Fuchsbandwurm: Warum eine Infektionen so gefährlich ist

Parasit zerstört unbemerkt die Leber:Infektion mit Fuchsbandwurm kann tödlich sein

von Thomas Förster

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Fuchsbandwurm-Infektionen sind zwar selten, haben aber zugenommen. Was den Parasiten so gefährlich macht und warum Betroffene meist Jahre nichts von der Ansteckung bemerken.

Das Bild zeigt einen Fuchsbandwurm unter dem Mikroskop, welcher zu schweren Infektionen führen kann.

Infektionen mit dem Fuchsbandwurm haben sich innerhalb von 20 Jahren verfünffacht. Auch Noa-Sophie erhält die Diagnose alveoläre Echinokokkose.

14.07.2026 | 4:41 min

Sie ist besonders tückisch und unbehandelt tödlich: eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm. Hat man sich mit dem Parasiten angesteckt, kann dieser unbemerkt die Organe im Körper schädigen. Beschwerden treten oft erst nach durchschnittlich 15 Jahren auf. Meist sind sie so unspezifisch, dass die Krankheit auch dann zunächst nicht erkannt wird. Das macht sie so außergewöhnlich und gefährlich.


Fuchsbandwurm ist ein Parasit

Der vier Millimeter lange Fuchsbandwurm lebt im Darm von Füchsen. Die Tiere scheiden mit dem Kot winzige Wurmeier aus, die für den Menschen mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Die Eier sind extrem resistent und können monatelang ansteckend bleiben. Kälte macht ihnen nichts aus, nur Hitze und Austrocknung töten sie schnell ab.

Für einen Fuchsbandwurm ist der Mensch ein sogenannter Fehlwirt. Der Körper bietet nicht die Bedingungen, damit sich die Larven zum erwachsenen Bandwurm entwickeln.

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Wie Menschen sich mit dem Fuchsbandwurm infizieren

Eine Ansteckung durch direkten Kontakt mit Füchsen ist eher unwahrscheinlich. Menschen können sich infizieren, wenn sie unbemerkt die Wurmeier über den Mund aufnehmen.

Wurmeier können mit kontaminierter Nahrung oder über Kontamination der Hände mit wurmeihaltiger Erde oder Sand, zum Beispiel im Garten, Wald und auch auf Spielplätzen, aufgenommen werden.

Nach einer Infektion mit den Wurmeiern des Fuchsbandwurms entwickeln sich im Darm die Larven (alveoläre Echinokokkose). Sie wandern über die Pfortader in die Leber. Dort entstehen bläschenartige Läsionen, die in das Organ wachsen und es zunehmend zerstören. In einem späteren Stadium können die Larven auch andere Organe wie Lunge oder Gehirn befallen. Die Larven wachsen sehr langsam, daher entwickeln Betroffene häufig erst nach vielen Jahren Symptome, wenn sich Folgen der Organschädigung bemerkbar machen.


Eine weitere Möglichkeit, sich zu infizieren, sind Haustiere, erklärt Sebastian Knitter von der Chirurgischen Klinik der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Er hat sich auf die Behandlung von Fuchsbandwurm-Infektionen spezialisiert.

Eine Ansteckung kann über das mit Wurmeiern kontaminierte Fell von Hunden und Katzen geschehen.

Sebastian Knitter, Assistenzarzt

Sind die Wurmeier in den Körper gelangt, beginnt ein schleichender Krankheitsprozess.

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Unspezifische Symptome erschweren Diagnose

Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen oder Druckgefühl im rechten Oberbauch können Anzeichen der Erkrankung sein. Solche Symptome kommen aber auch bei vielen anderen Krankheiten vor, was die Diagnose erschwert. Im späteren Verlauf kann es zu Gelbsucht kommen, was auf eine Leberschädigung hinweist. Die Diagnose erfolgt über bildgebende Verfahren und Antikörpertests im Blut.

In einer Studie wurden 80 Patienten untersucht. 32,5 Prozent von ihnen, also 26 von 80 Patienten, erhielten zunächst eine falsche Diagnose und damit häufig auch eine falsche Behandlung. Ein Problem bei der Bildgebung ist, dass die durch die Larven verursachten Veränderungen in der Leber Zysten und Tumoren ähneln können.


Mehr Infektionen mit Fuchsbandwurm als gemeldet

Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist in Deutschland selten. Das Robert Koch-Institut meldet jährlich nur mehrere Dutzend Fälle. Das spiegele aber nur einen Teil der Realität wider, sagt Knitter.

Die Dunkelziffer beim Fuchsbandwurm-Befall ist deutlich höher als die gemeldeten Erkrankungen.

Sebastian Knitter, Charité - Universitätsmedizin Berlin

Die reinen Fallzahlen haben sich innerhalb von rund 20 Jahren nahezu verfünffacht. Das liegt zum einen an besseren Diagnosemöglichkeiten. Zum anderen dringen Füchse immer weiter in den menschlichen Lebensraum vor, sodass das Risiko einer Ansteckung steigt.

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Oft lebenslange Behandlung des Fuchsbandwurms

Eine Fuchsbandwurm-Infektion wird operativ oder medikamentös behandelt. Häufig wird gegen den Parasit der Wirkstoff Albendazol eingesetzt. Er kann die Larven nicht abtöten, aber ihr Wachstum aufhalten und so das Fortschreiten der Erkrankung bremsen. Eine vollständige Heilung ist damit nicht möglich. In der Regel muss der Wirkstoff lebenslang eingenommen werden.

Eine möglichst frühe Diagnose ist entscheidend für die Therapie.

Sebastian Knitter, Charité, Universitätsmedizin Berlin

Die beste Therapie ist eine Operation, bei der befallenes Gewebe vollständig entfernt wird. Sind bereits große Teile der Leber betroffen, sei dies oft nicht mehr möglich, weil das Organ seine Funktion dann nicht mehr ausreichend erfüllen könne, erklärt Knitter.

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So lässt sich das Risiko einer Infektion verringern

Um sich vor einer Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm zu schützen, ist Hygiene wichtig. Hände sollten nach der Gartenarbeit oder dem Kontakt mit Erde gründlich gewaschen werden. Das gleiche gilt für bodennahe Früchte wie Beeren, Pilze und Gemüse, weil sie mit Fuchskot und den unsichtbaren Eiern des Fuchsbandwurms kontaminiert sein können. Hunde und Katzen, die sich draußen aufhalten, sollten regelmäßig entwurmt werden.

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