Schwimmen in der Seine?:Olympia macht‘s möglich: Paris geht baden
von Max Drodelot, Paris
Olympisches Schwimmen in Paris in der Seine? In dem Fluss zu baden, ist seit 100 Jahren verboten. Die Sommerspiele sollen es nun möglich machen.
Eine neue Betonkonstruktion anlässlich der Olympischen Spiele soll jetzt den Wettkampf in der Seine möglich machen.
Quelle: dpaEs ist ein Mythos für die Pariser, alte Bilder, die es nur in schwarz-weiß gibt. Das Schwimmen in der Seine ist seit 1923 in der französischen Hauptstadt verboten. Grund dafür: eine zu schlechte Wasserqualität.
Doch bei den Olympischen Spielen soll sich das nun ändern. Die Triathlon- und Para-Triathlon-Wettkämpfe sowie das Schwimmen im freien Gewässer werden in der Seine stattfinden.
50.000 Kubikmeter großes Betonbecken für Seine
Um dies zu ermöglichen, wurde ein 50.000 Kubikmeter großes Betonbecken, das Äquivalent von 20 olympischen Schwimmbecken, 34 Meter unter der Erde im Herzen von Paris gebaut. Es soll helfen das Wasser sauber zu halten.
Denn das bisherige Problem: Bei starkem Regen laufen die Abwasserkanäle in Paris schnell über. Um das zu vermeiden, wurden 44 Sturmüberläufe direkt an der Seine gebaut, um die Abwässer dort auszuspucken. Das führt jedoch zu einer Verschmutzung des Flusses mit Müll, aber auch Fäkalbakterien, die Krankheiten verursachen können.
Olympioniken sollen bei den diesjährigen olympischen Spielen in der Seine schwimmen. Aktuell unvorstellbar, doch ein neues Abwasserbecken soll diesen Traum ermöglichen.
03.05.2024 | 1:55 minDas neue Becken soll nun das Wasser auffangen, um es dann durch Kläranlagen zu schicken, bevor es gereinigt in die Seine kommt. Das Projekt hat insgesamt 1,4 Milliarden Euro gekostet.
"Die Seine wird immer sauberer", erklärte der Vorsitzende des Organisationskomitees für die Spiele in Paris, Tony Estanguet, bei der Einweihung des Gebäudes. In der Nacht gab es ein starkes Gewitter in Paris, die Stadt und ihre Region waren in Alarmbereitschaft. "Das Becken hätte einen solchen Sturm bewältigen können", versicherte der OK-Chef von Paris 2024.
Es gibt keinen Plan B für die Schwimmwettbewerbe
Bei sehr starkem und langem Regen gibt es aber weiter Probleme. Im letzten Sommer mussten deswegen mehrere Test-Events in der Seine verschoben werden. Die Zweifel sind groß: Im Falle eines Starkregens, der die Wasserqualität bedroht, hat das Organisationskomitee keinen Plan B.
Die Wettkämpfe diesen Sommer müssten in diesem Fall um mehrere Tage verschoben werden. Während der Olympischen Spiele wird die Wasserqualität jeden Tag gemessen, an 30 verschiedenen Orten.
Die französische Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra sieht darin eine gute Gelegenheit den "Lebensrahmen" der Bewohner der Hauptstadt zu verbessern.
Die Pariser, aber auch alle Franzosen und Touristen werden nach den Spielen in der Seine baden können.
Amélie Oudéa-Castéra, Sportministerin Frankreich
Ab dem Sommer 2025 sollen drei Badestellen am Fluss öffnen und bis zu 30 in der Region Île-de-France. An welchen Tagen das Baden dann möglich ist, "werden die Wissenschaftler entscheiden", erklärt Pierre Rabadan, der Sportbeauftragte der Stadt Paris. "Wir werden regelmäßige Messungen machen. Wenn die Wasserqualität gut ist, werden wir das Baden erlauben. Wenn sie aber nicht gut sind, was immer weniger passieren wird, darf keiner baden."
Macron will in der Seine schwimmen
Bei den immer höheren Temperaturen würde das Schwimmen in der Seine für zwei Millionen Pariser für Frische sorgen. Auch die Biodiversität ist ein Thema. "1970 gab es in der Seine nur drei verschiedene Fischarten. Seit Beginn unseres Plans 'Saubere Seine' gibt es bereits 36", sagt Ministerin Oudéa-Castéra.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, haben beide bereits angekündigt, dass sie vor der Eröffnung der Spiele in der Seine schwimmen werden.
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