Nach Helm-Skandal bei Olympia:Skeleton-Pilot zu Ukraine-Krieg: Es herrscht Kriegsmüdigkeit
Die Aufmerksamkeit um die Ukraine schwinde, so der ukrainische Skeleton-Pilot Heraskewytsch. Weil er getötete Sportler auf dem Helm zeigte, durfte er bei Olympia nicht starten.
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25.02.2026 | 4:32 minBei den Olympischen Spielen sorgte der ukrainische Skeleton-Profi Wladyslaw Heraskewytsch mit seinem Helm für Aufsehen. Auf diesem abgebildet waren 20 ukrainische Sportlerinnen und Sportler, die durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ums Leben gekommen sind.
Der Skeleton-Profi wollte mit dem Helm im olympischen Wettbewerb antreten, doch er durfte nicht. Kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen wurde der 27-Jährige disqualifiziert - mit Verweis auf das Neutralitätsgebot der Olympischen Charta.
Im Interview mit dem ZDF heute journal update erzählt der Sportler von einer "gewissen Kriegsmüdigkeit" und von einem Heimatgefühl in Kiew.
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Skeleton-Profi Heraskewytsch betont, dass ...
... eine "gewisse Kriegsmüdigkeit" herrsche
Vier Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine sieht Heraskewytsch eine nachlassende Aufmerksamkeit für die Ukraine. Es gebe "auf jeden Fall ein Problem", sagt er mit Blick auf die internationale Wahrnehmung.
Es gibt eine gewisse Kriegsmüdigkeit und die Berichterstattung über die Ukraine ist nicht mehr ganz vorne auf der Prioritätenliste.
Wladyslaw Heraskewytsch, Skeleton-Profi
Die Menschen bekämen nicht mehr mit, was dort jeden Tag geschehe, so Heraskewytsch.
Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina ist Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch ausgeschlossen worden. Das IOC wertet seinen Helm mit Bildern getöteter Athleten als Regelverstoß.
12.02.2026 | 1:31 min... ihm sein Zuhause in Kiew weiter ein "warmes Gefühl" gebe
Seit rund einer Woche ist der 27-Jährige wieder zurück in Kiew. Trotz des Kontrasts zwischen der "Parallelwelt Olympia" und dem Alltag im Kriegsland freue er sich jedes Mal, nach Hause zu kommen.
Es gibt viele schöne Plätze überall in der Welt, aber die Heimat ist eben die Heimat.
Wladyslaw Heraskewytsch, Skeleton-Profi
Auch wenn es kalt sei und es "manchmal auch keine Heizung im Haus" gebe, habe er ein "warmes Gefühl", wenn er dort sei. Er müsse einfach in seiner Heimatstadt Kiew sein, betont der Sportler. "Ich möchte zu Hause sein."
Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch darf laut IOC seinen speziellen Helm nicht tragen. Auf diesem sind die Gesichter von getöteten ukrainischen Sportlern abgebildet.
10.02.2026 | 0:51 min... es noch zu früh sei die Friedensfrage zu beantworten
Auf die Frage, wie stark er und die Menschen in der Ukraine auf Frieden hoffen würden, zeigt er sich zurückhaltend. "Das ist eine gute Frage und ich kann das nicht wirklich beantworten." Es gebe "starke Signale, auch bei den Russen", dass man den Krieg fortsetzen wolle.
Zugleich werde viel Propaganda verbreitet, "zum Beispiel auch unter russischen Kindern". "Warum sollte man eine solche Kriegspropaganda überhaupt vornehmen, wenn man den Krieg nicht fortsetzen möchte, noch über zehn oder sogar 20 Jahre?", fragt Heraskewytsch.
Es sei "noch viel zu früh", um die Friedensfrage zu beantworten. Die Ukraine müsse weiter unterstützt werden, betont er, und man müsse die eigenen Grenzen verteidigen.
Das Interview führte Christoph Wiesel-Lancé, zusammengefasst hat es Katharina Schuster.
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