würde sich für die Fans ändern?

Logo und Stellungsnahme der UEFA zu den FIFA-Plänen zur Öffnung der Fußball-WM für Investoren.
29.07.2026 | 1:58 min

Gewaltige Empörung, Widerworte aus der Politik und ein klares Veto aus Europa: FIFA-Boss Gianni Infantino hat mit seinen Investoren-Plänen für große Kritik gesorgt. Der Fußball-Weltverband will mit dem Verkauf eines Teils seiner kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen.

Private Geldgeber sollen rund 20 Prozent der Anteile an dem zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben gebündelt.

FIFA-Präsident Gianni Infantino blickt nach oben

Im November 2018 scheiterte Gianni Infantiino mit einem 25-Milliarden-Dollar-Investorendeal für die Vermarktungsrechte an einer neuen Club-WM und einer globalen Nations League. Setzt er sich diesmal durch?

Quelle: Imago / Harry Langer / DeFodi Images

Was würde sich für Fans ändern?

Einem Bericht der "Times" zufolge könnte ein Deal den Druck erhöhen, das Feld der WM weiter auszubauen oder sie häufiger auszutragen. Hintergrund ist das Modell solcher Beteiligungen: Die Investoren setzen darauf, dass die Erlöse steigen.

ZDF-Reporter Nils Kaben im Schaltgespräch mit Mittagsmagazin-Moderatorin Lena Kesting.

ZDF-Reporter Nils Kaben kritisiert die von FIFA-Präsident Gianni Infantino angestrebte Öffnung der Fußball-WM für Investoren. Damit würden die Weltmeisterschaften verhökert werden.

29.07.2026 | 2:35 min

Wer sind die Gegner und was können sie tun?

Der mächtigste Gegner ist die UEFA, die ihre Ablehnung klar kommunizierte. "Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften", teilt der Dachverband mit.

Einen Bericht, wonach man den Boykott von FIFA-Wettbewerben erwäge, hat die UEFA bislang nicht kommentiert.

Ex-FIFA-Boss Joseph Blatter schreibt bei "X": "Niemand hat das Recht, unseren Sport zu verkaufen." Auch Großbritanniens Premier Andy Burnham protestiert. "Der Fußball gehört nicht den Investoren", sagt er in einem Video bei Instagram:

Die WM ist kein Produkt, sie ist der großartigste Wettbewerb auf der Welt. Sie hat niemals jemandem gehört, damit man sie verkaufen kann.

Großbritanniens Premier Andy Burnham

Was sagen Stimmen aus Deutschland?

DFB-Präsident Bernd Neuendorf ist entrüstet. "Wir dürfen ihn [den Fußball] nicht zum Spielball von Investoren machen. Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichte zu machen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig", sagt er dem ZDF. Würden sich die Fronten verhärten, wäre ein WM-Boykott der UEFA-Verbände "aus meiner Sicht durchaus eine Option".

Sein Vizepräsident Hans-Joachim Watzke betont die große Macht der Europäer. "Bei der WM standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht", so Watzke, der auch UEFA-Vizepräsident ist.

Neuhan

Investoren bei der FIFA würden Rendite sehen wollen, sagt ZDF-Redakteur Florian Neuhann. Dafür könnte die WM weiter aufgebläht werden "und häufiger stattfinden als alle vier Jahre".

28.07.2026 | 1:40 min

Bayerns Sportvorstand Max Eberl zeigt sich schockiert: "Ich finde es beschämend. Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden." Er stellt offen einen Boykott Europas in Aussicht, um der FIFA Contra zu geben.

Was ist die Rolle der UEFA?

Die UEFA präsentiert sich nicht zum ersten Mal als Bollwerk im Weltfußball. Auch bei Infantinos Milliarden-Plänen 2018 ging der europäische Dachverband mit Präsident Aleksander Ceferin in Frontalopposition zum Weltverband - und setzte sich am Ende durch.

Ceferin war auch bei den Super-League-Plänen europäischer Klubs im Jahr 2021 einer der lautesten und prominentesten Gegner. Er kündigte unter anderem an, Profis könnten nicht mehr bei WM und EM spielen, wenn sie Teil dieser Super League würden.

Der Präsident des Weltfußballverbands FIFA, Gianni Infantino, blickt geradeaus. Er trägt ein Sakko über offenem weißem Hemd. Er ist neben einem großen Fragezeichen zu sehen. Das Foto ist grün- gelb eingefärbt.

Funktionär, Strahlemann, Fußball-Autokrat: Gianni Infantino plante, die Korruption im Fußball zu bekämpfen. Stattdessen machte er die FIFA zu seinem Hofstaat.

18.12.2023 | 14:30 min

Diesmal wird sich die Opposition komplizierter gestalten, denn Infantinos FIFA will die Fußball-Welt und vor allem die kleinen Verbände mit zusätzlichem Geld überschütten.

Ist der geplante Deal mehrheitsfähig?

Davon ist auszugehen. Denn abseits der Ablehnung aus Europa dürfte es gerade bei kleineren Mitgliedsstaaten eine Zustimmung für die Idee geben, weil sie schlicht für einen deutlichen Anstieg der Einnahmen sorgen.

Der Verband Concacaf, der die Nationen in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik vertritt, zeigte sich von dem Prozedere enttäuscht. "Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens", hieß es in einem Statement.

Moderatorin Valerie Niehaus sitzt am Schreibtisch im Studio, hält einen Fußball in der Hand und blickt in die Kamera.

FIFA-Präsident Gianni Infantino – mutiger Erneuerer oder selbstherrlicher Machtmensch? Valerie Niehaus nimmt den mächtigsten Mann im Weltfußball unter die "heute-show"-Lupe.

17.07.2026 | 33:27 min

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF am 29.07.2026 ab 16:00 Uhr in "heute in Europa".

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