Hantavirus: Kreuzfahrtschiff in Teneriffa - Evakuierung läuft

Kreuzfahrtschiff "Hondius" :Hantavirus: Erste Passagiere ausgeflogen - darunter Deutsche

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Nach Ausbruch des Hantavirus auf dem Schiff "Hondius" werden Passagiere und Crew ausgeflogen und unter Quarantäne gestellt. Die Behörden sehen ein geringes Risiko für Teneriffa.

Medizinisches Fachpersonal in Teneriffa während der Vorbereitungen zur Evakuierung der "Hondius".

Die Evakuierung der "Hondius" in Teneriffa läuft. Nach einem Hantavirus-Ausbruch warten die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs seit Tagen auf Entwarnung. Einordnung bei ZDFheute live.

10.05.2026 | 10:09 min

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" läuft die Evakuierung in Teneriffa auf Hochtouren. Erste Passagiere und Crewangehörige waren bereits wenige Stunden nach der Einfahrt der "Hondius" in den Hafen Granadilla im Süden der Urlaubsinsel in kleineren Gruppen in Booten an Land gebracht worden.

Anschließend wurden sie in Bussen zum nahe gelegenen Flughafen Tenerife Sur gefahren und ausgeflogen worden. Sondermaschinen brachten die Betroffenen nach Spanien, Frankreich und Kanada. Wegen der langen Inkubationszeit gelten alle als Hochrisiko-Kontakte.

Ein Passagier in weißer Schutzkleidung besteigt auf dem Flughafen von Teneriffa ein spanisches Regierungsflugzeug, nachdem er das vom Hantavirus befallene Kreuzfahrtschiff MV Hondius verlassen hat.

Das vom Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff ist heute Morgen in Teneriffa angekommen. Die Passagiere können von Bord gehen und werden ausgeflogen.

10.05.2026 | 1:29 min

Spanische Passagiere zuerst evakuiert

Zunächst wurden die 14 spanischen Staatsbürger an Bord ausgeschifft, darunter 13 Passagiere und ein Crewmitglied. Sie trugen Schutzkleidung und Masken und wurden mit zwei Bussen der Militärischen Nothilfeeinheit UME zum Flughafen gebracht. Von dort startete ihre Maschine nach Madrid. In der spanischen Hauptstadt sollen sie in einem Militärkrankenhaus gemeinsam mit einem Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO unter Quarantäne gestellt werden.

Vor Beginn der Ausschiffung waren Ärzte an Bord gegangen, um eine epidemiologische Untersuchung durchzuführen. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder seien ohne Krankheitssymptome, teilte die spanische Gesundheitsministerin Mónica García vor Journalisten am Hafen mit.

Auf dem Kreuzfahrtschiff waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern.

Spanien, Granadilla: Das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff MV Hondius ist im Hafen von Granadilla im Süden der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa eingetroffen.

Nach dem Ausbruch des Hantavirus liegt das Kreuzfahrtschiff "Hondius"“ im Hafen von Teneriffa. Die Passagiere und die Crew werden nun unter hohen Sicherheitsvorkehrungen ausgeflogen.

10.05.2026 | 0:23 min

Deutsche fliegen zuerst nach Eindhoven

Den Transport der vier betroffenen Deutschen übernehmen die Niederlande. Für den Transport wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen und der Feuerwehr Frankfurt angefordert. Sie sollen noch am Sonntag vier Passagiere am Militärflughafen in Eindhoven abholen. Anschließend geht es in einem Sonderisoliertransport nach Frankfurt.

Eine Person soll später in die Berliner Charité gebracht werden. Ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit sagte der dpa: "Für diesen Fall ist die Aufnahme auf die Infektiologie der Charité sowie die Anordnung einer Quarantäne durch das zuständige Gesundheitsamt vorgesehen." Den Angaben zufolge zeigt die Person bisher keine Symptome.

Polizisten laufen an einem ankommenden Rettungswagen vorbei, der eine deutsche Patientin in das Infektionszentrum der Uniklinik Düsseldorf bringt.

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff ist eine deutsche Passagierin mit Kontakt zu Infizierten zur vorsorglichen Untersuchung im Uniklinikum Düsseldorf angekommen.

07.05.2026 | 1:36 min

Evakuierung vor Einbruch der Dunkelheit

Bei der Evakutierung kämen Flugzeuge aus Spanien, den Niederlanden, den USA, Großbritannien, Frankreich, der Türkei, Irland und im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus auch eine Maschine aus Norwegen zum Einsatz. Der letzte Flug mit sechs Personen sei für Montag nach Australien geplant, erklärte Ministerin García. "Wie alle sehen können, funktionieren die Maßnahmen zur Evakuierung reibungslos."

Auf Bildern war zu sehen, wie die betroffenen Spanier in weißen Schutzanzügen auf dem Flughafen von Einsatzkräften mit Masken und in orangefarbenen Vollschutzanzügen unter anderem mit Desinfektionsmittel besprüht wurden und Informationszettel erhielten, bevor sie an Bord des Fliegers gingen, der sie nach Madrid bringt.

SWITZERLAND-UN-HEALTH-TOURISM-WHO

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WHO bewertet Risiko auf Teneriffa als "gering"

Das Risiko für die Menschen auf der Kanareninsel Teneriffa sei gering - zumal auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei, betonte der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus. An die Bevölkerung Teneriffas gewandt versicherte er:

Sie werden keinen Kontakt zu Ihnen haben - ebenso wenig wie ihre Familien.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Direktor

In dieser Fotoillustration sind Hantavirus-Proben in Ankara, Türkei, am 6. Mai zu sehen.

Eine Infektion mit dem auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius entdeckten Hantavirus kann tödlich enden. Infektiologe Robert Krause erklärt, warum für Europa aber kaum Gefahr besteht.

07.05.2026 | 27:32 min

Sorgen auf der Kanareninsel

Auf der Insel waren große Bedenken gegen die Ankunft des Schiffes laut geworden. Viele Menschen fühlten sich an die Corona-Pandemie erinnert. Er werde erst beruhigt sein, wenn alle Schiffspassagiere die Insel verlassen hätten und die "Hondius" ihre Fahrt in die Niederlande fortgesetzt habe, sagte der Regierungschef der Kanaren, Fernando Clavijo.

Der WHO-Direktor, der die Evakuierung vor Ort überwachte, betonte indes, dass der Hantavirus nicht mit Corona vergleichbar sei: "Das ist nicht ein neues Covid."

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit lächelt beim Interview in die Kamera

Wie gefährlich ist das Hantavirus und lässt sich die Verbreitung gut eindämmen? Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ordnet die Situation ein.

07.05.2026 | 4:09 min

Ursprung der Infektionen unklar

Das Schiff war am Mittwochabend von den Kapverden aus in Richtung der Kanaren aufgebrochen. Wo sich die Menschen mit dem Virus infiziert haben, ist noch immer unklar. Ursprünglich hatte die "Hondius" ihre Reise Anfang April im Süden Argentiniens begonnen.

Die WHO sprach in einem Update am späten Freitagabend von sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen im Zusammenhang mit der Kreuzfahrt. Drei dieser acht Personen sind gestorben.

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Quelle: dpa, Reuters
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen - unter anderem ZDFheute Xpress am 10.05.2026 ab 09:50 Uhr, ZDFheute live ab 13:50 Uhr und die heute-Sendung um 17 Uhr.

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