Medien: FIFA setzt Mitgliedsverbänden Frist für Entscheidung

Infantino: "Es ist ein Angebot":FIFA setzt Mitgliedsverbänden wohl Frist für Entscheidung

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Die FIFA hat den Mitgliedsverbänden offenbar eine Entscheidungsfrist über den Investorenplan gesetzt. Die UEFA erwägt einen WM-Boykott. FIFA-Chef Infantino erklärt sich erstmals.

Infantino

Die Pläne der FIFA zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren alarmieren die UEFA. Der europäische Fußball-Verband droht mit WM-Boykott, die FIFA lockt mit einer hohen Prämie.

29.07.2026 | 1:58 min

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sein Vorhaben, Anteile an der Fußball-WM an private Investoren zu veräußern, verteidigt. "Es ist ein Vorschlag, ein Angebot, Teil eines demokratischen Beratungsprozesses", sagte Infantino in einem Video, das der Weltverband am Mittwochabend veröffentlichte.

Es ist eine Gelegenheit, aber keine Verpflichtung.

FIFA-Präsident Gianni Infantino

Für seine Pläne hat Infantino laut übereinstimmenden Medienberichten den 211 Mitgliedsverbänden offenbar eine Frist bis zum 19. September gesetzt. Sofern mindestens 106 Verbände den Plänen der FIFA zustimmen, könnte der Weltverband bereits mit Beginn des kommenden Jahres deutlich mehr Geld an seine Mitglieder als bislang ausschütten.

FIFA streicht WM-Schiedsrichter

Der Fußball-Weltverband plant, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen.

Quelle: dpa

Dass Infantino diese Mehrheit erreicht, dürfte als sicher gelten - kürzlich hatten nach einem Bericht des Guardian mehr als 200 Länder dem Präsidenten Unterstützung mit Blick auf dessen mögliche Wiederwahl im kommenden Jahr zugesichert. Der DFB hatte allerdings auf eine entsprechende Zusage verzichtet.

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UEFA soll einen Boykott von FIFA-Veranstaltungen erwägen

Derweil soll die Europäische Fußball-Union (UEFA) planen, in einer noch in der laufenden Woche stattfindenden Dringlichkeitssitzung über ihre weitere Reaktion auf die Pläne zu beraten. Laut Sky, ESPN und Bloomberg soll auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden.

Bernd Neuendorf

DFB-Präsident Neuendorf nennt den geplanten FIFA-Investoren-Deal ein "fatales Zeichen". Das FIFA-Council habe aus der Presse davon erfahren. Er bringt einen WM-Boykott ins Spiel.

29.07.2026 | 8:52 min

Die englische "Times", der "Telegraph" und die "Financial Times" hatten am Dienstag berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Abend weitgehend.

Sportökonom Deutscher

Die Zahl der kleinen Verbände in der FIFA ist massiv gestiegen. Die Gewichtung der UEFA reicht bei einer Abstimmung bei Weitem nicht für eine Mehrheit, sagt Sportökonom Deutscher.

29.07.2026 | 16:06 min

Scharfe Kritik von Seiten der UEFA

Die UEFA hatte schon in einer ersten Stellungnahme scharfe Kritik geübt. In Bezug auf den Bericht der Times schrieb die UEFA, dass damit eine Grenze überschritten werde, "die die führenden Institutionen des Fußballs niemals überschreiten dürfen. Die UEFA nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun", teilte der europäische Verband mit.

"Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden darf - insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der FIFA, ihn zu verkaufen."

ZDF-Sportreporter Nils Kaben

FIFA-Präsident Infantino versuche, die Mitgliedsverbände mit Geld zu locken, so ZDF-Sportreporter Nils Kaben. Damit wolle Infantino den FIFA-Gewinn nach dem letzten Rekord noch weiter maximieren.

29.07.2026 | 10:25 min

Kritik kommt auch vom CONCACAF

Auch der Kontinentalverband CONCACAF hat Kritik an den Plänen der FIFA geäußert. Insbesondere den aus ihrer Sicht intransparenten Prozess rückte die CONCACAF im englischen "Guardian" in den Fokus:

Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens.

CONCACAF, Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik

"Als Führungskräfte im Fußball sind wir die Hüter des Sports", hieß es zudem in der Erklärung.

Eberl: "Beschämend"

Drastisch äußert sich Bayern Münchens Sportvorstand. Max Eberl stellt sogar einen Boykott des europäischen Fußballs in Aussicht. "Ich finde es beschämend. Der Fußball - das haben die Fans auch schon gesagt - gehört uns nicht. Es ist ein Spiel", sagte Eberl im Trainingslager der Münchner in Rottach-Egern.

Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Selbst mich, der im Fußball wirklich zu Hause ist, mich ekelt das an.

Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl

"Ich bin kein Freund von Boykott, sondern eigentlich ein Freund von Dialog", so Eberl weiter: "Aber wenn es so weit kommt, wäre ich tatsächlich auch dafür, dass wir als Europa eine starke Stirn bieten und sagen: Nee, das machen wir nicht mit, das ist nicht unser Sport."

FIFA: "Potenzial ausschöpfen"

Die FIFA will nach eigenen Angaben "das volle wirtschaftliche Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsoringverträge über das gesamte Turnierportfolio im Männer-, Frauen- und Jugendfußball" ausschöpfen. "Sorgfältig" ausgewählte Investoren sollten "Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte an der FFE" erwerben, hieß es in einer Stellungnahme.

Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut den Berichten sollen bis zu 20 Prozent der Anteile verkauft werden.

Quelle: SID
Über dieses Thema berichtete das ZDF am 28.07.2026 in dem Beitrag "FIFA plant Verkauf von WM-Anteilen".

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