Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff:Hantavirus: Weltgesundheitsorganisation bestätigt sechs Fälle
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der Hondius bestätigt die WHO sechs Infektionen. Zu einem Verdacht in Deutschland gibt sie Entwarnung - während neue mögliche Fälle bekannt werden.
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff ist eine deutsche Passagierin mit Kontakt zu Infizierten zur vorsorglichen Untersuchung im Uniklinikum Düsseldorf angekommen.
07.05.2026 | 1:36 minNach einem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sechs Infektionen bestätigt. Zudem gebe es zwei wahrscheinliche Fälle, teilte die UN-Behörde am Freitag (Ortszeit) mit. Drei Infizierte - eine Deutsche und ein niederländisches Ehepaar - seien gestorben.
Das Gesundheitsministerium in Spanien berichtete am Samstag außerdem von zwei weiteren Verdachtsfällen. Die beiden Frauen hätten in dem Flieger gesessen, mit dem die Niederländerin nach dem Verlassen des Kreuzfahrtschiffs Ende April von Johannesburg nach Amsterdam fliegen wollte. Sie saß bereits mit anderen Passagieren im Flugzeug, wurde aber kurz vor dem Start wegen ihres schlechten Gesundheitszustands aus der Maschine geholt und starb kurz darauf in einem Krankenhaus.
Hantavirus: WHO sucht nach Kontaktpersonen
Beide Frauen seien vorsorglich zur Quarantäne in Krankenhäuser eingewiesen worden. Eine von ihnen weise keine, die andere leichte Krankheitssymptome auf. Das Ergebnis möglicher PCR-Tests bei beiden Frauen wurde zunächst nicht bekannt.
Nach drei Todesfällen auf einem Kreuzfahrtschiff hält die EU-Kommission das Ansteckungsrisiko in Europa für gering. Eine symptomfreie Kontaktperson ist in Düsseldorf angekommen.
07.05.2026 | 2:41 minAngesichts der langen Inkubationszeit, die bis zu sechs Wochen betragen kann, sind laut WHO-Chef Tedros Adhanom weitere Infektionsfälle nicht ausgeschlossen. Weltweit wird nun nach möglichen Infizierten und Kontaktpersonen gesucht.
Mensch-zu-Mensch-Übertragung sehr selten
Bei dem Erreger handelt es sich um den Anden-Stamm des Hantavirus. Dieser Stamm kann durch sehr engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden, was Experten zufolge jedoch sehr selten ist.
Der WHO zufolge hat sich der erste Betroffene vermutlich bereits vor der Reise in Argentinien oder Chile infiziert, bevor sich das Virus auf dem Schiff ausbreitete. Das Risiko für die Weltbevölkerung sei gering, für die Passagiere und die Besatzung jedoch moderat.
Wie gefährlich ist das Hantavirus und lässt sich die Verbreitung gut eindämmen? Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ordnet die Situation ein.
07.05.2026 | 4:09 minVorerst Entwarnung für Verdachtsfall in Deutschland
Vier Patienten, bei denen das Hantavirus laut WHO bestätigt wurde, werden in Krankenhäusern in den Niederlanden, in Südafrika und in der Schweiz behandelt. Für einen Verdachtsfall in Deutschland gab es unterdessen vorläufig Entwarnung: Ein Test sei negativ ausgefallen.
Die 65-Jährige war am Donnerstag zusammen mit zwei laut Betreiber schwer erkrankten Besatzungsmitgliedern aus Großbritannien und den Niederlanden auf den Kapverdischen Inseln von Bord geholt worden. Die Ergebnisse der umfangreichen virologischen Untersuchungen deuteten bisher nicht auf eine Infektion hin, teilte die Klinik mit. Die 65-jährige Frau sei in einer stabilen Verfassung, bleibe aber wegen der langen Inkubationszeit noch unter Beobachtung.
Der auf einem Kreuzfahrtschiff ausgebrochene Hantavirus beschäftigt nun auch Ärzte in Deutschland. Eine Frau, die Kontakt zu einer infizierten Person hatte, kam im Uniklinikum Düsseldorf an.
07.05.2026 | 1:34 minKreuzfahrtschiff nach Teneriffa unterwegs
Das Kreuzfahrtschiff "Hondius" lag seit letztem Sonntag mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde an der Westküste Afrikas vor Anker, nachdem das Virus an Bord festgestellt worden war. Es soll laut dem Betreiber "Oceanwide Expeditions" voraussichtlich am Sonntagmorgen im Hafen von Granadilla auf Teneriffa ankommen.
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