Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff:RKI: "Keine Pandemiegefahr" durch Hantavirus
Nach dem Hantavirus-Ausbruch verlassen Passagiere die "Hondius". RKI-Chef Schaade gibt Entwarnung und sieht keine Pandemiegefahr, betont aber die Bedeutung der Quarantäne.
"Das ist kein Virus, das sich verbreitet", sagt der Präsident des RKI, Lars Schaade, mit Blick auf die Corona-Pandemie. "Im Moment sieht es gut aus": Alle Kontakte seien ermittelt.
10.05.2026 | 3:23 minTrotz des Hantavirus-Ausbruchs auf einem Kreuzfahrtschiff sieht der Chef des Robert-Koch-Instituts keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen sehr krank machen, sagte Lars Schaade im ZDF heute journal. Zugleich betonte er:
Die gute Nachricht ist eigentlich, dass es kein Virus ist, das sich verbreitet.
Lars Schaade, RKI-Chef
Nach drei Todesfällen auf einem Kreuzfahrtschiff hält die EU-Kommission das Ansteckungsrisiko in Europa für gering. Eine symptomfreie Kontaktperson ist in Düsseldorf angekommen.
07.05.2026 | 2:41 minExperte: Lage unter Kontrolle
Schaade sieht keine Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland und keine Pandemiegefahr. Auch die Rückführung der Kreuzfahrtschiff-Passagiere in ihre Heimatländer beunruhigt ihn nicht, da alle Risikokontakte zurückverfolgt werden könnten. "Bislang ist es auch gelungen, alle Personen, die vorher das Schiff verlassen hatten, ausfindig zu machen", sagte der Experte.
Auch deren Kontakte außerhalb des Schiffes seien identifiziert worden. Nach seiner Darstellung wüssten die Behörden derzeit, "wo die sind". Die Lage sei daher unter Kontrolle, auch wenn die globale Verteilung zunächst Anlass zur Sorge gegeben habe.
Die ersten Passagiere und Crewmitglieder haben das Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" verlassen. Sie wurden in ihre Heimatländer ausgeflogen. Die WHO empfiehlt eine 42-tägige Quarantäne.
10.05.2026 | 2:32 minRKI: Hantaviren seit Jahrzehnten bekannt
Mit Blick auf den Vergleich mit dem Coronavirus sagte Schaade: "Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar." Man kenne das Virus schon sehr lange und könne es deshalb sehr gut einschätzen. Das Coronavirus sei damals ein neues Virus mit spezifischen Eigenschaften gewesen.
Hier haben wir ein Virus, das wir seit 31 Jahren kennen.
Lars Schaade, RKI-Chef
Seit Jahrzehnten gebe es Hantavirus-Fälle, vor allem in Südamerika, und auch frühere Ausbrüche seien stets kontrolliert worden. Dem RKI-Präsidenten zufolge sei es immer gelungen, Infektionsketten einzudämmen, selbst wenn infizierte Reisende in andere Regionen gelangten.
Wie gefährlich ist das Hantavirus und lässt sich die Verbreitung gut eindämmen? Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ordnet die Situation ein.
07.05.2026 | 4:09 minRKI-Chef: Sechs Wochen Quarantäne bei Hantavirus
Unsicherheit bleibe dennoch durch die lange Inkubationszeit. Schaade zufolge sind Quarantäne-Maßnahmen über einen längeren Zeitraum notwendig - im Interview sprach er von sechs Wochen. Erst danach lasse sich abschließend beurteilen, ob es weitere Krankheitsfälle gegeben hat.
Dann ist man sicher, dass dieser Ausbruch eingedämmt worden ist.
Lars Schaade, RKI-Chef
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