Elektroaltgeräte entsorgen:So werden Sie Elektroschrott korrekt und kostenfrei los
von Thilo Hopert
Ob Toaster, Föhn, Waschmaschine oder Kühlschrank: Alte Elektrogeräte lassen sich kostenlos entsorgen. Was Sie dabei beachten sollten und welche Rechte Sie als Verbraucher haben.
2024 gab es beim Recycling einen positiven Trend: Rund 758.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden fachgerecht entsorgt. Wo man seine alten Geräte unkompliziert und kostenlos abgeben kann.
26.02.2026 | 0:36 minElektrogeräte dürfen in keinem Fall im Hausmüll entsorgt werden. Verbraucher haben aber umfangreiche Möglichkeiten, alte oder defekte Geräte ohne Kosten loszuwerden. Neben Kühlschrank, Toaster oder Föhn gehören auch Kabel und Netzteile dazu.
Alles, was in irgendeiner Form Strom hat, ist Elektroschrott.
Tristan Jorde, Verbraucherzentrale Hamburg
Wo man seine Altgeräte abgeben kann, hängt vor allem von der Größe des Gerätes ab.
Wie und wo Elektroaltgeräte abgegeben werden
Elektrogeräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimeter kann man laut Tristan Jorde, Umweltberater bei der Verbraucherzentrale Hamburg, etwa in Elektromärkten, Supermärkten oder Drogerien abgeben. "Bei den Kleingeräten spielt es keine Rolle, wo man sie gekauft hat. Jeder Händler muss sie annehmen", so der Verbraucherschützer. Ab dem 1. Juli 2026 müssten auch Verkaufsstellen für elektronische Zigaretten oder Tabakerhitzer wie Kioske oder Tankstellen ausgediente Geräte kostenlos zurücknehmen, ergänzt Xenia Lewandowski vom Umweltbundesamt (UBA).
Weltweit bereitet der zunehmende Elektromüll viele Probleme. Wie kann man wertvolle Bestandteile der ausgedienten Geräte wiederverwerten?
08.11.2024 | 1:25 minBei größeren Geräten wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Fernseher gilt Jorde zufolge die Eins-zu-eins-Regel: Man kauft ein neues Gerät und der Händler übernimmt die Entsorgung des alten. Eine weitere Möglichkeit zur Abgabe von Elektroschrott jeglicher Größe sind Recyclingcenter oder Wertstoffhöfe. Sammelstellen in der Nähe findet man auch über den Rückgabefinder des Umweltbundesamtes.
Elektrogeräte, Batterien und Akkus dürfen nach Angaben von Xenia Lewandowski vom Umweltbundesamt gesetzlich nicht über den Hausmüll entsorgt werden. Das erkennen Verbraucher etwa an dem durchgestrichenen Mülltonnensymbol, das sich häufig auf den Produkten befindet. Ein wichtiger Grund für diese Regel ist die Brandgefahr. Lithium-Batterien können sich bei Beschädigung oder Kurzschluss entzünden. Zudem können Schadstoffe aus Elektroaltgeräten in Umwelt oder Stoffkreisläufe gelangen, wenn sie nicht in spezialisierten Anlagen behandelt werden.
Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärt, wie man Smartphones und Co. korrekt entsorgt.
09.01.2025 | 5:16 minWarum die korrekte Entsorgung von Altgeräten wichtig ist
Werden Elektroaltgeräte richtig entsorgt, können wertvolle Rohstoffe, etwa Kupfer, Aluminium oder Edelmetalle zurückgewonnen und wiederverwendet werden. Das trage laut UBA-Expertin Lewandowski zur Ressourcenschonung bei. Auf europäischer Ebene sind Sammelziele für Elektroaltgeräte festgelegt. In Deutschland liegt die erfasste Menge seit mehreren Jahren unter diesem Zielwert.
Schwierigkeiten bei der Rückgabe im Online-Handel
Während die Abgabe von Großgeräten im stationären Handel gut funktioniere, hake es im Online-Handel, berichtet Tristan Jorde. Grundsätzlich gelten für Online-Shops die gleichen Pflichten. Jedoch gebe es immer wieder Ausreden oder versteckte Kosten bei der Rückgabe, sagt Jorde. Hier sollte man aufpassen, denn:
Verlangt der Händler Gebühren, ist das nicht rechtens.
Tristan Jorde, Verbraucherzentrale Hamburg
WISO gibt defekte alte Smartphones und Kühlschränke an Wertstoffhöfen ab. Die Geräte landen trotz Elektrogesetz nicht im Recycling, sondern tauchen ganz woanders wieder auf.
12.05.2025 | 18:58 minDas sollten Sie vor der Abgabe von Elektroaltgeräten beachten
"Batterien, Akkus oder Glühbirnen sollten - soweit ohne Spezialwerkzeug möglich - aus dem Gerät entfernt werden", sagt Xenia Lewandowski. Diese werden getrennt in Sammelboxen im Handel oder bei kommunalen Sammelstellen entsorgt. "Gerade bei Lithium-Batterien empfiehlt es sich, die Pole mit Klebeband abzukleben und sie möglichst zeitnah abzugeben", rät Lewandowski. Beschädigte oder falsch gelagerte Batterien können sich entzünden und stellen ein erhebliches Brandrisiko dar.
Für alte Smartphones, Tablets oder Computer gilt: "Verbraucher*innen sollten persönliche Daten eigenverantwortlich löschen", so Lewandowski. Ein gängiger Weg ist das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen.
Die meisten Menschen in Deutschland trennen den Müll sorgfältig. In die gelbe Tonne kommen Verpackungsabfälle, die recycelt werden sollen. Doch viele dieser Abfälle werden nicht wiederverwertet.
30.09.2025 | 9:04 minReparieren oder spenden statt Wegwerfen
Nicht immer müssen alte Geräte weggeworfen werden. "Wenn ein Gerät noch funktioniert oder repariert werden kann, sollten zunächst Alternativen geprüft werden", sagt Lewandowski. Man könne Geräte auf Second-Hand-Plattformen anbieten oder verschenken sowie an soziale Einrichtungen spenden. Zudem bieten Händler Rückkauf- oder Inzahlungnahmeprogramme an, bei denen alte Geräte aufbereitet und als "refurbished" wiederverkauft werden.
Für die Reparatur eines Geräts findet man häufig im Internet hilfreiche Videos. Wer weniger geschickt ist, kann sich auch an Repair-Cafés oder Fachwerkstätten wenden. Bis Ende Juli 2026 muss Deutschland eine EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur umsetzen, was eine Erweiterung der Verbraucherrechte mit sich bringt, wenn ein Gerät nach dem Kauf kaputtgeht oder Mängel aufweist.
Die EU-Richtline zum Recht auf Reparatur sieht eine gesetzliche Gewährleistung für Produkte von zwei Jahren vor, heißt es beim Europäischen Verbraucherzentrum. Innerhalb dieser Zeit können Verbraucher die Reparatur oder den Austausch eines Gerätes verlangen, wenn dieses kaputtgeht. Entscheidet man sich für eine Reparatur, verlängert sich die Gewährleistung um weitere zwölf Monate. Zudem soll es unter anderem eine Online-Plattform geben, auf der Verbraucher Werkstätten und Repair-Cafés finden. Die Mitgliedsstaaten müssen die Richtlinie bis zum 31. Juli 2026 in nationales Recht umsetzen.
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