Wirbel um nicht abgegebenen Dopingtest:Rekord-Sprinter Ansah darf trotz NADA-Verfahren starten
Der deutsche 100-Meter-Rekordler Owen Ansah wird bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft starten. Das aktuelle Verfahren gegen ihn bei der NADA steht dem nicht entgegen.
Owen Ansah (Archivbild) stellte den deutschen Rekord im Juni auf 9,98 Sekunden.
Quelle: ImagoDeutschlands Rekordsprinter Owen Ansah wird trotz der Querelen um seinen nicht abgegebenen Dopingtest am Samstag und Sonntag bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften starten. Ansahs Mandant "konzentriert" sich auf die bevorstehende DM, teilte Ansahs Anwalt Rainer Tarek Cherkeh in einer Stellungnahme mit.
"Vor dem Hintergrund des derzeit laufenden Verfahrens [...] werden gegenüber den Medien aktuell keine weiteren Stellungnahmen abgegeben", erklärte der Sportrechtler aus Hannover weiter. Ansah werde sich jedoch "umfassend" gegenüber der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) äußern, so Cherkeh.
Verfahren wegen eines verweigerten Dopingtests
Gegen Ansah läuft ein sogenanntes Ergebnismanagementverfahren der NADA, die die Verweigerung einer Dopingkontrolle erwähnt hatte. Der 25-Jährige vom Hamburger SV ist vorläufig nicht suspendiert, da kein positiver Test von ihm vorliegt.
"Für den dem Athleten vorgeworfenen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen sieht das Anti-Doping-Regelwerk keine zwingend zu verhängende vorläufige Suspendierung vor", erklärte die Nada.
Höhepunkte des Diamond-League-Meetings in Monte Carlo: Der deutsche Sprinter Owen Ansah zeigt eine starke Leistung. Einen Weltrekord gibt es auch zu vermelden. Alle Highlights kompakt im Video.
10.07.2026 | 6:50 minAnsah, der im Juni den deutschen 100-Meter-Rekord auf 9,98 Sekunden verbessert hatte, verweigerte einem NADA-Kontrolleur Anfang Juli die Abgabe einer Dopingprobe. Er sei vor der Abreise zum Diamond-League-Wettkampf in Monaco von einem Kontrolleur überrascht worden, der "außerhalb meines Zeitfensters" geklingelt und "um die Abgabe einer Dopingprobe" gebeten habe, hatte Ansah in der Vorwoche erklärt.
Ansah: Es "wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt"
"Ich war schon sehr spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben, zumal ich kurz zuvor die Toilette besucht hatte. Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen", sagte Ansah weiter: "Es wurde nicht angeboten, dass der Kontrolleur mit zum Flughafen fährt, damit ich dort die Probe abgeben kann. Zudem wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt."
Der Kontrolleur wünschte mir noch viel Glück in Monaco.
Owen Ansah über den verweigerten Dopingtest
Dort sei er am Wettkampftag von der Welt-Anti-Doping-Agentur kontrolliert worden.
Ansah droht wegen des verweigerten Tests eine Sperre. Die frühere Wimbledonsiegerin Marketa Vondrousova aus Tschechien war Ende Juni wegen einer verweigerten Dopingkontrolle für vier Jahre gesperrt worden. Maßgeblich im Tennis für Sanktionen ist allerdings eine andere Organissation, nämich die Internationale Agentur für Tennisintegrität (ITIA).