Virus-Ausbruch im Kongo und Uganda:Ebola-Epidemie: WHO beruft Notfall-Ausschuss ein
Im Kongo und in Uganda grassiert ein Ebolavirus - gegen die seltene Variante gibt es keine Medikamente oder Impfstoffe. Die WHO ist "besorgt" und beruft den Notfall-Ausschuss ein.
Nach einem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der Toten auf mehr als 130 gestiegen. Die WHO rief im Kongo und Uganda den Gesundheitsnotstand aus.
19.05.2026 | 0:26 minAngesichts der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda hat die Weltgesundheitsorganisation WHO ihren Notfall-Ausschuss einberufen. Das teilte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf mit. Er sei "sehr besorgt über Umfang und Geschwindigkeit der Epidemie".
Tedros verwies unter anderem auf mutmaßliche Ebola-Fälle in Ugandas Hauptstadt Kampala und der Hauptstadt der kongolesischen Provinz Nord-Kivu, Goma. In den Städten leben 1,8 Millionen beziehungsweise 800.000 Einwohner. Ein weiterer Risikofaktor sei die Zahl von Vertreibungen. Infolge eskalierender Kämpfe im Osten Kongos hätten sich in den vergangenen Wochen über 100.000 Menschen auf die Flucht begeben.
WHO prüft gängige Impfstoffe: "Studien nötig"
Der WHO-Chef warnte, gegen die Virus-Variante Bundibugyo gebe es weder Impfstoffe noch Medikamente. Die WHO-Repräsentantin für die DR Kongo, Anne Ancia, kündigte an, dass die WHO prüfen werde, ob existierende Impfstoffe oder Medikamente bei der Eindämmung helfen könnten.
Auf internationaler Ebene schauen wir, welcher Impfstoff-Kandidat oder welche Behandlung verfügbar sind und ob irgendwelche davon bei diesem Ausbruch von Nutzen sein könnten.
Anne Ancia, WHO-Repräsentantin für die DR Kongo
Die Zahl der Ebola-Fälle im Kongo und in Uganda steigt. Die WHO ruft den Notstand aus. Warum eine neue Virusvariante Sorgen macht – und wie groß die Gefahr einer Ausbreitung ist: ZDFheute live.
17.05.2026 | 12:08 min"Natürlich sind dazu noch mehr Studien nötig", fügte die WHO-Vertreterin hinzu, die aus der kongolesischen Stadt Bunia zugeschaltet vor Journalisten in Genf sprach.
Ebola-Ausbruch: 131 Tote, 513 Erkrankungen
Wie der kongolesische Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba in der Nacht zum Dienstag informierte, werden mittlerweile 131 Todesfälle und 513 Erkrankungen mit dem Ebola-Ausbruch in Verbindung gebracht. Das Epizentrum der gegenwärtigen Ebola-Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der DR Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt.
Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (CDC) rief am Montagabend für den gesamten afrikanischen Kontinent den Notstand aus.
Zuvor hatte die WHO am Wochenende eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen - ihre zweithöchste Alarmstufe. Sie stockte zudem ihre Mittel für Hilfsmaßnahmen im aktuellen Ebola-Ausbruch um 3,4 Millionen US-Dollar auf jetzt insgesamt 3,9 Millionen Dollar (3,4 Millionen Euro) auf.
In der Demokratischen Republik Kongo ist eine besonders gefährliche Variante des Ebola-Virus ausgebrochen. Auch das Nachbarland Uganda ist betroffen.
17.05.2026 | 1:32 minKritik an US-Einreiseverbot
Die US-Regierung verhängte indes am Montag ein Einreiseverbot für Personen, die sich in den vergangenen 21 Tagen in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo oder dem Südsudan aufgehalten haben.
Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union kritisierte die Maßnahme. "Globale Sicherheit im Gesundheitswesen kann nicht gelingen, wenn Länder für ihre Transparenz bei Ausbrüchen bestraft werden", schrieb der Generaldirektor von Africa CDC, Jean Kaseya, im Kurznachrichtendienst X.
X-Post von Jean Kaseya
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Die Antwort auf Ebola könne nicht Stigmatisierung oder Isolation sein, schrieb Kaseya weiter. Nötig seien rasche Investitionen in die Kapazitäten zur Bekämpfung, stärkere Gesundheitssysteme, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Solidarität mit den betroffenen Gemeinschaften.
phoenix im Gespräch mit Christian Katzer (Geschäftsführer "Ärzte ohne Grenzen e.V.") zur Ebola-Notlage in der Demokratischen Republik Kongo.
18.05.2026 | 5:00 minUSA aus WHO ausgetreten
Im Januar hatte die Regierung von Donald Trump den Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation erklärt. Die USA waren der größte Geldgeber der WHO.
Der Wegfall dieser Gelder gefährdet zahlreiche globale Gesundheitsprogramme, darunter Initiativen zur Bekämpfung von HIV, Tuberkulose und Polio. Geschwächt werden zudem der globale Informationsaustausch und die gemeinsame Pandemiebekämpfung.
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