Erdbeeren: Wie neue Sorten Frost und Dürre trotzen sollen

Widerstandsfähig gegen Frost und Dürre:Wie neue Erdbeersorten Ernten vor Extremwetter retten können

von Judith Paland

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Immer häufiger vorkommende Wetterextreme erschweren den Anbau von Erdbeeren in Deutschland. Gezielte Züchtung soll die Früchte robuster machen und die heimische Saison verlängern.

Im Anschnitt rechts eine braune Pappschale voll mit frischen reifen Erdbeeren.

Vom saisonalen Sommerliebling zum globalen Massenprodukt: Der ganzjährige Hunger nach Erdbeeren hat Folgen für Mensch, Natur und die heimische Landwirtschaft.

12.06.2026 | 43:33 min

Der Freilandanbau von Erdbeeren in Deutschland geht seit Jahren zurück: Ein wichtiger Grund dafür ist vor allem das sich wandelnde Klima.

Landwirtin Charlotte Otte weiß um das hohe Risiko im Erdbeeranbau: "Wir beobachten durch den Klimawandel mehr Wetterextreme wie Starkregen, Hagel oder auch Überschwemmungen." Dadurch könne der gesamte Ertrag verloren gehen. "Das ist natürlich unglaublich bitter", so Otte.

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Klimawandel verändert Erdbeeranbau

Auch früher habe es Starkregen und Hitzewellen gegeben, sagt die Landwirtin. Aber die Dauer der Extremwetterereignisse habe sich verlängert: Regen- und Trockenphasen hielten oft nicht mehr nur Tage, sondern Wochen an. Das bestätigt auch eine Analyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

Das setze Erdbeerpflanzen unter Stress, schwäche ihre Widerstandskraft und beeinträchtige Ertrag, Fruchtqualität sowie den Schutz vor Schädlingen und Krankheiten.

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Wetterextreme stellen neue Anforderungen an Erdbeersorten

Erdbeerzüchter Klaus Olbricht kennt die hohen Anforderungen an neue Sorten: "Erdbeersorten müssen heute gleichzeitig gut anbaubar sein, also in verschiedene Kultursysteme passen und resistent gegen Krankheiten sein."

Hinzu kämen wirtschaftliche Faktoren wie hoher Ertrag, große Früchte, Haltbarkeit und gute Pflückbarkeit.

Erdbeerzucht: Die wilden Verwandten als Rettung

Doch neue Züchtungen sind eine Herausforderung: Sie brauchen mindestens ein Jahrzehnt von der Kreuzung bis zur Marktreife. Gleichzeitig wächst der Druck, denn Extremwetterereignisse nehmen zu und Erdbeeren reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen, Trockenheit und Feuchtigkeit.

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Um widerstandsfähigere Sorten zu entwickeln, greifen Züchter wie Olbricht daher auch auf wilde Erdbeerarten zurück: "Die große Herausforderung für uns Züchter ist es, Toleranzen und Resistenzen in bestehenden Sorten und Wildarten zu finden."

Seien sie einmal identifiziert, können diese Eigenschaften in leistungsstarke Sorten eingekreuzt und in den Nachkommenschaften gezielt weiter selektiert werden.

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Hohe Ernteverluste durch Frost

Ein weiteres Risiko: Frost. Im Winter sorgt die fehlende Schneedecke für bodennahen Frost, der die Pflanze schädigt. Hinzu kommt Spätfrost bis ins späte Frühjahr hinein. Durch die durchschnittlich steigenden Temperaturen treiben Pflanzen früher aus, während später trotzdem noch Kälteperioden auftreten können.

Schon eine Frostnacht reicht aus, um die Blüten zu schädigen, aus denen dann später keine Früchte mehr entstehen können. Das zieht teils erheblichen Ernteverluste nach sich. Auch deshalb rücken hier robustere Sorten in den Fokus.

Die Entwicklung neuer Sorten ist ein wesentlicher Baustein, um die Probleme im Erdbeeranbau zu lösen, aber er reicht allein nicht aus.

Klaus Olbricht, Erdbeerzüchter

Genauso wichtig seien die anbautechnischen Möglichkeiten - "also wie und unter welchen Bedingungen die Pflanzen tatsächlich kultiviert werden", erklärt Olbricht.

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Erdbeeranbau unter Folien schützt vor Wetterextremen

Helfen könnte der geschützte Anbau: Unter kontrollierten Bedingungen sind die Erträge deutlich höher, Verluste durch Witterung und Krankheit geringer. Allerdings verursacht die kontrollierte Produktion zusätzliche Kosten und benötigt mehr Ressourcen als der Freilandanbau.

Doch so könnten neue Sorten in Kombination mit Erdbeerkulturen im geschützten Anbau den Erdbeeranbau widerstandsfähiger machen.

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Über dieses Thema berichtete planet e. in dem Beitrag "Erdbeeren - Genuss mit Beigeschmack", online verfügbar ab 12.06.2026 um 08:30 Uhr, im ZDF am 14.06.2026 um 15.30 Uhr.

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