Zoonose: Risiko zwischen Tier und Mensch steigt

FAQ

Krankheiten zwischen Tier und Mensch:Was sind Zoonosen und warum steigt das Risiko für sie?

von Lena Steinsträter

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Klimawandel und menschliche Eingriffe befeuern die Ausbreitung von Krankheitserregern. Der Weltzoonosentag sensibilisiert für übertragbare Krankheiten zwischen Tier und Mensch.

Sonnenlicht fällt auf eine blühende Wiese eines Biotops in der Natur

Die Wiederherstellung von natürlichen Lebensräumen entzerrt Kontaktzonen von Menschen, Wild- und Nutztieren. Das hilft die Entstehung von Zoonosen zu verringern.

25.06.2026 | 6:06 min

Was ist eine Zoonose?

Zoonosen sind Krankheiten, die durch Erreger entstehen, die gegenseitig zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Menschen können sich mit zoonotischen Erregern durch direkten oder indirekten Kontakt mit Tieren anstecken: beispielsweise durch verunreinigte Lebensmittel oder durch Überträger wie Zecken oder Mücken.

Welche bekannten Krankheiten Zoonosen sind




Steigt das Risiko, dass sich neue Zoonosen entwickeln?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass etwa drei Viertel der bei Menschen neu entdeckten Infektionen der vergangenen Jahrzehnte durch zoonotische Erreger entstanden sind.

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In den letzten Jahren habe sich das Risiko für Zoonosen deutlich erhöht, erklärt die Leiterin des Instituts für Evolutionäre Ökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm, Simone Sommer.

Das liegt daran, dass der Mensch immer stärker in die letzten Wildtierrefugien vordringt und die Kontaktwahrscheinlichkeit viel höher geworden ist.

Simone Sommer, Leiterin des Instituts für Evolutionäre Ökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm

Übertragungen werden dort begünstigt, wo Menschen engen Kontakt zu Tieren haben. Oft fungieren Wildtiere als Quelle von Erregern, während die Übertragung auf den Menschen etwa über Zwischenwirte, Nutztiere, Lebensmittel oder Vektoren erfolgt. Vektoren sind Lebewesen, die Krankheitserreger von einem kranken Tier auf ein anderes Tier oder auf den Menschen übertragen.

Zudem können Nutztierbestände als Verstärker wirken, da viele empfängliche Tiere auf engem Raum gehalten werden. Auch gestörte Ökosysteme und Lebensmittelketten tragen zur Verbreitung von Erregern bei.

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Welchen Einfluss hat die Zerstörung von Ökosystemen auf die Ausbreitung von Zoonosen?

Das Eindringen der Menschen in Naturräume führt häufig zu einer Störung der Artenvielfalt. So haben beispielsweise Abholzung und Rohstoffabbau im tropischen Regenwald zur Folge, dass natürliche Lebensräume zerstört werden und in kleinere, voneinander isolierte Flächen aufgeteilt werden.

Die kleinen Flächen bieten oft nicht genug Nahrung oder Rückzugsorte für die Tiere, was sie in menschliche Siedlungen treibt und dadurch die Zahl der Kontaktpunkte erhöht.

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Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die Ausbreitung von Zoonosen?

Der Klimawandel und die damit verbundenen steigenden Temperaturen beschleunigen beispielsweise die Ausbreitung von Mücken und Zecken. Sie können Krankheiten überführen, die bislang nur in tropischen Gebieten zu finden waren.

Durch die wärmeren Winter und längeren Sommer können Vektoren sich das ganze Jahr über ansiedeln. Vor allem ist durch die Temperaturerwärmung eine Reproduktion möglich, die in diesem Ausmaß zuvor nicht möglich war, sagt die Biologin Simone Sommer.

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Wie können Zoonosen verhindert werden?

In Ökosystemen kann eine hohe Artenvielfalt dazu beitragen, Infektionsketten zu unterbrechen. Größere Abstände zwischen Nutztierhaltung und Wildtierlebensräumen würden Kontakte reduzieren und damit Übertragungsrisiken senken, so der Fachtierarzt für Wildtiere, Sascha Knauf.

Der Erhalt der Biodiversität, der natürlichen Artengemeinschaften ist der beste Schutz für Zoonosen und die Auswirkungen des Klimawandels.

Simone Sommer, Leiterin des Instituts für Evolutionäre Ökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm

Zudem arbeiten verschiedene Institutionen mit dem sogenannten "One-Health-Ansatz". Diese Herangehensweise betrachtet die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt gemeinsam und betont fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Humanmedizin, Veterinärmedizin und Umweltwissenschaften.

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Knauf betont, dass der Datenaustausch über die Sektoren Tier, Mensch und Umwelt hinweg wichtig ist, um Infektionsausbrüche effizient einzudämmen.

Wenn wir keine gesunden Nutztiere haben und Ökosysteme einschließlich der Wildtiere nicht im Takt sind, wird es auch schwer sein, die Menschen gesund zu erhalten.

Sascha Knauf, Leiter des Instituts für Internationale Tiergesundheit des Friedrich-Loeffler-Instituts

Das Ziel von One Health besteht darin, Risiken für Zoonosen früh zu erkennen, zu reduzieren und zu kontrollieren.

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Über dieses Thema berichtete NANO bei 3sat am 16.06.2026 ab 18:30 Uhr.

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