Ausrufezeichen bei Schwimm-DM:Generation Gold? DSV-Nachwuchs macht den Etablierten Druck
von Johannes Fischer
Deutschlands Schwimm-Nachwuchs drängt in den Vordergrund - und mischte bei der DM in Berlin die etablierte Spitze auf. Mehrere Teenager sicherten Titel und internationale Normen.
Bei der Schwimm-DM knackten 41 Sportlerinnen und Sportler die EM-Norm - so viele wie noch nie. Zudem gab es zahlreiche Ausrufezeichen.
27.04.2026 | 1:15 minDer deutsche Schwimm-Nachwuchs hat sich bei der DM in Berlin eindrucksvoll in Szene gesetzt und unterstrichen, dass die nächste Generation bereits auf höchstem Niveau angekommen ist. Zwischen etablierten Stars und internationalen Medaillenkandidaten schoben sich mehrere Talente nachhaltig in den Vordergrund.
Allen voran gelang dies Linda Roth. Im vergangenen Sommer wechselte sie von Cannstatt nach Magdeburg und machte in der Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn die nächsten Entwicklungsschritte.
Linda Roth kann sich bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin ihren ersten Deutschen Meistertitel über die 400m Lagen sichern.
Quelle: dpa | Andreas GoraIn Berlin sammelte die 18-Jährige nicht nur Normzeiten, sondern bestätigte auch ihre Vielseitigkeit auf mehreren Strecken und krönte sich über 400 Meter Lagen zur Deutschen Meisterin. Die neue Trainingsumgebung habe ihr "spürbar einen Schub gegeben", wie sie freudestrahlend nach dem Rennen sagte.
Roth, Riefstahl und Helget begeistern
Auch Yara Fay Riefstahl (Jahrgang 2008) setzte ein Ausrufezeichen. Die Schwimmerin vom SC Chemnitz krönte sich über 200 Meter Schmetterling zur Deutschen Meisterin und unterstrich ihre rasante Entwicklung eindrucksvoll.
Einen weiteren Titel sicherte sich Mira Helget (Jahrgang 2009), die über 200 Meter Rücken überraschend Gold gewann.
Das habe ich echt nicht erwartet. Ich habe es natürlich gehofft, aber dass es wirklich so passiert, ist irreal.
Mira Helget
Mit Alina Baievych, Zarina Selimovic, Noelle Benkler und Juliana Buttler - alle noch im Teenager-Alter - hat der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) zudem weitere vielversprechende Talente in der Hinterhand.
Die Final-Entscheidungen am vierten Tag der Schwimm-DM in Berlin relive. Kommentar: Volker Grube.
26.04.2026 | 83:40 minBei den Männern bestätigte der 17 Jahre alte Mitja Bauer diese Entwicklung mit seinem dritten Platz über 100 Meter Rücken. Damit gehört er zu den Teenagern, die sich Schritt für Schritt in Richtung internationale Einsätze bewegen.
Der vielversprechendste Name der neuen Generation fehlte jedoch in Berlin: Johannes Liebmann musste krankheits- und abiturbedingt passen, nachdem er zuvor in Stockholm mit einem Europarekord über 800 Meter Freistil (7:37,94 Minuten) für internationales Aufsehen gesorgt hatte.
Der 19-jährige Johannes Liebmann ist mehrfacher Junior-Weltrekordhalter.
Quelle: IMAGO / TTDer Druck wächst auch auf einen Olympiasieger
Im Interview mit der "Welt" beschrieb der 19-Jährige seinen schnellen Aufstieg selbst als überraschend:
Das alles kam auch für mich relativ plötzlich. Ich habe auf jeden Fall große Lust, da oben mitzuspielen.
Johannes Liebmann
Dass die Arrivierten sich nicht ausruhen können, spürt sogar ein Olympiasieger: Lukas Märtens, der in Berlin souverän die 400 Meter gewann und sich über 800 Meter hauchdünn Sven Schwarz geschlagen geben musste, zeigte sich beeindruckt vom Tempo seines Magdeburger Trainingspartners.
Bei der deutschen Meisterschaft im Schwimmen waren mehrere Stars am Start.
19.04.2026 | 0:53 min"Im ersten Moment war ich sprachlos, aber schon seine 400-Meter-Zeit war richtig stark", sagte Märtens. Gleichzeitig hob er die neue deutsche Leistungsdichte hervor:
Das ist ein Luxusproblem. Konkurrenz tut im Sport eigentlich immer gut.
Lukas Märtens
Deutsche Schwimm-Elite zeigt sich ebenfalls in Form
Auch ohne Liebmanns Zutun wurden die Meisterschaften in Berlin zum Schaufenster einer Generation, die sich nicht mehr nur ankündigt, sondern bereits liefert. Während der Nachwuchs an mehreren Stellen Druck auf die etablierte Spitze ausübt, bleibt auch diese selbst auf höchstem Niveau stabil.
Anna Elendt ist die beste deutsche Brustschwimmerin. Zu ihrem Training in den USA sagt sie: "Das pusht einen natürlich, jeden Tag mit solchen Schwimm-Superstars umgeben zu sein."
27.04.2026 | 3:15 minSo zeigte sich neben Weltmeisterin Anna Elendt und Angelina Köhler (je drei Meistertitel) auch Isabel Gose in herausragender Form. Die Freistilspezialistin wurde Vierfach-Meisterin über 200, 400, 800 und 1.500 Meter und bestätigte damit einmal mehr ihre nationale Ausnahmeleistung.
Am Ende stehen Deutsche Meisterschaften, die einen klaren Hinweis darauf geben, dass im deutschen Schwimmen eine neue Breite entstanden ist - mit einigen hoffnungsvollen Nachwuchsathleten, die nun auch bei der EM in Paris (10 - 16. August) für Furore sorgen wollen.
Sie wollen über Sport stets auf dem Laufenden bleiben? Dann ist unser sportstudio-WhatsApp-Channel genau das Richtige für Sie. Egal ob morgens zum Kaffee, mittags zum Lunch oder zum Feierabend - erhalten Sie die wichtigsten News direkt auf Ihr Smartphone. Melden Sie sich hier ganz einfach für unseren WhatsApp-Channel an: sportstudio-WhatsApp-Channel.