Klimawandel und El Niño: Wird 2026 ein Rekordjahr?

Interview

Wegen Klimawandel und El Niño:"2026 wird zu den wärmsten Jahren überhaupt zählen"

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El Niño könnte bald neue Wärmerekorde bringen. Das Wetterphänomen sei aber kein Grund in Panik zu geraten, so Physikerin und Klimatologin Friederike Otto. Der Klimawandel schon.

Wetter in Frankreich

Eine starke Hitzewelle hat im Mai in mehreren europäischen Ländern für hohe Temperaturen gesorgt.

27.05.2026 | 1:16 min

Mehr als 30 Grad im Juni. Das ist keine Seltenheit mehr. In diesem Jahr ist die 30-Grad-Marke in Deutschland aber schon Ende Mai gerissen worden.

Noch heißer war es im Westen Europas: Im portugiesischen Mora wurden mehr als 40 Grad gemessen, im französischen Angoulême fast 38 Grad. Beides neue Rekordwerte.

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Alle zwei bis sieben Jahre tritt im Pazifik das Klimaphänomen El Niño auf – mit teils verheerenden Folgen. Was genau dabei passiert, erklärt ZDF-Meteorologe Özden Terli.

06.05.2026 | 1:06 min

Könnte 2026 ein besonders warmes Jahr werden? Klimaforschende wie Friederike Otto halten das für wahrscheinlich.

ZDFheute: Hat das Jahr 2026 Potenzial zum neuen "Rekordjahr"?

Friederike Otto: Ja. Solange wir weiter fossile Brennstoffe verbrennen, steigt die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre und die globalen Temperaturen werden weiter zunehmen. Damit einher gehen heißere Hitzewellen, heftigere Stürme und so weiter.

Ob der erst kürzlich aufgestellte Rekord gebrochen wird, hängt vom Zufall ab und davon, wie schnell sich El Niño entwickelt. Doch 2026 wird mit Sicherheit zu den wärmsten Jahren überhaupt zählen.

ZDFheute: Auffallend ist, dass die Temperatur der Ozeane weltweit seit Jahren auf einem ungewöhnlich hohen Niveau ist. Im Mai erreichte sie laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus den zweithöchsten Wert, der in einem Mai je gemessen wurde. Was heißt das?

Otto: Der Klimawandel ist ein wesentlicher Treiber für hohe Meerestemperaturen und marine Hitzewellen. Die hohen Temperaturen in den Ozeanen sind eine Folge davon ebenso wie die globalen Durchschnittstemperaturen insgesamt, die sehr hoch sind.

War der vergangene Monat kälter oder wärmer als früher?

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Das hat Auswirkungen wie extreme Hitze, Niederschläge und Dürren. Außerdem hat das natürlich schwerwiegende Folgen für die Ökosysteme in den Meeren.

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ZDFheute: Über das Wetterphänomen El Niño wird viel berichtet. Sie haben kürzlich gesagt, El Niño wäre kein Grund, in Panik zu geraten, der Klimawandel wäre es dagegen schon. Was meinen Sie damit?

Otto: El Niño beeinflusst zwar das Wetter, aber die Auswirkungen des Klimawandels sind weitaus gravierender; El Niño ist - was entscheidend dabei ist - ein natürliches Klimaphänomen, das kommt und geht.

Der Klimawandel dagegen verschlimmert sich mit jedem Barrel Öl, jeder Tonne Kohle und jedem Kubikmeter Gas, die wir verbrennen, immer weiter.

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ZDFheute: Haben Sie als Wissenschaftlerin das Gefühl, dass viele Menschen - auch in der Politik - gerade zu leichtfertig mit den Fakten und Warnungen umgehen, die es mit Blick auf den Klimawandel gibt?

Otto: Ja. Wir haben die ganze Technologie und das nötige Know-how, um den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu schaffen.

Die Folgen des Klimawandels übersteigen die Kosten dieses Wandels bereits bei Weitem.

Friederike Otto, Klimaforscherin am Imperial College London

Abwarten würde die Sache nur noch verteuern, die Ungleichheit - sowohl weltweit als auch innerhalb der einzelnen Gesellschaften - weiter verschärfen, Menschenleben und Existenzgrundlagen kosten und den jüngeren sowie künftigen Generationen ein schreckliches Erbe hinterlassen.

Das Interview führte Mark Hugo.

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Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa "heuteXpress" am 29.05.2026 ab 9 Uhr und "heute in Europa" am 27.05.2026 ab 16 Uhr.

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