Oktoberfest und Gesundheit:Fünf Tipps, wie Sie Wiesn-Grippe und Co. vermeiden können
von Cornelia Petereit
Mit Grippe oder Norovirus will sich auf dem Oktoberfest keiner anstecken. Doch Großveranstaltungen sind der perfekte Übertragungsort für Krankheitserreger. Wie man gesund bleibt.
Auf dem Oktoberfest steigt vor allem in den Festzelten das Risiko für Infektionen. Ein Impfservice vor Ort soll dem entgegenwirken. Wie sich Besucher außerdem schützen können.
30.09.2026 | 2:31 minDas Münchner Oktoberfest gilt mit über sechs Millionen Besucher jährlich als das größte Volksfest der Welt. In den Festzelten haben auch Viren, Bakterien und Keime Hochkonjunktur. Die schlechte Nachricht vorweg: Einen hundertprozentigen Schutz vor Atemwegs- oder Magen-Darm-Infekten gibt es auf der Münchner Wiesn nicht.
Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht stellt augenzwinkernd fest: "Zwei Dinge schützen am sichersten vor einer Infektion: zu Hause bleiben oder ein starkes Immunsystem." Auf das Oktoberfest zu verzichten, sei für die meisten wohl keine Lösung, räumt Specht ein. Doch Abwehrkräfte ließen sich nicht in Sekundenschnelle aufbauen - weder mit teuren Nahrungsergänzungsmitteln noch mit Immunboostern. Mit diesen Tipps lässt sich das Risiko einer Ansteckung reduzieren.
O'zapft is! Das größte Volksfest der Welt erwartet auch in diesem Jahr wieder Millionen Besucherinnen und Besucher. Bis zum 4. Oktober haben Zelte, Buden und Fahrgeschäfte geöffnet.
19.09.2026 | 1:39 minAbwehrkräfte schonen
Specht rät, den Körper vor einem Oktoberfest-Besuch nicht mit Schlafmangel zu stressen. "Vorschlafen" könne man zwar nicht, erklärt Specht. Aber man könne dafür sorgen, nicht mit einem Schlafdefizit feiern zu gehen.
Schlaf ist ein großer, völlig unterschätzter Faktor für das Immunsystem.
Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist
Außerdem empfiehlt er vor dem Gang über die Wiesn "wenig Alkohol, gesunde Ernährung und möglichst keinen psychischen Stress", um das Immunsystem nicht zusätzlich zu schwächen.
Husten, Schnupfen oder Fieber nach dem Oktoberfest? Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht ordnet ein, was hinter der "Wiesn-Grippe" steckt und wann eine Grippeimpfung sinnvoll ist.
30.09.2026 | 7:03 minDesinfektionsmittel richtig anwenden
Auch wenn die Regeln für Taschen oder Rucksäcke auf dem Oktoberfest streng sind: Laut Specht gehören Desinfektionsmittel auf jeden Fall hinein. Besonders wirksam seien sie gegen Infekte des Magen-Darm-Trakts, die durch Noro- und Rotaviren oder E. coli-Bakterien ausgelöst würden.
Vor allem vor und nach dem Toilettengang sollten sowohl glatte Gegenstände wie Türklinken oder Toilettendeckel als auch die Hände mit alkoholhaltiger Flüssigkeit oder Tüchern desinfiziert werden. Mittel mit "viruzid+" seien die bessere Wahl, da sie gegen eine breitere Virus-Palette schützen könnten, betont Specht. Wichtig sei die Einwirkzeit von einer etwa Minute, denn "erst dann werden Bakterien, Keime und Viren abgetötet."
Viel frische Luft statt nur im Festzelt
Specht empfiehlt, sich beim Besuch der Wiesn möglichst viel an der frischen Luft aufzuhalten. Dort sei die Konzentration von Krankheitserregern sehr gering. In stark bevölkerten, geschlossenen Festzelten dagegen sei die Virendichte sehr hoch.
Durch lautes Reden oder Singen könnten sich die Erreger per Tröpfcheninfektion außerdem leichter verbreiten. "Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind Festivals für Viren, Bakterien, Keime und Co.", sagt der Mediziner.
Erreger von Atemwegskrankheiten verbreiten sich meist über Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Niesen, Husten, Sprechen oder Singen. Abstand halten ist hier der beste Schutz.
Regelmäßiges und gründliches Händewaschen sowie Husten oder Niesen in die Armbeuge begrenzt die Verbreitung der Krankheitserreger genauso wie die Benutzung von Einwegtaschentüchern.
Medizinische Schutzmasken wie die sogenannten OP-Masken oder FFP-Masken bieten bei richtiger Verwendung Schutz gegen grippale Infekte, "echte" Grippe und das Coronavirus. Allerdings ist entscheidend, welche Art und Größe die Maske hat und dass sie korrekt anliegt.
Es gibt 100 Millionen unterschiedliche Virentypen. Ihre Angriffe laufen immer nach demselben Muster ab.
05.04.2021 | 0:58 minKeime an Bierkrügen reduzieren
"Das Glas drehen, bringt nur wenig", sagt Mediziner Specht. Dazu müsse man wissen, an welcher Stelle des Glasrands jemand vorher seinen Mund hatte. Stattdessen könne man den Glasrand mit einem sauberen Taschentuch abwischen. Das sei zwar keine Desinfektion und Taschentücher seien auch nicht steril. "Aber es entfernt die größten Ansammlungen von Keimen", ist Specht überzeugt.
Grundsätzlich schätzt er die Ansteckungsgefahr durch verschmutzte Gläser gering ein. Wer jedoch beim Feiern auf Nummer sicher gehen wolle, bestelle am besten Getränke in der Flasche. "Die sind kaum belastet", so Specht.
Tipps gegen Viren und Bakterien:Wie hygienisch sind öffentliche Toiletten?
Mit Wasser und Ruhepausen gesund durch die Oktoberfest-Zeit
Trotz aller Ansteckungsgefahr ist sich Mediziner Christoph Specht sicher, dass der Besuch von Großveranstaltungen positiv ist.
Das gesellige Miteinander stärkt auch das Immunsystem.
Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist
Darüber hinaus sei es sinnvoll, genug Wasser zu trinken und sich Ruhephasen mit Spaziergängen oder ausreichend Schlaf zu gönnen. Und "bei jeglichen Krankheitssymptomen auf jeden Fall zu Hause bleiben", betont Specht.
Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
Dieser Beitrag wurde erstmals am 20. September 2025 veröffentlicht und am 30. September 2026 aktualisiert.
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