Ebola-Ausbruch in Zentralafrika: Was Sie jetzt wissen sollten

FAQ

Risiken, Ausbreitung, Schutz:Was Sie zum Ebola-Virus wissen sollten

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In Zentralafrika ist eine seltene Variante des Ebola-Virus ausgebrochen. Ein Überblick über die wichtigsten Fakten zu Ausbreitung, Infektionsrisiko und Schutzmaßnahmen.

World Health Organization Emergency Committee meets on Ebola outbreak

Das Ebola-Virus breitet sich schnell aus: Die WHO spricht von einer internationalen Notlage. Besonders betroffen ist der Nordosten des Kongo. Für Deutschland gilt das Risiko als sehr gering.

20.05.2026 | 1:55 min

Der Ausbruch einer seltenen Ebola-Variante im Osten der Demokratischen Republik Kongo und Uganda löst weltweit Besorgnis aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief wegen der Ausbreitungsgefahr in der Region den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Dies soll darüber informieren, dass es ein dringliches Problem gibt, und die Zusammenarbeit zwischen Ländern stärken.

Was passiert bei einer Ebola-Infektion?

Die Krankheit beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwäche oder Durchfall. Später können Erbrechen, innere und äußere Blutungen sowie Organversagen auftreten. Die Inkubationszeit beträgt laut WHO zwischen zwei Tagen und drei Wochen.

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An der Charité wird ein Ebola-Patient unter strengen Kontrollmechanismen behandelt. "Das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ist sehr gering" - Prof. Dr. Thorsten Feldt, Infektologe.

20.05.2026 | 6:12 min

Was macht das Virus so gefährlich?

Ebola gehört zu den tödlichsten bekannten Infektionskrankheiten. Je nach Virusvariante und Ausbruch sterben laut WHO 25 bis 90 Prozent der Erkrankten. Die nun im Kongo nachgewiesene Bundibugyo-Variante hat nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstituts NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Besonders schwierig ist die Eindämmung in Krisenregionen mit schwachen Gesundheitssystemen und schlechter medizinischer Versorgung.

Grafik, Karte, Ituri, Demokratische Republik Kongo, Uganda

Das Zentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt.

Quelle: ZDF

Wie schnell kann es sich ausbreiten?

Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen - etwa Blut, Schweiß, Erbrochenes oder andere Sekrete. Auch Tote bleiben ansteckend. Erkrankte sind jedoch erst mit Auftreten von Symptomen infektiös, was die Nachverfolgung von Kontaktpersonen erleichtert. Experten halten auch deshalb großflächige Ebola-Pandemien für eher unwahrscheinlich, weil Erkrankte meist rasch schwere Symptome entwickeln und Infektionsketten dadurch leichter unterbrochen werden können.

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20.05.2026 | 2:07 min

Es ist schwül, als sich die Türen von dem roten Helikopter öffnen, wir sind mitten im Nirgendwo im Nordosten Kongos. Ein Team von deutschen Explorationsgeologen will uns ihre Arbeitsstätte zeigen: Ein Goldgräbercamp auf einer Hochebene, etwa 30 Kilometer östlich von Kibali, der größten Goldmine in der Region. Ein Dutzend Zelte mit Strohmatte, Küche und ein WC-Häuschen, dazwischen große Regenwaldbäume. Urwald-Romantik, gestört nur von Desinfektionsspendern und einer neuen Angst. Angst vor dem Ebola-Virus, das immer wieder in der Region wütete und verantwortlich ist für den Tod von Zehntausenden Menschen.

Noch wähnt man sich hier in Sicherheit, zu abgeschieden ist die Region, noch verzeichnet die örtliche Krankenstation keine Ebola-Fälle. Doch die Sorge vor einem Ausbruch ist allgegenwärtig. Man erzählt uns von Verwandten, die sich telefonisch aus der benachbarten, betroffenen Region Ituri gemeldet haben und von vielen Toten und überforderten Gesundheitseinrichtungen berichten. Doch noch ist zumindest die Hoffnung groß, erzählt uns einer der deutschen Geologen, dass man diesen Ausbruch, wie schon den letzten, hier im Nirgendwo gut übersteht.

Vier Stunden verbringen wir im Camp, dann geht es zurück, anderthalb Stunden im roten Helikopter, an die Grenze zu Uganda, nach Ituri. Dort haben sie in den vergangenen Stunden aufgerüstet. Wir müssen durch einen Gesundheitscheck-Point. Ein Info-Schild wurde errichtet, eine Schmierinfektion sei Ebola, "Vermeiden Sie den Kontakt mit Körperflüssigkeiten", steht da. Daneben ein Wasserspender mit Griff, zwei Sekunden Wasser drauf, keine Seife, kein Desinfektionsmittel. Es ist trubelig, vor uns fünf andere Reisende, jeder fasst an den Griff. Handewäschen Pflicht, signalisieren uns die Mitarbeiter der Grenzstation. Wir weigern uns. Danach Temperaturkontrolle: 35,3 Grad vermerkt die Gesundheitsmitarbeiterin auf einem Zettel im Pass meines Kamerakollegen, und gar nur 34 Grad soll der deutsche Geologe haben, der uns begleitet. Eine normale Temperatur beträgt 36,5. Ob diese Vorsichtsmaßnahmen also tatsächlich helfen, ist mehr als fraglich.

Das wissen auch die Einheimischen. "Angst macht uns gerade nicht die Bedrohung durch Rebellengruppen", sagt unser Fahrer: "Wir haben jetzt eine neue Angst: die Sorge vor Ebola." (Anna Feist recherchiert für ZDF frontal im Kongo)


Wie kann man sich schützen?

Wichtig sind Isolation von Erkrankten, Schutzkleidung für medizinisches Personal sowie die Überwachung von Kontaktpersonen. Gegen die häufigere Zaire-Variante gibt es Impfstoffe. Für die seltene Bundibugyo-Variante, von der erst zwei kleinere Ausbrüche 2007 und 2012 bekannt sind, existieren laut WHO bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ausbruchs einer seltenen Ebola-Variante im Osten der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Unter folgendem Konto können Hilfen für Menschen vor Ort gespendet werden:

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe
Spendenkonto: Commerzbank
IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600
Stichwort: ZDF Nothilfe Ebola

Im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe haben sich Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, UNICEF und Diakonie Katastrophenhilfe zusammengeschlossen.


Wie schlimm kann es werden?

Experten halten eine großflächige Ausbreitung in Europa derzeit für sehr unwahrscheinlich, warnen aber vor einer weiteren Ausbreitung in Afrika. Der bislang schwerste Ebola-Ausbruch in Westafrika kostete zwischen 2014 und 2016 mehr als 11.000 Menschen das Leben. Der zweitgrößte Ausbruch ereignete sich von 2018 bis 2020 im Ostkongo mit mehr als 2.200 Todesfällen.

Die bewaffneten Konflikte, die in den damals wie heute betroffenen kongolesischen Provinzen Ituri und Nord-Kivu die Arbeit für Helfer erschwerten, haben sich seitdem deutlich verschlimmert. Milizen kontrollieren große Teile der rohstoffreichen Gebiete. Hilfsorganisationen wie das International Rescue Committee machen massive Kürzungen der Hilfsgelder für Gesundheits- und Vorsorgeprogramme, insbesondere der USA, mit dafür verantwortlich, dass der Ausbruch wohl erst nach Dutzenden unbemerkten Infektionen erkannt wurde.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, etwa das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 20.05.2026 ab 12:00 Uhr.

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