Neuer Ebola-Ausbruch im Kongo: Tote und Hunderte Verdachtsfälle

Tote und Hunderte Verdachtsfälle:Neuer Ebola-Ausbruch im Kongo

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Erst vor fünf Monaten endete der jüngste Ausbruch des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo. Die Behörden melden nun einen neuen Ausbruch mit Toten.

Ein Gesundheitshelfer desinfiziert in einem Ebola-Behandlungszentrum in der Demokratischen Republik Kongo. (Archiv)

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist erneut das Ebola-Virus ausgebrochen. Mehr als 60 Menschen sind bereits gestorben. Aktuell gibt es mehr als 240 Verdachtsfälle.

15.05.2026 | 0:31 min

In der Demokratischen Republik Kongo ist erneut das gefährliche Ebola-Fieber ausgebrochen. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC meldete 246 Verdachtsfälle sowie 65 gemeldete Todesfälle in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Vier Todesfälle seien durch Labortests als Ebola-Infektionen bestätigt worden, insgesamt seien bislang 13 Fälle von einem Labor in der Hauptstadt Kinshasa bestätigt worden.

Die Laborergebnisse deuteten darauf hin, dass es sich nicht um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebola-Virus handele, sondern um eine andere Art des Virus. Ergebnisse einer Sequenzierung werden laut Africa CDC innerhalb der nächsten 24 Stunden erwartet.

Sorge vor Ausbreitung über Grenzen hinweg

Angesichts der vielen Verdachtsfälle müsse der Ausbruch seit Monaten unentdeckt vorangeschritten sein. "Vermutlich kommt es aus einer sehr abgelegenen Gegend", sagte Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Charité, der bereits mehrfach bei Ebola-Ausbrüchen im Einsatz war.

Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal.

Maximilian Gertler, Tropenmediziner

Die Gesundheitsbehörde zeigte sich besorgt über das Risiko einer weiteren Ausbreitung - zum einen wegen der hohen Mobilität der Bevölkerung in der Region, zum anderen wegen der räumlichen Nähe zu Uganda und dem Südsudan. Die Kontakterfassung funktioniere zudem nicht lückenlos.

Für Freitag wurde ein Koordinierungstreffen einberufen, an dem Vertreter der Gesundheitsbehörden der drei Länder sowie UN-Organisationen teilnehmen sollten. Im Mittelpunkt stehen Krisenbewältigung, grenzüberschreitende Koordinierung, Laborunterstützung sowie die Mobilisierung von Ressourcen.

Bedingungen vor Ort machen die Bekämpfung schwierig

Ituri liegt mehr als 1.000 Kilometer von Kinshasa entfernt und verfügt nicht über ein ausgebautes Straßennetz. Hinzu kommen aktive Konflikte: Im Osten des Landes kämpft die Rebellengruppe M23, die seit Januar vergangenen Jahres wichtige Städte besetzt hält. In Ituri ist außerdem eine mit der Terrororganisation IS verbundene Gruppe aktiv.

Kongo Uvira

In der Demokratischen Republik Kongo ist die M23-Miliz offenbar in die Grenzstadt Uvira vorgedrungen. Erst am Freitag hatten Kongo und Ruanda ein Friedensabkommen unterzeichnet.

10.12.2025 | 0:27 min

Bereits beim vorigen Ausbruch hatte die Weltgesundheitsorganisation wegen eingeschränktem Gebietszugang und knappen Mitteln Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Impfstoffen.

Ohne sofortige Behandlung ist die Infektion meist tödlich

Ebola wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Erbrochenes oder Sperma übertragen und führt zu Fieber und Muskelschmerzen, in schweren Fällen zu inneren Blutungen und Organversagen. Ohne sofortige Behandlung liegt die Sterblichkeitsrate nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei bis zu 90 Prozent.

Es ist der 17. Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Erst vor fünf Monaten hatte das Land den vorherigen Ausbruch in der Provinz Kasaï für beendet erklärt, bei dem 43 Menschen gestorben waren. Zwischen 2018 und 2020 kostete ein Ausbruch im Osten des Landes mehr als 2.200 Menschen das Leben; der Westafrika-Ausbruch von 2014 bis 2016 tötete mehr als 11.000 Menschen.

Quelle: AP, dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Ebola-Virus erneut ausgebrochen" am 15.05.2026 um 17:20 Uhr.

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