Ebola-Patient in Berliner Charité aufgenommen

Auf Bitten der USA:Ebola-Patient in Berliner Charité aufgenommen

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Ein mit Ebola infizierter Arzt ist zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden. Der US-Amerikaner hatte sich bei seiner Arbeit in der DR Kongo mit dem Virus angesteckt.

Demokratische Republik Kongo, Bunia: Menschen waschen sich am Eingang eines Krankenhauses in Bunia, Kongo, die Hände

Nach einem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der Toten auf mehr als 130 gestiegen. Die WHO rief im Kongo und Uganda den Gesundheitsnotstand aus.

19.05.2026 | 0:26 min

Ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Amerikaner ist zur Behandlung in die Charité nach Berlin gebracht worden. Der Patient wurde in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte.

Er hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt, das sich dort stark ausbreitet.

Höchste Sicherheitsvorkehrungen

Ministerin Nina Warken (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur:

Für die Bundesregierung ist es selbstverständlich, dass wir unseren Partnern helfen.

Nina Warken (CDU) , Bundesgesundheitsministerin

Ein Gesundheitsbeamter in Uganda misst die Körpertemperatur eines Reisenden mithilfe eines kontaktlosen Infrarotthermometers, aufgenommen am 18.05.2026

In der Demokratischen Republik Kongo ist eine besonders gefährliche Variante des Ebola-Virus ausgebrochen. Bisher sind mehr als 80 Menschen verstorben. Auch das Nachbarland Uganda ist betroffen.

17.05.2026 | 1:32 min

Deutschland verfüge über ein leistungsfähiges Versorgungsnetzwerk, auch für Patienten mit hochinfektiösen Krankheiten.

Sie werden bestmöglich versorgt - und wir wahren dabei die höchsten Sicherheitsvorkehrungen.

Nina Warken (CDU) , Bundesgesundheitsministerin

Deswegen hätten sich die USA mit einem Hilfeersuchen an Deutschland gewandt.

Kürzere Flugzeit aus Uganda

Warken dankte allen Beteiligten für den Transport und die medizinische und pflegerische Versorgung in der Charité. "Dem Patienten wünsche ich alles erdenklich Gute für seine Gesundheit", sagte sie.

Ein Gesundheitsbeamter untersucht Menschen mit einem Fieberthermometer in Kampala, Uganda.

Die WHO ruft den Notstand aus. Warum eine neue Virusvariante Sorgen macht – und wie groß die Gefahr einer Ausbreitung ist: ZDFheute live.

17.05.2026 | 12:08 min

Die US-Behörden hatten die Bundesregierung auch wegen der kürzeren Flugzeit nach Deutschland um Hilfe gebeten.

Patient war als Arzt vor Ort

Laut der christlichen US-Hilfsorganisation Serge handelt es sich bei dem US-Patienten um ihren Arzt Peter Stafford, der mit seiner Ehefrau - ebenfalls eine Ärztin - und drei Kindern in der Demokratischen Republik Kongo lebte.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte am Montag erklärt, dass sich ein US-Bürger "im Rahmen seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo" mit dem Ebola-Virus infiziert habe. Er habe im Laufe des Wochenendes Symptome entwickelt und sei am Sonntagabend positiv auf das Virus getestet worden.

Ein Gesundheitshelfer desinfiziert in einem Ebola-Behandlungszentrum in der Demokratischen Republik Kongo. (Archiv)

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist erneut das Ebola-Virus ausgebrochen. Mehr als 60 Menschen sind bereits gestorben. Aktuell gibt es mehr als 240 Verdachtsfälle.

15.05.2026 | 0:31 min

Das US-Außenministerium sprach eine Reisewarnung für die DR Kongo, Uganda sowie für den Südsudan aus. Für deutsche Staatsbürger gilt keine landesweite Reisewarnung für die DR Kongo, lediglich für mehrere Provinzen.

Transport in der Nacht mit Eskorte

Zur Charité erfolgte der Transport mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehren und Krankenwagen. Kurz vor 3 Uhr erreichte das Spezialfahrzeug das Krankenhaus.

Ein Sack mit kostbaren Bodenschätzen liegt auf dem Boden

Im Kongo herrscht fast durchgängig seit knapp dreißig Jahren Bürgerkrieg. Mima-Reporter Jörg Brase gibt einen Einblick in das zerrissene Land und das große Geschäft mit Seltenen Erden.

30.07.2025 | 4:20 min

Die Sonderisolierstation auf dem Campus Virchow-Klinikum verfügt über eine spezialisierte Infrastruktur zur Versorgung von Patienten mit hochansteckenden lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten, hieß es zur Erläuterung. Sie ist eine geschlossene und geschützte Einheit getrennt vom regulären Klinikbetrieb, so dass kein Kontakt zu anderen Patienten entstehen kann.

Sonderisolierstation der Charité größte Deutschlands

Die Sonderisolierstation der Charité ist laut Ministerium die größte Einrichtung dieser Art in Deutschland - und zudem die Einzige, die Infektiologie und Intensivmedizin miteinander verbindet. Die Station ermögliche die Isolation von bis zu 20 Personen gleichzeitig, ohne die Abläufe des restlichen Krankenhauses zu beeinträchtigen.

Auch im Umgang mit möglicherweise kontaminierten Materialien gelten demnach höchste Sicherheitsstandards. Das Abwasser werde in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Die gebrauchten Schutzanzüge und anderer Müll werden demnach durch ein spezialisiertes Unternehmen entsorgt. Darüber hinaus werde die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.

Ebola lebensbedrohlich

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamente ist die Sterblichkeit laut Bundesgesundheitsministerium von ursprünglich rund 60 Prozent auf heute etwa 20 bis 30 Prozent gesunken.

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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema hat das ZDF mehrfach berichtet, zuletzt bei heute Xpress am 19.05.2026 ab 12:00 Uhr.
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