Google-Tool für Online-Handel: Wenn KI das Shoppen übernimmt

Google-Tool für Online-Handel:Wenn KI-Agenten das Shoppen übernehmen

von Arlette Geburtig

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Einkaufen per KI-Dialog: Googles neues Gemini-Tool übernimmt Auswahl und Kauf. Das bringt Komfort – und neue Abhängigkeiten für Verbraucher, Händler und den Wettbewerb.

Google hat mit "Gemini Enterprise for Customer Experience" (CX) ein neues KI-Tool vorgestellt. Es soll nicht nur Produkte empfehlen, sondern Kaufentscheidungen vorbereiten oder sogar ausführen - ohne externe Shops. KI-Agenten übernehmen damit eine aktive Rolle beim Einkaufen.

Neuer Shopping-Standard: Kaufen im Dialog mit der KI

Was wie ein Fortschritt wirkt, könnte den Onlinehandel grundlegend verändern - mit Folgen für Verbraucher, Händler und Wettbewerb. Die neuen Funktionen starten zunächst in den USA, doch die Gemini-App ist auch in Deutschland verfügbar. Händler müssen sich vorbereiten.

Ein Student sitzt im Computerraum einer Hochschule vor einem Bildschirm.

Im EU-Vergleich schneidet Deutschland bei der Digitalisierung nur mittelmäßig ab. Doch es gibt auch Fortschritte, immer mehr Unternehmen setzen auf KI.

18.08.2025 | 1:34 min

Nutzer geben ihre Wünsche in natürlicher Sprache an: Budget, Marken, Lieferzeit oder Nachhaltigkeit. Die KI durchsucht Angebote, priorisiert passende Produkte, ermöglicht den direkten Kauf und übernimmt Service oder Rückabwicklung. Suche, auswählen, Zahlung und Kundenservice bündeln sich in einer Anwendung - der Umweg über Vergleichsportale entfällt.

Mehr Komfort - aber wachsende Abhängigkeit

Für Verbraucher liegt der Vorteil auf der Hand: weniger Aufwand, schnellere Entscheidung, ein reibungsloser Kaufprozess. Besonders bei standardisierten Produkten steigt der Komfort deutlich.

Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von der Plattform, die diesen Prozess steuert. Wettbewerbsrechtler Professor Rupprecht Podszun warnt: "Dienste zu bündeln ist erlaubt, problematisch wird es, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen seine Stellung ausnutzt."

Bei der Suche sei Google klar dominierend, die Konkurrenz - etwa durch andere KI-Anbieter - reiche bislang nicht aus, um diese Macht spürbar zu begrenzen.

ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller

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Datennutzung: Verbraucherschützer warnen

KI-Agenten benötigen umfangreiche Informationen: Kaufhistorien, Präferenzen, Standort- und Zahlungsdaten. Je stärker Entscheidungen automatisiert werden, desto intensiver die Datennutzung. "Plattformen können ihre Datenmacht ausbauen und Persönlichkeitsprofile erstellen", warnt Ayten Öksüs von der Verbraucherzentrale NRW. Zudem droht die Manipulation von Kaufentscheidungen.

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Das richtige Geburtstagsgeschenk finden, Emails schreiben lassen, aus dem Kühlschrankinhalt ein Kochrezept generieren: Künstliche Intelligenz kommt immer mehr im Alltag an.

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Langfristig droht ein Verlagern von Konsumentscheidungen auf wenige Big-Tech-Unternehmen - mit dem Risiko wachsender Abhängigkeiten.

Professor Rupprecht Podszun, Wettbewerbsrechtler

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Beim Chaos Communication Congress in Hamburg zeigen Entwickler, wie KI-Tools wie OpenMates Nutzerdaten schützen können. Dienste wie Matrix gelten als Alternative zu WhatsApp.

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Folgen für Händler und Wettbewerb

Hersteller und Händler werden abhängig davon, ob KI-Agenten sie auswählen - oft in einer Black Box oder gegen hohe Provisionen. Die direkte Kundenbeziehung geht verloren. Kleine Händler riskieren Sichtbarkeit, Plattformbetreiber stärken ihre Gatekeeper-Rolle.



Außerdem ist zu befürchten, dass immer umfassendere Shopping Assistenz auch den Effekt hat, dass sich Personaleinsatz und Beratung vor Ort bei Einzelhändlern immer weniger lohnen und Läden in Innenstädten weiter sterben, denn der "Schaufenster-Effekt" verlagert sich in die KI.

DSGVO und Digital Markets Act setzen Grenzen für Datenverarbeitung und Marktmacht. Doch die durchzusetzen ist komplex. Podszun fordert frühzeitiges Eingreifen der Kartellbehörden, um Machtkonzentration zu verhindern.

Große deutsche Händler/Plattformen (Otto, Zalando u. a.) beschäftigen sich aktiv mit "agentic commerce" und setzen z.B. personalisierte Produktempfehlungen oder Beratungsassistenten mittels KI ein, jedoch als intelligente Helfer, nicht als "vollautonome Kaufbots". Viele neue Pilotprojekte und Branchen-Workshops laufen auch in Deutschland. Konkrete, flächendeckende In-App-Checkout-Partnerschaften (wie in den US-Ankündigungen) sind bislang aber vorwiegend US-fokussiert; Europa/Raum DACH dürfte folgen, aber meist verzögert und mit lokalem Anpassungsaufwand.


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